Orange bis rostrote Schleier am Sockel, unter dem Fensterbrett oder auf einer ganzen Wandseite: Viele denken zuerst an Rost oder an eine Farbe, die durchschlägt. Meist wächst dort eine Alge, die ihr Grün hinter einem roten Farbstoff versteckt. Dieser Artikel zeigt, was die Beläge sind, wie du sie von ihren zwei häufigsten Doppelgängern unterscheidest und in welcher Reihenfolge du sie von der Wand bekommst.
Was die roten Flecken an der Wand sind
Der Name führt in die Irre. Die rötlichen Beläge an Hauswänden stammen fast immer von Grünalgen der Gattung Trentepohlia, am häufigsten von Trentepohlia aurea, der Goldenen Schuppengrünalge. Zu den Rotalgen, die vor allem im Meer leben, gehören sie nicht.
Die Farbe entsteht durch Carotinoide, dieselbe Farbstoffgruppe, die auch Möhren färbt. Die Alge lagert sie in großen Mengen in ihren Zellen ein, bis das Grün des Chlorophylls darunter verschwindet. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik beschreibt die orangerote Luftalge im Merkblatt zum mikrobiellen Bewuchs als verzweigte Grünalge, die weltweit an Gebäuden zu finden ist, und nennt die Speicherung der Carotinoide in orangen Körnchen einen Schutz vor zu starker Einstrahlung.
Dasselbe Merkblatt ordnet die Farbe ein: Die auf Fassaden häufigste Gruppe sind die Grünalgen, und je nach Art reichen ihre Beläge von Grün bis zu orange-rötlichen Färbungen. Rote und grüne Beläge sind also enge Verwandte, oft wachsen beide an derselben Wand.
Trentepohlia besiedelt auch Baumrinde, Felsen und Mauern. Die Arbeitsgemeinschaft Neue Baumpflege beschreibt die roten Überzüge an Stämmen als harmlosen Algenbelag, der sich bei kühl-feuchter Witterung massenhaft vermehrt und bei Wärme und Trockenheit wieder abnimmt. Eine verwandte Art, Trentepohlia jolithus, heißt im Volksmund sogar Veilchenstein, weil sie im nassen Zustand nach Veilchen duftet.
Rote Algen, Flechte oder Rost: die Unterscheidung
Bevor ein Mittel an die Wand kommt, lohnt der genaue Blick. Drei Beläge sehen aus der Entfernung ähnlich rot aus und verlangen völlig unterschiedliche Behandlungen.

| Merkmal | Rote Algen | Flechte | Rost |
|---|---|---|---|
| Form | flächiger, wolkiger Schleier | einzelne Rosetten oder Krusten mit klarem Rand | schmaler Streifen, der nach unten ausläuft |
| Farbe | orange bis rostrot, oft neben grünen Zonen | gelb bis kräftig orange, auch grau oder schwarz | rotbraun |
| Lage | wo Wasser läuft oder lange steht: Sockel, unter Fensterbänken, Wetterseite | exponierte Stellen, wächst über Jahre | beginnt immer an einem Metallteil |
| Wischprobe mit nassem Tuch | färbt das Tuch, Belag löst sich teilweise | haftet fest, das Tuch bleibt fast sauber | lässt sich nicht abwischen |
| Schaden am Putz | laut Merkblatt nicht bekannt | im Einzelfall möglich | Rostfahne im Anstrich, Ursache ist das Metallteil |
| Was hilft | reinigen, Algenmittel, Feuchte beheben | Mittel mit Flechten-Angabe, Reste abbürsten | Metallteil sanieren, Rostentferner passend zum Putz |
Flechten sind eine Lebensgemeinschaft aus einem Pilz und einer oder mehreren Algen. Laut Merkblatt kommen sie auf Fassaden wesentlich seltener vor als Algen und Pilze, bilden krustige, blatt- oder strauchartige Formen und sind oft kräftig orange, rot oder gelb gefärbt. Die bekannteste ist die Gelbflechte, die als leuchtend gelb-orange Rosette auf Putz, Mauern und Baumrinde sitzt. Weil sich eine Flechte über Jahre fest verankert, kann sie im Einzelfall Beschichtung und Putz schädigen.
