Was kostet die Motorreinigung mit Wasserstoff?
Die Preise sind bei allen Anbietern nach demselben Muster gestaffelt. Je mehr Kilometer der Motor hinter sich hat, desto länger läuft er am Gerät, und desto teurer wird die erste Behandlung.
| Werkstatt | Laufleistung | Dauer | Preis inkl. MwSt. |
|---|---|---|---|
| Berlin | Standardreinigung | 1 Stunde | 100 € |
| Berlin | Erstreinigung ab 100.000 km | 2 Stunden | Preis auf Anfrage |
| Wuppertal | bis 100.000 km | ca. 1,5 Stunden | 149 € |
| Wuppertal | 100.000 bis 180.000 km | ca. 2,5 Stunden | 199 € |
| Wuppertal | ab 180.000 km | ca. 3,5 Stunden | 249 € |
| Chemnitz | bis 75.000 km und jährliche Reinigung | 1 Stunde | 150 € |
| Chemnitz | ab 125.000 km | 1,5 Stunden | 220 € |
| Chemnitz | ab 175.000 km | 2 Stunden | 290 € |
Bis 100.000 km liegst du damit bei 100 bis 150 Euro, Motoren mit über 175.000 km landen bei rund 250 bis 290 Euro. Hinter der Staffel steckt die Laufzeit am Gerät, die Laufleistung dient als Schätzung dafür.
Andere Werkstätten nennen keine festen Preise und verweisen auf Hubraum und Laufleistung. Ein Anruf vorher klärt den Betrag, und einige Betriebe nehmen Termine nur nach Voranmeldung an.
Was den Preis zusätzlich beeinflusst
Laufleistung. Sie bestimmt die Dauer der Erstbehandlung und damit den Preis. Für die jährliche oder vorbeugende Reinigung setzen die Betriebe in Berlin und Chemnitz die kürzeste Stufe an.
Motorgröße und Fahrzeugart. Ein Berliner Betrieb nimmt nach eigenen Angaben Motoren bis 30 Liter Hubraum an, also auch Transporter, Lkw und Busse. Für Krafträder rechnet eine Werkstatt in Chemnitz mit der halben Zeit und dem halben Preis.
Tankinhalt. Eine Werkstatt in Wuppertal beginnt erst, wenn mindestens 25 Liter im Tank sind. Der Motor läuft während der Behandlung, und der Kraftstoff dafür geht auf deine Rechnung.
Wiederholung. Hier gehen die Empfehlungen weit auseinander. Ein Anbieter rät zur Reinigung alle 10.000 km, ein anderer alle 40.000 km. Bei 15.000 km im Jahr und 100 bis 150 Euro je Termin ergibt das:
| Empfohlener Abstand | Behandlungen pro Jahr | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| alle 10.000 km | 1,5 | 150 bis 225 € |
| alle 40.000 km | knapp 0,4 | rund 40 bis 55 € |
Der Unterschied zwischen beiden Empfehlungen ist größer als der zwischen zwei Werkstätten. Wer regelmäßig behandeln lässt, sollte den Abstand deshalb bewusst wählen.
Wasserstoff, HHO oder Knallgas: was gemeint ist
Hinter allen drei Begriffen steckt dasselbe Gerät. Es spaltet Wasser per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff im Verhältnis zwei zu eins. Dieses Gemisch heißt in der Chemie Knallgas, im Englischen Oxyhydrogen oder HHO. Reiner Wasserstoff aus der Flasche kommt bei der Motorreinigung nicht zum Einsatz.
Die Geräte unterscheiden sich vor allem in der Gasmenge. Für das Gerät OXYHTECH MAXI nennt eine Werkstatt 2.300 Liter HHO pro Stunde, für den CARBOHTEC ONE ein anderer Betrieb 5.000 Liter pro Stunde. Beides sind Herstellerangaben. Ob mehr Gas mehr reinigt, belegen die Anbieter nicht.
Für dich als Kunden ist der Name egal. Ob die Werkstatt von Wasserstoff-, HHO-, Knallgas- oder Carbon-Cleaning spricht, Preise und Ablauf bewegen sich im selben Rahmen.
So läuft die Behandlung ab
- Termin und Tank. Die meisten Werkstätten arbeiten nach Voranmeldung. Fahr mit ausreichend Kraftstoff vor.
- Anschluss. Ein Schlauch vom Gerät wird an den Ansaugtrakt gesteckt. Abgebaut wird nichts.
- Laufzeit. Der Motor läuft, das Gerät erzeugt fortlaufend Gas, und der Motor saugt es mit der Verbrennungsluft an. Die Anbieter beschreiben, dass sich Ablagerungen dabei schichtweise lösen und über den Auspuff ausgestoßen werden.
