Nach einem Winter im Carport oder unter der Birke hat das Stoffdach grüne Schlieren in den Mulden, entlang der Nähte und rund um die Heckscheibe. Mit dem Hochdruckreiniger wäre das in zwei Minuten weg, und genau das ist der teuerste Fehler, den man an einem Verdeck machen kann. Hier steht, was da eigentlich wächst, mit welchen Mitteln und Bürsten du es herausbekommst und wie das Dach danach länger sauber bleibt.
Moos, Algen oder Grünspan: was da eigentlich wächst
Im Autoforum heißt der grüne Belag mal Moos, mal Grünspan, mal Grünbelag. Gemeint ist fast immer dasselbe: ein Film aus Grünalgen, der im Gewebe des Oberstoffs sitzt. Algen brauchen laut dem Merkblatt der Putz- und Farbenverbände, das mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik entstanden ist, vor allem Licht und ausreichend Feuchtigkeit, dazu Spurenelemente aus der Umgebung. Blütenstaub, Laubreste und Straßenschmutz im Gewebe liefern genau diese Nährstoffe.
Echtes Moos kommt am Verdeck seltener vor. Es bildet sichtbare Polster mit feinen Haftfäden und braucht dafür eine Stelle, an der über längere Zeit Schmutz und Wasser liegen bleiben, etwa an Dichtungen und an den Übergängen zur Karosserie.
Grünspan bezeichnet streng genommen ein grünes Korrosionsprodukt von Kupfer, wie es sich an Kupfer- und Messingteilen bildet. Auf einem Stoffdach gibt es kein Kupfer, das korrodieren könnte. Wer „Grünspan am Cabrioverdeck“ sucht, hat also Algen vor sich und kann exakt nach dem Ablauf in diesem Artikel vorgehen.
Eine vierte Sorte Flecken gehört zur Abgrenzung dazu: graue bis schwarze Punkte, meist in den Faltkanten des Verdeckpakets. Das sind Stockflecken durch Schimmelpilze, die entstehen, wenn ein nasses Verdeck geöffnet und gefaltet wird. Sie sitzen tiefer, lassen sich schwerer entfernen und sind der Grund für die ADAC-Regel, das Verdeck nie feucht zu öffnen.
Warum der Belag gerade dort sitzt
Ein modernes Stoffverdeck besteht aus drei Lagen. Außen liegt ein Gewebe aus Acryl oder Polyester, das Farbe und Optik trägt. In der Mitte sitzt eine Gummierung aus Butylkautschuk oder einem anderen Synthesekautschuk, die den Stoff wasserdicht macht. Innen folgt eine Lage aus Baumwolle oder Vlies, die zum Innenraum zeigt.
Die Gummischicht ist der Grund, warum das Verdeck dicht ist, und zugleich der Grund, warum es grün wird. Regenwasser läuft zwar zum größten Teil ab, ein Rest bleibt aber im Oberstoff hängen, weil er nach unten nicht weiterkann. Das Merkblatt zum mikrobiellen Bewuchs fasst die Grundregel für Außenflächen in einem Satz zusammen: „Was trocken bleibt, bleibt algen- und pilzfrei.“ Am Verdeck heißt das umgekehrt: Wo der Stoff am längsten nass bleibt, wächst der Film zuerst.

Die typischen Stellen im Überblick:
| Stelle | Warum sie lange nass bleibt |
|---|---|
| Mulden zwischen den Spriegeln | Der Stoff hängt zwischen den Bügeln leicht durch, Regen und Tau sammeln sich |
| Nähte | Die Nahtkanäle halten Wasser wie ein Docht und trocknen zuletzt |
| Rand der Heckscheibe, Keder | Wasser staut sich an der Kante zwischen Scheibe und Stoff |
| Hintere Kante über dem Verdeckkasten | Hier läuft das gesamte Dachwasser ab, dazu sammeln sich Laub und Nadeln |
| Fahrzeug im Schatten oder unter Bäumen | Das ganze Dach trocknet langsamer, Blütenstaub und Harz liefern Nährstoffe |
Was du für die Reinigung brauchst
Die Ausrüstung ist überschaubar, entscheidend ist die Härte der Bürste und die Chemie im Eimer.