Rost ist schnell erkannt, sobald man den Streifen nach oben verfolgt: Am oberen Ende sitzt ein Geländeranker, ein Dübel, ein Rinnenhalter oder eine Schraube. Algenmittel bewirken hier nichts. Der Fleck kommt wieder, solange das Metallteil weiter rostet.
Warum die Wand rot wird: Feuchte ist der Auslöser
Algen brauchen Licht, Wasser, Kohlendioxid aus der Luft und ein paar Spurenelemente. Licht und Luft sind an jeder Fassade da, Spurenelemente liefert der Staub. Über Befall oder Sauberkeit entscheidet deshalb fast allein die Frage, wie lange die Oberfläche feucht bleibt. Das Merkblatt formuliert es als Planungsregel: „Was trocken bleibt, bleibt algen- und pilzfrei.“
Die wichtigsten Feuchtequellen an einer Hauswand:
Tauwasser. Eine Fassade kühlt nachts unter die Lufttemperatur ab. Fällt sie unter den Taupunkt, schlägt sich Feuchte auf der Oberfläche nieder. Gedämmte Wände sind davon stärker betroffen, weil kaum Wärme aus dem Haus nach außen dringt und die Oberfläche langsamer abtrocknet. Dünne Putzschichten kühlen dabei schneller aus als dicke, die mehr Wärme speichern.
Schlagregen und Wasserführung. Regen, der mit Wind gegen die Wand treibt, erhöht den Feuchteeintrag deutlich. Dazu kommen Details, an denen Wasser über die Fassade läuft: undichte Dachrinnen, Fensterbänke ohne ausreichenden Überstand, fehlende Tropfkanten, Mauerabdeckungen.
Spritzwasser und Pflanzen. Am Sockel spritzt Regen vom Boden zurück an die Wand. Sträucher, Beete und Kletterpflanzen direkt an der Fassade halten die Luft feucht und nehmen Licht und Wind, die sonst trocknen würden.
Lage und Klima. Häuser in der Nähe von Gewässern, in Nebellagen oder auf dem Land sind stärker betroffen als Fassaden in der trockeneren, wärmeren Innenstadt. Feuchtwarme Winter fördern den Bewuchs, in trockenen Jahren beobachten die Verbände einen Rückgang an bereits befallenen Wänden.
Das Merkblatt nennt außerdem einen Grund, warum Algen an Fassaden heute häufiger sind als vor einigen Jahrzehnten: die sauberere Luft. Der saure Regen hat Algen in Europa lange unterdrückt, erst Rauchgasentschwefelung und das Ende der Kohlefeuerung haben die Lebensbedingungen verbessert.
Ist der Belag schädlich?
Für die Fassade selbst gibt das Merkblatt Entwarnung: Eine Schädigung der Oberfläche durch reinen Algenbewuchs ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht bekannt. Der Grund liegt in der Ernährung. Algen erzeugen ihren Kohlenstoff über die Fotosynthese selbst und müssen ihn nicht aus Putz oder Farbe gewinnen.
Das gilt für Algen allein. Pilze, die oft gemeinsam mit Algen auftreten und als schwarze Verfärbung sichtbar werden, bauen organische Stoffe ab, eine Schädigung der Beschichtung ist laut Merkblatt theoretisch möglich, in der Praxis an Fassaden aber nicht bekannt. Bei Flechten und größeren Moospolstern sind Schäden an Beschichtung und Putz dagegen im Einzelfall möglich.
Der rote Belag ist trotzdem ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Er zeigt, dass die Wand an dieser Stelle lange nass bleibt. Wer die Quelle findet, etwa eine tropfende Rinne oder eine zu kurze Fensterbank, schützt die Fassade vor Folgeschäden, die mit Algen nichts mehr zu tun haben.
Rote Algen entfernen: der Ablauf
Die Verbände beschreiben im Merkblatt eine feste Reihenfolge für befallene Flächen. Für eine Hauswand in Eigenregie sieht sie so aus:
- Bestandsaufnahme. Wo sitzt der Belag, und woher kommt die Feuchte an genau dieser Stelle? Bauliche Ursachen wie undichte Rinnen gehören vor der Reinigung behoben, sonst ist die Arbeit nach einer Saison verloren.
- Wischprobe. Algen, Flechte oder Rost? Nur bei den ersten beiden geht es mit diesem Ablauf weiter.
