Fassade reinigen mit Hochdruckreiniger: Putz, Klinker, WDVS

Fassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen: welcher Untergrund wie viel bar verträgt, warum WDVS ausfällt und was der Klopftest vorher klärt.

Anwendungen Veröffentlicht am 10 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Darf man die Fassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
  2. Der Schichtaufbau entscheidet, nicht die Optik
  3. Putzfassade: das Fenster, in dem es funktioniert
  4. WDVS: warum hier Schluss ist
  5. Klinker und Sichtmauerwerk
  6. Holzfassade
  7. Grünbelag und Algen: was wirklich hilft
  8. Ablauf und Sicherheit
  9. Was es kostet
  10. Welches Gerät passt für die Fassade?
  11. Wohin mit dem Abwasser
  12. Fazit: Erst klopfen, dann entscheiden
  13. Häufige Fragen

Die Nordseite ist grün, der Sockel grau, und unter dem Dachüberstand ziehen sich schwarze Streifen herunter. Der Hochdruckreiniger im Keller wirkt wie die naheliegende Lösung, und bei einer massiven Putzwand ist er das auch. Bei einer gedämmten Fassade dagegen liegen zwischen Strahl und weicher Dämmplatte nur wenige Millimeter Putz. Dieser Artikel klärt, in welche Gruppe deine Wand gehört, welche Werte je Untergrund gelten und woran du vor dem ersten Zug erkennst, dass du besser aufhörst.

Darf man die Fassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Rechtlich spricht nichts dagegen, technisch entscheidet der Untergrund. Die Herstellerlage ist dabei erstaunlich klar: STIHL schreibt, dass sich stabile Kalk- und Zementputzfassaden ruhigen Gewissens mit Wasserdruck säubern lassen, und nennt für Hartbrandklinker bis rund 200 bar. Für Kunstharzputz und Wärmedämmverbundsysteme empfiehlt derselbe Hersteller dagegen erst einen Test an unauffälliger Stelle mit geringem Druck und bei empfindlichen Fassaden weiche Bürsten mit mildem Reiniger statt Druck.

Kärcher formuliert für die Putzfassade eine Arbeitsregel und zwei Abbruchkriterien. Die Regel: Flachstrahldüse bei 20 bis 50 Zentimetern Arbeitsabstand, damit sich der Druck über eine Fläche verteilt statt sich auf einen Punkt zu konzentrieren. Die Abbruchkriterien: Vor gedämmten Fassaden gehört ein Klopftest auf Hohlstellen, und bei losem Putz, Rissbildung oder abblätternder Farbe wird die Arbeit eingestellt.

Damit sortieren sich die Hausfassaden in drei Gruppen, und die Zuordnung ist die eigentliche Entscheidung.

Der Schichtaufbau entscheidet, nicht die Optik

Von außen sieht eine gedämmte Putzfassade genauso aus wie eine massive. Der Unterschied sitzt in der Dicke der Schicht, die den Strahl aushalten muss.

Drei Wandquerschnitte übereinander, außen jeweils links. Erstens massiver Putz auf Mauerwerk mit 15 bis 20 Millimeter Außenputz, Urteil 80 bis 100 bar nach Klopftest. Zweitens Wärmedämmverbundsystem mit nur 3 bis 5 Millimeter Oberputz, Armierungsschicht mit Gewebe, 14 bis 20 Zentimeter Dämmplatte, Kleber und Mauerwerk; durch einen Riss dringt Wasser in die Armierungsebene, eine Hohlstelle hinter dem Kleber ist markiert, Urteil kein freier Hochdruckstrahl. Drittens Verblendmauerwerk aus Klinker mit 11,5 Zentimeter Klinkerschale, 4 Zentimeter Luftschicht, Dämmung und Hintermauerwerk, eine ausgewaschene Mörtelfuge lässt Wasser in die Luftschicht, Urteil bis 200 bar bei Hartbrandklinker.
Beim massiven Putz stehen 15 bis 20 Millimeter zwischen Strahl und Mauerwerk, beim WDVS sind es nur wenige Millimeter über weicher Dämmung.