| Zweck | Was sich eignet | Worauf achten |
|---|---|---|
| Vorbürsten | weiche Naturhaarbürste oder Staubsauger mit Polsterdüse | trocken arbeiten, der Stoffstruktur folgen |
| Nassmachen und Spülen | Gartenschlauch mit Brause oder Gießkanne | viel Wasser, wenig Druck |
| Waschen | Verdeckreiniger oder Feinwaschmittel in Wasser | nicht auf heißem Dach, nicht antrocknen lassen |
| Einmassieren | weicher Schwamm | einen eigenen Schwamm nur fürs Verdeck nehmen |
| Hartnäckige Algen | Algenmittel mit Freigabe für Cabrioverdecke | chlorfrei, auf das trockene Verdeck |
| Schutz danach | Textil-Imprägnierung für Verdecke | nur auf Stoff, Lack und Kunststoff abdecken |
Für die Wäsche selbst genügt ein spezieller Verdeckreiniger wie der SONAX CabrioverdeckReiniger*, den der Hersteller für Stoff- und Kunststoffverdecke ausweist. Der Verdeckhersteller Speed & Sport nennt als einfache Alternative Feinwaschmittel mit Wasser. Für den Belag, der danach noch im Gewebe steckt, führt Mellerud Cabrioverdecke ausdrücklich als Einsatzgebiet seines Algen & Grünbelag Vernichters auf. Diese drei Produkte decken den kompletten Ablauf ab:
Schritt für Schritt: Moos und Algen vom Verdeck entfernen
Das Auto steht dabei im Schatten, das Verdeck ist geschlossen und kalt.
- Trocken vorbürsten. Der ADAC nennt für leichte Verschmutzung trockenes Abbürsten mit einer weichen Naturborste oder sanftes Absaugen und rät, dabei immer der Stoffstruktur zu folgen. Das holt Nadeln, Blütenstaub, lose Moospolster und Sand heraus, bevor sie nass zu einer Schmiere werden.
- Verdeck durchnässen. Mit Brause oder Gießkanne, gründlich und ohne Druck. Der Verdeckhersteller CK-Cabrio empfiehlt zum Reinigen heißes Wasser und eine weiche Bürste. Nasses Gewebe nimmt den Reiniger gleichmäßiger auf als trockenes.
- Reiniger auftragen. SONAX beschreibt den Ablauf für seinen Verdeckreiniger so: das nasse Dach einsprühen, mit dem Schwamm einmassieren, stark verschmutzte Stellen mit einer Bürste behandeln. Das Mittel darf nicht auf heißen Oberflächen landen und nicht antrocknen.
- Grüne Stellen bürsten. Mit der weichen Bürste Bahn für Bahn in Richtung der Stoffstruktur, ohne Druck. So arbeitet die Bürste in den Rillen des Gewebes, wo der Algenfilm sitzt. Mulden und Nähte bekommen ein paar Züge mehr.
- Gründlich spülen. So lange, bis kein Schaum mehr abläuft. CK-Cabrio weist ausdrücklich darauf hin, Laugenreste mit genügend klarem Wasser auszuspülen. Reinigerreste im Gewebe ziehen neuen Schmutz an und stören die spätere Imprägnierung.
- Trocknen lassen, geschlossen. Das Verdeck bleibt zu, bis es auch in den Mulden und Nähten vollständig trocken ist. Ein sonniger, windiger Nachmittag reicht meist, nach einem kühlen Tag besser über Nacht.
- Kontrolle am trockenen Stoff. Erst jetzt zeigt sich, ob grüne Schatten geblieben sind. Nass sieht jedes Verdeck dunkler und gleichmäßiger aus.
Bei leichtem Belag ist die Arbeit damit getan. Hat der Film über Jahre im Gewebe gesessen, bleibt oft ein grüner Schleier in den Mulden. Dann folgt der zweite Durchgang mit einem Algenmittel.
Wenn grüne Schatten bleiben: Algenmittel richtig einsetzen
Ein Algenmittel arbeitet anders als der Reiniger: Es tötet den Film ab, der Rest zerfällt mit der Zeit und lässt sich dann abbürsten. Für den Mellerud Algen & Grünbelag Vernichter* nennt der Hersteller diesen Ablauf:
- Trockene Oberfläche. Das Mittel kommt auf das trockene Verdeck, deshalb liegt dieser Schritt nach der Wäsche und nach der Trockenzeit.
- Gleichmäßig aufsprühen, nur auf die grünen Bereiche.
- Mindestens 24 Stunden einwirken lassen. Über 10 °C wirkt es laut Mellerud schnell, bei kühlerem Wetter deutlich langsamer. Das Auto sollte in dieser Zeit trocken stehen, also Garage, Carport oder eine sichere Wetterlage.
- Nicht abspülen. Hartnäckige Reste danach abbürsten. Mellerud nennt dafür eine harte Bürste, am Verdeck bleibt es bei der weichen, sonst leidet der Oberstoff.