- Reinigen. Das Merkblatt nennt Hochdruckreinigung oder nasses Abbürsten. Welche Methode passt, entscheidet der Wandaufbau (siehe Tabelle unten). Kleine Stellen am Sockel lassen sich laut Merkblatt oft schon mit Wasser und weicher Bürste entfernen.
- Rund 24 Stunden trocknen lassen. Das Algenmittel wirkt auf trockener Fläche besser und wird nicht verdünnt.
- Algenmittel auftragen, nach Herstellerangabe und mit algizidem und fungizidem Wirkstoff, wie es das Merkblatt nennt. Einwirk- und Trockenzeit einhalten. Ob das Mittel danach abgespült wird oder auf der Wand bleibt, steht auf dem Etikett.
- Streichen, wenn renoviert wird. Soll die Fassade ohnehin neu gestrichen werden, folgt laut Merkblatt eine mindestens zweifache Beschichtung mit Fassadenfarbe nach Herstellerangabe.
| Wandaufbau | Reinigung | Worauf achten |
|---|---|---|
| Kalk- oder Zementputz, stabil | Flachstrahldüse, rund 80 bis 100 bar | vorher Klopftest, Hohlstellen aussparen |
| Wärmedämmverbundsystem | weiche Bürste, Reiniger, Wasser mit wenig Druck | kein harter Strahl, Wasser dringt über Risse ein |
| Kunstharzputz | weiche Bürste und Reiniger | wie WDVS: kein freier Strahl |
| Klinker und Sichtmauerwerk | Hochdruck möglich, Fugen schonen | Fugen vorher prüfen, ausgewaschene Fugen nachverfugen |
| Holzfassade | weiche Bürste, bei Hochdruck geringer Druck | Nadelholz verträgt deutlich weniger als Hartholz |
Die Druckwerte, Abstände und den Klopftest erklärt der Ratgeber Fassade reinigen mit Hochdruckreiniger im Detail. Der wichtigste Punkt vorab: Ob die Wand gedämmt ist, zeigt oft schon die Fensterlaibung, eine ungewöhnlich tiefe Laibung spricht deutlich für ein Dämmsystem.
Das Waschwasser gehört nicht ins Beet. Das Merkblatt weist ausdrücklich darauf hin, Reinigungswasser aufzufangen und so zu entsorgen, dass keine Stoffe ins Erdreich gelangen. Das betrifft vor allem das Algenmittel: Die Produkte sind in der Regel als schädlich für Wasserorganismen gekennzeichnet. Beete am Sockel deckst du deshalb mit Folie ab und leitest das Wasser dorthin, wo es in die Schmutzwasserleitung kann.
Welches Mittel gegen rote Algen hilft
Gegen Trentepohlia wirken dieselben Algenmittel wie gegen grünen Belag, die Alge ist ja eine Grünalge. Wichtig sind drei Punkte beim Kauf.
Freigabe für Fassaden. Viele Grünbelagentferner sind für Wege und Terrassen ausgelegt. Für die Hauswand braucht es ein Mittel, das der Hersteller ausdrücklich für Putz, Mauerwerk oder Fassade nennt.
Algen und Flechten auf dem Etikett. Grünbelagentferner sind als Biozide für Algen und Flechten vorgesehen. Wer an derselben Wand auch Flechten entdeckt hat, prüft, ob sie in der Anwendungsliste stehen.
Die Nummer auf der Flasche. Zugelassene Biozidprodukte tragen eine Zulassungsnummer, andere nur eine Registriernummer aus dem Übergangsverfahren. Was das bedeutet und welche Mittel welche Nummer tragen, zeigt der Grünbelagentferner-Vergleich.
Hausmittel wie Soda oder Essig spielen an der Fassade eine Nebenrolle, für Essig gelten zudem enge rechtliche Grenzen. Was Hausmittel gegen Belag wirklich leisten, steht im Ratgeber Grünbelag entfernen mit Hausmitteln.
Neue Fassade schon rot: Ist das ein Mangel?
Die Frage stellt sich bei Neubauten und frisch gedämmten Häusern besonders oft, weil gerade gedämmte Wände anfällig sind. Die Antwort ist umstritten.