- Kontrolle. Bei Dieseln prüft eine Werkstatt nach eigener Aussage zusätzlich, ob etwa das Abgasrückführventil blockiert. Manche Betriebe messen die Abgaswerte vor und nach der Behandlung.
Nach einer bis dreieinhalb Stunden ist das Auto fertig und fahrbereit.

Was die Anbieter versprechen
Die Werbeaussagen ähneln sich bei allen Betrieben. Genannt werden:
- bessere Kompression
- mehr Leistung und Drehmoment, bessere Beschleunigung
- geringerer Kraftstoffverbrauch
- ruhigerer Motorlauf und gleichmäßiges Standgas
- niedrigere Abgaswerte
- weicheres Schalten bei Automatikgetrieben
Die Tonlage unterscheidet sich deutlich. Eine Werkstatt formuliert jede Wirkung als Möglichkeit und spricht von einem spürbaren Unterschied „in vielen Fällen“. Ein anderer Betrieb verspricht einen Effekt, den man „auf jeden Fall“ bemerke, und wirbt damit, Motorschäden „zu 95 %“ zu verhindern, ohne eine Quelle dafür zu nennen. Je absoluter das Versprechen, desto mehr Skepsis ist angebracht.
Was belegt ist und wo die Belege enden
Die Belege stammen bisher von den Anbietern selbst. Werkstätten zeigen Abgaswerte aus der Abgasuntersuchung vor und nach der Behandlung, oft mit niedrigeren Werten für Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und, beim Diesel, die Rußtrübung. Unabhängige Prüfungen an Serienfahrzeugen durch Automobilclubs oder Fachzeitschriften sind bislang nicht veröffentlicht.
Eine Vorher-nachher-Messung hat außerdem einen Haken. Nach ein bis drei Stunden Laufzeit sind Motor, Katalysator und Partikelfilter durch und durch warm. Ein warmer Katalysator arbeitet besser als ein kühlerer. Aussagekräftig ist der Vergleich nur, wenn beide Messungen bei gleicher Temperatur stattfinden. Frag die Werkstatt, wie sie das sicherstellt.
Auch Laborstudien helfen nur begrenzt weiter. Eine Untersuchung an einem 89-cm³-Einzylinder maß deutlich niedrigere Kohlenwasserstoff- und Kohlenmonoxidwerte, solange HHO-Gas zugeführt wurde. Sie untersuchte das Gas als laufenden Zusatz zum Kraftstoff. Über den Zustand eines Motors nach einer einmaligen Reinigung sagt sie nichts.
Offen bleibt die Wirkung an den Einlassventilen. Bei Benzin-Direkteinspritzern setzen sich Öldampf aus der Kurbelgehäuseentlüftung und Ruß aus der Abgasrückführung auf der Rückseite der Einlassventile fest. Diese Stelle liegt vor dem Brennraum, im Strom der Ansaugluft. Das Gas brennt erst im Zylinder. Wie es die Ablagerungen auf der Ventilrückseite lösen soll, erklären die Anbieter nicht.
Eine Grenze nennen die Anbieter selbst. Eine Werkstatt schreibt ausdrücklich, das Verfahren entferne Ablagerungen, behebe aber keinen mechanischen Verschleiß.
Wann eine Wasserstoff-Reinigung infrage kommt
Sinnvoll ist das Verfahren am ehesten als Versuch mit begrenztem Einsatz, wenn diese Punkte zusammenkommen:
- Der Motor zeigt typische Verkokungs-Symptome wie unruhigen Leerlauf, leichten Leistungsverlust oder Rußen, und der Fehlerspeicher ist ausgelesen.
- Mechanische Ursachen sind ausgeschlossen, also Zündkerzen, Injektoren, Luftmassenmesser und Turbolader geprüft.
- Das Auto fährt viel Kurzstrecke, wo Motor und Abgasanlage selten richtig warm werden.
Nicht bezahlen solltest du sie als Ersatz für eine Diagnose. Wer mit einer Warnleuchte zur Wasserstoff-Reinigung fährt, zahlt 100 bis 290 Euro und hat danach womöglich immer noch einen defekten Sensor.