Massiver Putz auf Mauerwerk ist der robuste Fall. Der Außenputz sitzt in einer Dicke von rund 15 bis 20 Millimetern direkt auf tragendem Ziegel oder Kalksandstein. Selbst wenn der Strahl an der Oberfläche etwas Material löst, bleibt genug Schicht übrig, und darunter kommt harter Stein.

Das Wärmedämmverbundsystem ist der kritische Fall. Oberputz und Armierungsschicht ergeben zusammen oft nur sechs bis zehn Millimeter, und darunter liegt eine Dämmplatte aus EPS oder Mineralwolle, die dem Wasser praktisch nichts entgegensetzt. Kommt Feuchtigkeit über einen Riss in die Armierungsebene, zeigt sich das als Fleckenbildung und Ausblühung, im weiteren Verlauf als Abplatzung. Der zweite Effekt ist mechanisch: Wo eine Dämmplatte nicht mehr vollflächig verklebt ist, trifft der Strahl auf einen federnden Untergrund, und die Druckwelle arbeitet an der Verbindung.

Das Verblendmauerwerk aus Klinker ist der belastbarste Fall an der Steinoberfläche und zugleich der mit der klarsten Schwachstelle. Die Vormauerschale ist 11,5 Zentimeter dick, dahinter liegt eine Luftschicht. Der Klinker selbst hält viel aus, der Mörtel in den Fugen deutlich weniger. Ist er ausgewaschen, führt der Weg direkt in die Luftschicht und damit an die Dämmung.

Putzfassade: das Fenster, in dem es funktioniert

Für stabilen Kalk- oder Zementputz liegt das praktikable Fenster bei 80 bis 100 bar. Wichtiger als der genaue Wert ist die Art, wie du dorthin kommst: von unten anfangen und steigern, statt oben zu beginnen und zu hoffen.

Der Ablauf, den Kärcher für die Putzfassade beschreibt:

  1. Klopftest über die ganze Fläche. Mit dem Knöchel oder einem Holzstiel abklopfen. Satter, dumpfer Klang bedeutet fester Putz, hohler Klang bedeutet abgelöste Schicht.
  2. Sichtprüfung auf Abbruchkriterien. Risse, Netzrissbildung, lose Brocken, abblätternde Farbe. Findest du davon etwas, wird die Fläche nicht gestrahlt.
  3. Reiniger dosiert auftragen. Kärcher nennt für die Profi-Anwendung alkalische Reinigungsgele, weil sie besser an der senkrechten Fläche haften. Wichtig: nicht in praller Hitze auftragen, sonst trocknet das Mittel vorzeitig an.
  4. Von oben nach unten arbeiten. Diese Reihenfolge verhindert, dass Schmutzwasser Schlieren über bereits gereinigte Flächen zieht.
  5. Nie auf einer Stelle verweilen. Längerer Kontakt an einem Punkt kostet Material und Farbe.
  6. Klar nachspülen und das Abwasser fassen. Kärcher weist ausdrücklich darauf hin, das Reinigungsabwasser entsprechend den örtlichen Vorschriften aufzufangen.

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Ein Anstrich auf Putz ist eine eigene Schicht mit eigener Haftung. Ältere Dispersionsanstriche lösen sich unter Wasserdruck oft flächig ab, auch wenn der Putz darunter fest sitzt. Dann steht am Ende ein Anstrich an, der vorher nicht geplant war. Ein Testfeld an einer Seitenwand klärt das vorab.

WDVS: warum hier Schluss ist

Beim Wärmedämmverbundsystem geht es weniger um die bar-Zahl als um das System dahinter. Selbst moderate Drücke bringen Wasser über feine Risse in die Armierungsebene, und dort bleibt es. Die Armierungsschicht ist mit Gewebe bewehrt und soll Spannungen aufnehmen, sie ist keine Sperrschicht gegen stehendes Wasser.

Was daraus folgt, zeigt sich zeitversetzt: Flecken, die nach Wochen durchschlagen, weiße Ausblühungen an der Oberfläche, im Winter Abplatzungen, wenn eingeschlossene Feuchtigkeit gefriert. Zwischen Reinigung und Schaden liegen dabei oft Monate, weshalb der Zusammenhang gern übersehen wird.