Drei Vorsichtsregeln gehören dazu. Erstens an einer verdeckten Stelle testen, etwa am hinteren Rand nahe dem Verdeckkasten, und 24 Stunden später auf Farbveränderung prüfen. Zweitens Sprühnebel auf Lack und Scheiben sofort mit einem feuchten Tuch abnehmen, Mellerud nennt als Materialien Stein, Holz, Glas, Kunststoff, Beton und Keramik, Autolack gehört nicht dazu. Drittens den Hinweis auf dem Etikett ernst nehmen: Das Mittel ist schädlich für Wasserorganismen. Das Auto steht zum Behandeln deshalb auf einer Fläche, von der nichts in Beet oder Gully läuft.
Chlorhaltige Mittel gehören nicht aufs Verdeck, auch wenn sie im Baumarktregal direkt neben den Algenentfernern stehen und auf Pflaster schnell wirken. Der Verdeckhersteller Speed & Sport betont sogar, dass schon das Wasser zum Reinigen nicht chlorhaltig sein darf.
Was der Stoff nicht verträgt
| Was | Warum es schadet | Quelle |
|---|---|---|
| Hochdruckstrahl | löst die Imprägnierung, raut den Oberstoff auf, drückt Wasser in Nähte | ADAC, Speed & Sport |
| Fleckenentferner für den Haushalt | auf Kleidung und Polster abgestimmt, auf beschichtetem Verdeckgewebe drohen Farbränder | ADAC |
| Chlor, chlorhaltiges Wasser | kann Farbe und Gewebe angreifen | Speed & Sport |
| Wachsprogramm in der Waschanlage | Wachs ist für Lack gedacht und bleibt im Gewebe als Film zurück | Speed & Sport |
| harte Kunststoff- oder Drahtbürsten | reißen Fasern aus dem Oberstoff | ADAC und CK-Cabrio nennen weiche Bürsten |
| Reiniger in praller Sonne | trocknet an und hinterlässt Ränder | SONAX |
| Falten im nassen Zustand | Stockflecken durch Schimmel im Verdeckpaket | ADAC |
Beim Vogelkot empfiehlt Speed & Sport übrigens den umgekehrten Weg zum Lack: eintrocknen lassen und dann mit der weichen Bürste abnehmen. Nass verreibt man ihn nur tiefer ins Gewebe.
Hochdruckreiniger und Waschanlage
Der Hochdruckreiniger bleibt beim Cabrio ein gutes Werkzeug für Karosserie, Felgen und Radkästen. Das Stoffdach bekommt ihn nicht. Der ADAC formuliert es knapp: Keinesfalls sollte man den Hochdruckstrahler nahe aufs Verdeck richten. Speed & Sport, ein Hersteller von Cabrio-Verdecken, schreibt: Das Verdeck darf auf keinen Fall mit einem Hochdruckreiniger gereinigt werden.
Zum Nassmachen und Spülen genügt ein Gartenschlauch mit Brause, mehr Druck braucht der Stoff an keiner Stelle. Wer die Karosserie mit dem Hochdruckreiniger wäscht, führt den Strahl an den Verdeckkanten flach weg vom Stoff und hält Abstand zu den Dichtungen der Seitenscheiben. Welche Abstände und Düsen am restlichen Auto gelten, steht im Ratgeber Auto von Hand waschen.
Die Waschanlage ist für viele Verdecke erlaubt, beansprucht den Stoff aber stärker als die Handwäsche. Manche Anlagen bieten laut ADAC Cabrio-Programme mit geringerem Anpressdruck der Bürsten. Einen eingewachsenen Algenfilm löst auch das schonendste Programm nicht, dafür braucht es Reiniger, Einwirkzeit und die Bürste von Hand.
Imprägnieren nach der Reinigung
Nach einer gründlichen Wäsche mit Reiniger und Bürste ist der Oberstoff offener als vorher. Eine Imprägnierung lässt Wasser wieder abperlen, und ein Verdeck, auf dem Wasser abperlt, trocknet schneller. Das ist der beste Schutz gegen den nächsten Algenfilm.
Ob eine Imprägnierung nötig ist, sehen die Fachleute unterschiedlich. Der ADAC hält ein gelegentliches Nachimprägnieren bei Textilverdecken für sinnvoll. Der Verdeckhersteller CK-Cabrio ist der Ansicht, dass ein Stoffverdeck im Prinzip keine Pflege braucht, weil die Stoffe werkseitig behandelt sind. Ein einfacher Test löst den Widerspruch für dein Auto: Etwas Wasser auf das trockene Verdeck gießen. Perlt es in Tropfen ab, reicht der vorhandene Schutz. Zieht es dunkel ein, ist eine Imprägnierung fällig.