Das Merkblatt der Verbände vertritt eine klare Linie: Algen- und Pilzbefall ist juristisch kein Mangel, er gilt als natürliche Alterung, Verschmutzung und Abnutzung, vergleichbar mit Moos auf einer neuen Pflastereinfahrt. Ein Mangel liegt erst dann vor, wenn der Bewuchs auf einen baulichen Fehler zurückgeht, etwa auf Wasserläufe durch fehlerhafte Anschlüsse oder eine falsch geplante Entwässerung.
Die Rechtsprechung folgt dem nur teilweise. Das Merkblatt selbst nennt Entscheidungen des OLG Frankfurt und des OLG München, die Bewuchs innerhalb der Gewährleistungszeit als Mangel gewertet haben, und das LG Darmstadt mit der gegenteiligen Auffassung. Wichtig ist außerdem die Aufklärungspflicht: Hat der Fachbetrieb nicht darauf hingewiesen, dass Bewuchs möglich ist, kann ein Anspruch entstehen, auch wenn der Bewuchs selbst nicht als Mangel gilt.
Praktisch heißt das: Bei einer jungen Fassade mit auffälligem Befall zuerst die Details prüfen lassen. Die Norm für Außenputze (DIN EN 13914-1) verlangt für Tropfkanten einen Überstand von mindestens 40 Millimetern zum Putz, das Merkblatt überträgt das Maß auch auf Fensterbänke und sonstige Abdeckungen. Liegt dort der Fehler, ist das ein Ansatzpunkt, der über die Algen hinausreicht.
Damit die Wand nicht wieder rot wird
Einen dauerhaften Schutz gegen Bewuchs gibt es nicht, das schreibt das Merkblatt in aller Deutlichkeit. Die Abstände zwischen zwei Reinigungen lassen sich aber stark verlängern:
- Wasser von der Wand fernhalten: Dachrinnen und Fallrohre sauber halten, undichte Stellen reparieren, Fensterbänke und Abdeckungen mit ausreichendem Überstand und Tropfkante.
- Pflanzen auf Abstand: Sträucher und Bäume zurückschneiden, Beete nicht bis an die Fassade führen, Äste und Blätter dürfen die Wand nicht berühren.
- Spritzwasser bremsen: Ein Kiesstreifen am Sockel und ein Gefälle der Pflasterflächen vom Haus weg halten den Sockel trockener.
- Früh reinigen: Erste Anzeichen lassen sich laut Merkblatt mit nassem Abwaschen und schonendem Abbürsten entfernen. Wer den Anfangsbewuchs liegen lässt, braucht später fast immer Chemie.
- Regelmäßig kontrollieren: Die Verbände halten eine Pflege und Kontrolle alle ein bis zwei Jahre für ausreichend, an exponierten Stellen öfter.
- Beim Streichen das System wählen: Fassadenfarben gibt es mit und ohne bioziden Filmschutz. Die Wirkstoffe werden mit der Zeit ausgewaschen, das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb umweltfreundliche Beschichtungen oder, wo Biozide unvermeidbar sind, verkapselte Wirkstoffe. Stark alkalische Systeme auf Kalk-, Zement- oder Silikatbasis schützen ebenfalls, ihre Wirkung lässt aber mit der Zeit nach.
Wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist
Einen Sockelstreifen oder die Fläche unter einem Fensterbrett schaffst du gut selbst. Den Fachbetrieb brauchst du, wenn die befallene Fläche nur vom Gerüst oder der Hubarbeitsbühne erreichbar ist, wenn die Fassade gedämmt ist und großflächig gereinigt werden soll oder wenn ohnehin ein Anstrich ansteht. Fassadenbetriebe arbeiten auf gedämmten Wänden mit Verfahren, bei denen das Mittel drucklos aufgetragen und mit sehr wenig Druck abgespült wird. Grobe Preise für eine Fassadenreinigung vom Profi stehen im oben verlinkten Fassaden-Ratgeber.
Fazit: erst prüfen, dann reinigen, dann trocken halten
Rote Algen an der Hauswand sind Grünalgen mit orangem Farbstoff, für den Putz nach heutigem Wissen harmlos und ein deutliches Zeichen für eine Wand, die zu lange nass bleibt. Bevor ein Mittel an die Fassade kommt, klärt die Wischprobe, ob Algen, eine Flechte oder Rost vor dir sind.