Die praktikablen Wege bei WDVS:

  • Weiche Bürste mit mildem Reiniger. Kärcher nennt Bürsten mit weichen Borsten ausdrücklich für den Fall eines vorhandenen Wärmedämmverbundsystems. STIHL empfiehlt dieselbe Kombination für empfindliche Fassaden.
  • Niederdruck und Einwirkzeit. Das Mittel übernimmt die Arbeit, das Wasser spült nur ab. Weniger Druck, längere Einwirkzeit, mehrere Durchgänge.
  • Fachbetrieb mit Softwash-Verfahren. Dabei wird ein Reiniger drucklos aufgebracht, gegebenenfalls sanft gebürstet und mit sehr geringem Druck abgespült. Für gedämmte Fassaden ist das der Standardweg im Gewerbe.

Wenn du unsicher bist, ob deine Fassade gedämmt ist: Ein Blick auf die Fensterlaibung hilft. Eine ungewöhnlich tiefe Laibung von 15 Zentimetern und mehr spricht deutlich für ein aufgebrachtes Dämmsystem. Der Klopftest liefert die zweite Antwort, denn WDVS klingt großflächig leicht hohl, sobald man neben einem Dübelpunkt klopft.

Klinker und Sichtmauerwerk

Hartbrandklinker ist das dankbarste Material an der Hausfassade. STIHL nennt bis rund 200 bar als verträglich, was in der Praxis heißt: Ein normales Hausgerät bringt den Klinker nicht an seine Grenze. Weichere Ziegel und alte Handstrichziegel liegen deutlich darunter und können unter hohem Druck brechen. Eine Faustregel: Sandet der Stein beim Darüberstreichen mit der Hand, gehört er in die vorsichtige Gruppe.

Drei Punkte machen den Unterschied:

Die Fugen prüfen, bevor der Strahl kommt. Ausgewaschener oder sandender Fugenmörtel ist die eigentliche Eintrittsstelle. Bei einem zweischaligen Aufbau führt Wasser durch eine offene Fuge direkt in die Luftschicht und von dort an die Dämmung. Bröckelnde Fugen gehören vor der Reinigung neu verfugt.

Keine kreisenden Bewegungen. STIHL warnt bei Klinkerfassaden ausdrücklich davor. Kreisende Bewegungen erzeugen ungleichmäßigen Abtrag, der später als Wolkenmuster sichtbar wird.

Ausblühungen mit Verstand behandeln. Weiße Schleier auf Klinker sind meist Kalk aus dem Mörtel. Mehr Druck hilft dagegen kaum, dafür gibt es spezielle Zementschleierentferner. Säurehaltige Mittel sind auf Klinker verbreitet, sie gehören aber mit Bedacht und nie auf Kalksandstein oder Naturstein mit Kalkanteil.

Nach der Reinigung ist die Imprägnierung eine Überlegung wert. Sie reduziert die Wasseraufnahme und verzögert die Neuverschmutzung. Im Gewerbe wird sie bei Klinker oft direkt mit angeboten und schlägt mit 5 bis 20 Euro je Quadratmeter zu Buche.

Holzfassade

Für Holz nennt STIHL die konkretesten Werte am ganzen Haus: harte Hölzer wie Eiche und Robinie maximal rund 110 bar, weiche wie Fichte und Lärche rund 50 bar, dabei etwa 25 Zentimeter Abstand und ausdrücklich keine Rotationsdüse, weil sie das Holz beschädigt.

Die Mechanik ist dieselbe wie bei der Holzterrasse: Der Strahl trägt das weiche Frühholz schneller ab als das harte Sommerholz, die Oberfläche wird wellig und faserig. An der senkrechten Fassade kommt hinzu, dass Wasser hinter die Deckleisten und in die Stirnholzenden gelangt, wo es nur langsam wieder heraustrocknet. Arbeite deshalb immer in Faserrichtung, halte den Strahl leicht von oben und lass die Fassade danach gründlich durchtrocknen, bevor ein neuer Anstrich kommt. Die ausführliche Version dieser Mechanik steht im Ratgeber Terrasse reinigen mit dem Hochdruckreiniger.