Für die SONAX Cabrioverdeck+Textil-Imprägnierung* nennt der Hersteller diese Punkte:
- Verdeck vorher reinigen, gründlich spülen und vollständig trocknen lassen.
- Mittel auf den Schwamm geben und gleichmäßig verteilen, bei Bedarf nach kurzer Zwischentrocknung ein zweites Mal.
- Nicht auf Lack und Kunststoff auftragen, Heckscheibe und Karosseriekanten also abdecken.
- Ideal sind 20 bis 30 °C, nicht auf heißen Oberflächen arbeiten.
- Das Verdeck darf rund eine Stunde danach nicht nass werden. Der ADAC ergänzt, dass die Imprägnierung vor dem ersten Regen oder der nächsten Wäsche vollständig getrocknet sein muss.
Damit der Belag nicht wiederkommt
Der Algenfilm kommt zurück, sobald die Bedingungen wieder stimmen. Du kannst sie aber deutlich verschlechtern:
Parkplatz wählen. Ein Stellplatz unter Bäumen liefert Schatten, Tropfwasser, Blütenstaub und Harz auf einmal. Wer die Wahl hat, parkt das Cabrio frei oder unter einem Carport.
Mulden und Kanten frei halten. Nadeln und Laub in den Mulden und an der hinteren Kante halten Wasser fest. Regelmäßiges trockenes Abbürsten oder Absaugen nimmt den Algen die Nahrung.
Nach Regen erst trocknen lassen. Das Verdeck wird erst geöffnet, wenn es trocken ist. Das schützt vor Stockflecken im Verdeckpaket und verkürzt die nasse Zeit auf dem Stoff.
Wasserabläufe prüfen. Bei vielen Cabrios führen Ablaufschläuche das Wasser aus dem Verdeckkasten ab. Sind sie zugesetzt, steht das Wasser an der hinteren Kante, und dort beginnt der Belag besonders gern.
Imprägnierung erneuern, sobald der Wassertest zeigt, dass Wasser einzieht. Wie oft das nötig ist, hängt vom Stoff, vom Stellplatz und von der Zahl der Wäschen ab.
Wann der Sattler die bessere Adresse ist
Die Reinigung von Hand kommt an eine Grenze, wenn der Stoff selbst Schaden genommen hat. Anzeichen dafür sind aufgeraute, glänzende Scheuerstellen an den Spriegeln, offene Nähte, eine wellige oder blasige Oberfläche, die auf eine gelöste Gummierung hindeutet, oder dunkle Flecken, die nach zwei Durchgängen mit Algenmittel unverändert bleiben. Dann hilft eine professionelle Verdeckaufbereitung oder ein Blick vom Autosattler, der beurteilen kann, ob sich Reinigung und Imprägnierung noch lohnen oder der Stoff ersetzt werden sollte.
Ganz ähnlich verhält es sich übrigens beim Wohnwagen, dessen Aufbau ebenfalls empfindlicher ist als ein Autolack. Wie dort mit Dichtungen, Acrylglas und Regenstreifen umgegangen wird, erklärt der Ratgeber Wohnwagen außen reinigen.
Fazit: Bürste in Stoffrichtung, Chemie mit Geduld
Moos und Algen auf dem Cabrio-Verdeck gehen zuverlässig weg, wenn du dem Stoff gibst, was er verträgt: trocken vorbürsten, mit Verdeckreiniger waschen, weich in Stoffrichtung bürsten, gründlich spülen. Was danach noch grün schimmert, bekommt am trockenen Verdeck ein Algenmittel mit Freigabe für Cabrioverdecke und 24 Stunden Zeit.
Der Hochdruckreiniger, Chlor und Haushalts-Fleckenentferner bleiben dem Stoff fern. Eine frische Imprägnierung und ein Stellplatz, an dem das Dach abtrocknen kann, sorgen dafür, dass die nächste Runde erst nach Jahren fällig wird. Den Hochdruckreiniger setzt du dafür an der Karosserie ein: Wie das mit dem richtigen Druck gelingt, zeigt der Ratgeber Wie viel bar braucht ein Hochdruckreiniger.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich Moos vom Cabrio-Verdeck?