Alternativen und ihre Kosten
| Verfahren | Wo es wirkt | Aufwand |
|---|---|---|
| Kraftstoffadditiv | Einspritzdüsen, Brennraum | in den Tank geben, einstelliger bis niedriger zweistelliger Betrag je Anwendung |
| längere Fahrt auf der Autobahn | Partikelfilter beim Diesel | regeneriert sich bei hoher Abgastemperatur selbst |
| Wasserstoff-Reinigung | Brennraum, Abgasweg laut Anbieter | 1 bis 3,5 Stunden, 100 bis 290 € |
| Walnussstrahlen | Einlasskanäle und Ventilrückseiten | Ansaugbrücke muss ab, deutlich teurer und länger in der Werkstatt |
| Motorspülung | Ölkreislauf | beim Ölwechsel, Zusatz plus wenige Minuten Laufzeit |
Das Walnussstrahlen erreicht die Ventilrückseiten direkt. Granulat aus Walnussschalen wird bei geschlossenem Ventil in den Einlasskanal geblasen und schleift die Krusten ab. Dafür muss die Ansaugbrücke herunter, und das erklärt den höheren Preis.
Mit einer Motorwäsche haben alle diese Verfahren nichts gemein. Sie reinigen den Motor von innen, der Motorraum bleibt so schmutzig wie vorher. Was die Wäsche von außen kostet, steht im Ratgeber was kostet eine Motorwäsche.
Fazit: ein Versuch für 100 bis 290 Euro, erst nach der Diagnose
Die Motorreinigung mit Wasserstoff kostet 100 bis 290 Euro und dauert ein bis dreieinhalb Stunden. Knallgas, HHO und Wasserstoff bezeichnen dabei dasselbe Verfahren. Wer es ausprobieren will, lässt vorher den Fehlerspeicher auslesen, fährt mit vollem Tank vor und fragt nach einer Abgasmessung vor und nach der Behandlung bei gleicher Motortemperatur.
Für hartnäckige Krusten auf den Einlassventilen eines Direkteinspritzers führt der Weg eher zum Walnussstrahlen. Und wer vor allem einen sauberen Motorraum möchte, bucht eine Motorwäsche, die den Bruchteil kostet.
Häufige Fragen
Was kostet eine Motorreinigung mit Wasserstoff?
Veröffentlichte Werkstatt-Preislisten nennen 100 bis 290 Euro für einen Pkw. In Berlin kostet die Standardreinigung von einer Stunde 100 Euro. Eine Werkstatt in Wuppertal staffelt nach Laufleistung von 149 Euro bis 100.000 km bis 249 Euro ab 180.000 km, eine in Chemnitz von 150 bis 290 Euro.
Ist Knallgas-Reinigung dasselbe wie die Wasserstoff-Reinigung?
Ja. Die Geräte spalten Wasser per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff, und dieses Gemisch heißt Knallgas, Oxyhydrogen oder HHO. Anbieter sprechen je nach Marketing von Wasserstoff-, HHO- oder Knallgas-Reinigung. Gemeint ist immer dasselbe Verfahren mit demselben Preisrahmen.
Wie lange dauert die Motorreinigung mit Wasserstoff?
Je nach Laufleistung und Motorgröße eine bis dreieinhalb Stunden. Eine Werkstatt in Chemnitz rechnet bis 75.000 km mit einer Stunde und ab 175.000 km mit zwei Stunden. In Wuppertal stehen 1,5 Stunden bis 100.000 km und 3,5 Stunden ab 180.000 km in der Preisliste.
Wie oft sollte man die Wasserstoff-Reinigung machen?
Die Anbieter empfehlen sehr unterschiedliche Abstände, von alle 10.000 km bis alle 40.000 km. Bei 15.000 km im Jahr liegt das zwischen einer Behandlung alle gut zweieinhalb Jahre und anderthalb Behandlungen pro Jahr. Unabhängige Daten, welcher Abstand sinnvoll ist, gibt es nicht.
Bringt die Motorreinigung mit Wasserstoff etwas?
Die Anbieter versprechen mehr Leistung, weniger Verbrauch und bessere Abgaswerte. Als Beleg dienen meist eigene Abgasmessungen vor und nach der Behandlung. Unabhängige Prüfungen an Serienfahrzeugen, etwa durch Automobilclubs oder Fachzeitschriften, sind bislang nicht veröffentlicht. Mechanische Schäden behebt das Verfahren nach Aussage der Anbieter selbst nicht.
Kann die Wasserstoff-Reinigung dem Motor schaden?
Die Anbieter beschreiben das Verfahren als materialschonend, weil nichts zerlegt wird und das Gas nur über die Ansaugluft in den Motor gelangt. Belastbare Schadensstatistiken gibt es weder in die eine noch in die andere Richtung. Wer ein Auto mit Herstellergarantie fährt, fragt vorher beim Hersteller oder Händler nach, ob die Behandlung die Garantie berührt.
Geht die Wasserstoff-Reinigung auch beim Motorrad?
Ja, einige Werkstätten bieten sie für Motorräder an. Eine Werkstatt in Chemnitz nennt für Krafträder die halbe Zeit und den halben Preis, also rund 75 Euro gegenüber 150 Euro beim Pkw.