Grünbelag und Algen: was wirklich hilft

Der grüne Film auf der Nordseite besteht aus Algen, Flechten und Moosen, die sich in den Poren der Oberfläche festsetzen. Ein Wasserstrahl holt den sichtbaren Bewuchs herunter und lässt die Sporen in den Poren zurück. Genau deshalb steht der Belag oft schon nach einer feuchten Saison wieder da.

Wirksam sind drei Ansätze:

Reiniger mit Einwirkzeit. Ein Fassadenreiniger löst den Belag chemisch, statt ihn abzuschlagen. STIHL nennt dafür den eigenen Stein- und Fassadenreiniger CS 100, laut Hersteller biologisch abbaubar. Auftragen, feucht halten, einwirken lassen, dann mit moderatem Druck abspülen.

Wärme. Kärcher gibt für Algen und Moos den Dampfbetrieb an: bis 155 Grad am Gerät, wobei bei zehn Zentimetern Abstand noch 60 bis 80 Grad an der Oberfläche ankommen. Für fettige Verschmutzungen nennt der Hersteller Heißwasser mit 60 bis 80 Grad. Beides setzt ein Heißwassergerät voraus und ist damit eher ein Argument für den Fachbetrieb.

Die Ursache angehen. Wo dauerhaft Feuchtigkeit steht, kommt der Bewuchs immer wieder. Überhängende Sträucher zurückschneiden, verstopfte Dachrinnen und Fallrohre freimachen, defekte Tropfkanten reparieren. Das wirkt länger als jede Reinigung.

Ein Hinweis zu Bioziden: Viele Algenentferner enthalten Wirkstoffe, die für Gewässer problematisch sind. Wo das Waschwasser ins Beet oder in einen Regenwasserkanal läuft, ist das ein echtes Thema und kein Formalismus.

Ablauf und Sicherheit

  1. Wetter prüfen. STIHL nennt es ausdrücklich: kein Arbeiten bei Regen oder auf nasser Fassade. Bedeckt und trocken ist ideal, praller Sonnenschein lässt Reiniger antrocknen.
  2. Fenster und Türen schließen, Rollladenkästen, Lüftungsgitter, Außensteckdosen und Außenleuchten abkleben. Wasser findet jede Öffnung.
  3. Klopftest und Sichtprüfung, wie oben beschrieben.
  4. Pflanzen und Möbel abdecken, den Sockelbereich freiräumen.
  5. Reiniger von unten nach oben auftragen, damit das Mittel keine Ränder über trockene Flächen zieht. Einwirkzeit einhalten, Fläche feucht halten.
  6. Von oben nach unten abspülen, in gleichmäßigen Bahnen mit Überlappung, Flachstrahldüse, konstanter Abstand.
  7. Für Höhe über Kopf einen sicheren Standplatz. Der Rückstoß der Pistole ist auf einer Leiter der unterschätzte Faktor. STIHL empfiehlt eine zweite Person als Sicherung bei Arbeiten in der Höhe. Ab dem zweiten Vollgeschoss gehört die Arbeit auf ein Gerüst oder in fremde Hände.
  8. Trocknen lassen. Massives Mauerwerk braucht nach einer nassen Reinigung gern eine Woche, bevor ein Anstrich sinnvoll ist.