Bei Algen gilt die Reihenfolge der Verbände: Ursache beheben, reinigen, 24 Stunden trocknen, Algenmittel einwirken lassen, bei einer Renovierung zweimal streichen. Auf gedämmten Wänden übernimmt die weiche Bürste die Arbeit des Strahls. Und weil die Algen wiederkommen, sobald die Wand wieder lange feucht ist, bringt eine reparierte Dachrinne oder ein zurückgeschnittener Strauch oft mehr als jede zweite Reinigung.
Häufige Fragen
Was sind rote Algen an der Hauswand?
Meist Grünalgen der Gattung Trentepohlia, etwa Trentepohlia aurea. Sie lagern große Mengen Carotinoide ein, die das Grün des Chlorophylls überdecken und die Alge vor zu starker Einstrahlung schützen. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik beschreibt Trentepohlia aurea als verzweigte Grünalge, die weltweit an Gebäuden zu finden ist. Mit den Rotalgen aus dem Meer haben die Beläge nichts zu tun.
Sind rote Algen an der Fassade schädlich?
Für Putz und Anstrich nach heutigem Wissen nicht. Das Merkblatt der Putz- und Farbenverbände, erarbeitet mit dem Fraunhofer IBP, schreibt, dass eine Schädigung der Fassadenoberfläche durch reinen Algenbewuchs nicht bekannt ist, weil Algen ihren Kohlenstoff über die Fotosynthese gewinnen. Der Belag ist damit vor allem ein optisches Problem und ein Hinweis darauf, dass die Wand lange feucht bleibt. Anders sieht es bei Flechten und Moospolstern aus, die im Einzelfall Beschichtung und Putz schädigen können.
Wie entferne ich rote Algen von der Fassade?
Zuerst die Ursache der Feuchte beheben, dann den Belag nass abbürsten oder mit wenig Druck abwaschen. Nach rund 24 Stunden Trocknung wird ein Reiniger mit algizidem Wirkstoff nach Herstellerangabe aufgetragen und einwirken gelassen. Bei einer Renovierung folgt laut Merkblatt ein mindestens zweifacher Anstrich mit Fassadenfarbe. Kleine Stellen am Sockel lassen sich oft schon mit Wasser und weicher Bürste entfernen.
Kann ich rote Algen mit dem Hochdruckreiniger entfernen?
Auf stabilem Kalk- oder Zementputz ja, mit Flachstrahldüse, rund 80 bis 100 bar und genug Abstand. Auf Wärmedämmverbundsystemen und Kunstharzputz gehört der Belag unter die weiche Bürste, weil der Strahl Wasser über feine Risse in die Armierungsschicht drückt. Der Hochdruckreiniger holt den sichtbaren Belag herunter, Reste in den Poren erfasst erst das Algenmittel danach.
Wie unterscheide ich rote Algen von Rost?
Am Verlauf und an der Wischprobe. Rost beginnt immer an einem Metallteil, etwa einem Geländeranker, einer Schraube oder einem Rinnenhalter, und läuft als schmaler Streifen nach unten. Er lässt sich mit einem nassen Tuch nicht abwischen. Rote Algen bilden dagegen flächige, wolkige Schleier dort, wo Wasser über die Wand läuft oder lange steht, und färben ein nasses Tuch beim Abreiben.
Warum kommen die roten Algen immer wieder?
Weil die Bedingungen bleiben, unter denen sie gewachsen sind. Die Verbände fassen es in einem Satz zusammen: Was trocken bleibt, bleibt algen- und pilzfrei. Solange Tauwasser, eine undichte Dachrinne, Spritzwasser oder Sträucher an der Wand für Feuchte sorgen, besiedeln die Algen die gereinigte Fläche erneut. Einen dauerhaften Schutz gegen Bewuchs gibt es laut Merkblatt nicht, regelmäßige Pflege verlängert die Abstände aber deutlich.
Ist Algenbefall an einer neuen Fassade ein Mangel?
Das ist umstritten. Das Merkblatt der Verbände stuft Algen- und Pilzbefall als natürliche Alterung und Verschmutzung ein und damit juristisch nicht als Mangel, solange kein Planungs- oder Ausführungsfehler vorliegt. Einige Gerichte haben Bewuchs innerhalb der Gewährleistung dagegen als Mangel gewertet, genannt werden OLG Frankfurt und OLG München, das LG Darmstadt entschied anders. Bei einer neuen Fassade lohnt deshalb eine fachliche Prüfung der Details wie Tropfkanten und Wasserführung.