Zuerst trocken mit einer weichen Naturhaarbürste in Richtung der Stoffstruktur abbürsten, damit lose Polster, Nadeln und Blütenstaub herauskommen. Danach das Verdeck nass machen, einen Verdeckreiniger oder Feinwaschmittel mit dem Schwamm einmassieren, grüne Stellen mit der weichen Bürste nacharbeiten und gründlich mit klarem Wasser spülen. Was nach zwei Durchgängen bleibt, behandelst du am trockenen Verdeck mit einem Algenmittel, das der Hersteller für Cabrioverdecke freigibt.
Was hilft gegen Grünspan auf dem Cabrioverdeck?
Das, was am Verdeck Grünspan genannt wird, ist fast immer ein Algenfilm im Gewebe. Echter Grünspan ist ein Korrosionsprodukt von Kupfer und kommt auf Stoff praktisch nicht vor. Deshalb hilft derselbe Ablauf wie gegen Algen: vorbürsten, mit Verdeckreiniger waschen, klar spülen und hartnäckige Reste mit einem Algenmittel behandeln, das für Cabrioverdecke vorgesehen ist.
Darf man das Cabrio-Verdeck mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein. Der ADAC schreibt, man solle den Hochdruckstrahler keinesfalls nahe aufs Verdeck richten, der Verdeckhersteller Speed & Sport schließt ihn ganz aus. Der Strahl löst die Imprägnierung, raut den Oberstoff auf und drückt Wasser in Nähte und Kederränder. Für Karosserie, Felgen und Radkästen bleibt der Hochdruckreiniger das richtige Werkzeug, das Stoffdach bekommt Schlauch, Schwamm und Bürste.
Welcher Grünbelagentferner eignet sich fürs Cabrio-Verdeck?
Einer, den der Hersteller ausdrücklich für Cabrioverdecke nennt und der ohne Chlor arbeitet. Mellerud führt Cabrioverdecke beim Algen & Grünbelag Vernichter in der 0,5-Liter-Sprühflasche als Einsatzgebiet auf: auf das trockene Verdeck sprühen, mindestens 24 Stunden wirken lassen, nicht abspülen und die Reste danach abbürsten. Chlorhaltige Steinreiniger gehören nicht auf den Stoff, der Verdeckhersteller Speed & Sport warnt schon vor chlorhaltigem Wasser.
Muss man das Verdeck nach dem Reinigen imprägnieren?
Es ist sinnvoll, weil Wasser danach abperlt und das Verdeck schneller trocknet, und genau das bremst den nächsten Algenfilm. Der ADAC hält ein gelegentliches Nachimprägnieren von Textilverdecken für sinnvoll, einzelne Verdeckhersteller sehen bei werkseitig behandelten Stoffen keinen Bedarf. Ein einfacher Test entscheidet: Perlt Wasser ab, reicht der Schutz noch; zieht es dunkel in den Stoff ein, ist eine neue Imprägnierung fällig.
Warum wird das Cabrio-Verdeck grün?
Weil Algen dort wachsen, wo Licht, Feuchtigkeit und ein paar Nährstoffe zusammenkommen, und ein Stoffverdeck alle drei liefert. Die wasserdichte Gummischicht in der Mitte des Stoffs hält Regenwasser im Oberstoff fest, Blütenstaub und Straßenschmutz liefern die Nährstoffe. Besonders schnell wird es an Stellen grün, die lange nass bleiben: in den Mulden zwischen den Spriegeln, an Nähten und am Rand der Heckscheibe, und bei Autos, die dauerhaft unter Bäumen oder im Schatten stehen.
Darf ein Cabrio mit Stoffverdeck in die Waschanlage?
Meistens ja, der Stoff wird dabei aber stärker beansprucht als bei der Handwäsche. Der ADAC verweist auf Cabrio-Programme mancher Anlagen, bei denen die Bürsten mit geringerem Anpressdruck arbeiten. Das Wachsprogramm bleibt laut Speed & Sport tabu, Wachs ist für Lack gedacht. Einen vorhandenen Algenbelag löst die Waschanlage ohnehin kaum, dafür braucht es Reiniger und Bürste von Hand.
Kann ich ein Kunststoffverdeck genauso reinigen?
Weitgehend ja. Kunststoffverdecke bestehen aus einer PVC-Oberschicht auf einem Trägergewebe, Algen sitzen dort eher in der Narbung als im Gewebe. Der SONAX CabrioverdeckReiniger ist laut Hersteller für Stoff- und Kunststoffverdecke gedacht, der ADAC weist darauf hin, dass es für beide Materialien auch getrennte Produkte gibt. Die Textil-Imprägnierung gehört dagegen nur auf Stoff, SONAX schließt Lack und Kunststoff dafür aus.