Was es kostet

WegKostenZeitaufwandPasst für
Selbst mit eigenem Gerät, ErdgeschossWasser und Reiniger, ca. 20–50 €halber bis ganzer TagPutzsockel, Garagenwand, Nebengebäude
Fachbetrieb, Putzfassadeab ca. 4 €/m²Terminganze Fassade, Höhe über Erdgeschoss
Fachbetrieb, Klinkerab ca. 5 €/m²TerminSichtmauerwerk mit intakten Fugen
Fachbetrieb, Naturstein und Sandstein10–15 €/m² und mehrTerminempfindliche Oberflächen
Imprägnierung Klinker, zusätzlich5–20 €/m²im selben Durchgangnach der Reinigung
Hochdruckreinigung durch Dienstleister5–15 €/m²Terminrobuste Untergründe

Zwei Posten fehlen in fast jeder Überschlagsrechnung: Gerüst oder Hebebühne werden separat berechnet, und ein Fassadenanstrich, der nach der Reinigung fällig wird, kann den Gesamtaufwand deutlich verschieben. Wer die Reinigung ohnehin als Vorbereitung für einen Anstrich plant, hat diesen Punkt schon eingepreist.

Für die eigene Rechnung: Ein Hausgerät der 500-Liter-Klasse braucht laut Kärcher rund 500 Liter Wasser pro Stunde. Bei einem Mischpreis von etwa fünf Euro je Kubikmeter für Trink- und Abwasser kostet ein halber Arbeitstag damit rund zehn Euro Wasser.

Welches Gerät passt für die Fassade?

An der Fassade zählt die Regelbarkeit mehr als der Spitzendruck. Ein Gerät, das sich sauber auf 80 bar zurücknehmen lässt, ist an einer Putzwand deutlich mehr wert als eines, das nur volle Leistung kennt. Die zweite wichtige Ausstattung ist eine Verlängerungslanze, weil sie den Arbeitswinkel über Kopf verbessert und die Leiterarbeit reduziert.

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Der Kärcher K 4 Classic bringt mit der Vario Power Jet eine am Griff verstellbare Flachstrahldüse mit, was an einer Putzwand die passende Kombination ist. Der scheppach HCE2200 liefert 165 bar mit Reinigungsmitteltank, sodass der Fassadenreiniger direkt über das Gerät läuft. Der Parkside PHD 170 E3 deckt mit 120 bar Arbeitsdruck den Sockel- und Nebengebäudebereich günstig ab.

Für die Fassade weniger geeignet sind zwei Klassen. Akku-Mitteldruckreiniger mit 20 bis 35 bar sind für Auto und Rad gebaut, an einer vergrünten Wand fehlt ihnen die Wirkung. Am anderen Ende stehen Benzingeräte wie der scheppach HCP5000 mit 254 bar: viel Leistung für Hof und Landwirtschaft, an einer Putzfassade ein unnötiges Risiko. Wie sich die ganze Bandbreite verteilt, zeigt der Vergleich der scheppach-Hochdruckreiniger und in der Grundlage der Ratgeber Wie viel bar braucht ein Hochdruckreiniger.

Wohin mit dem Abwasser

An einer Hausfassade fallen schnell mehrere hundert Liter an, oft mit Reiniger und abgelöstem Bewuchs. Kärcher nennt das Auffangen des Reinigungsabwassers nach den örtlichen Vorschriften als eigenen Punkt im Arbeitsablauf.

Die Logik ist dieselbe wie bei allen Außenreinigungen: Auf unbefestigtem Boden versickert alles ungefiltert. Im Trennsystem läuft der Regenwasserkanal ohne Reinigungsstufe in den nächsten Bach. Nur der Mischwasserkanal führt zur Kläranlage. Welche Varianten es gibt und wie du in zehn Minuten klärst, was für deine Adresse gilt, steht ausführlich im Ratgeber Darf ich mein Auto zu Hause waschen. Dieselbe Frage stellt sich auf der Einfahrt, dort behandelt sie der Ratgeber Pflastersteine mit dem Hochdruckreiniger reinigen.

Fazit: Erst klopfen, dann entscheiden

Eine massive Putzfassade und eine Klinkerwand mit intakten Fugen kannst du selbst reinigen, mit Flachstrahldüse, 20 bis 50 Zentimetern Abstand und dem Weg von oben nach unten. Beim Wärmedämmverbundsystem endet die Eigenleistung beim Strahl, dort führt der Weg über Reiniger, weiche Bürste und wenig Druck oder über einen Fachbetrieb mit Softwash-Verfahren.

Der Klopftest ist dabei die wichtigste Minute des ganzen Projekts. Er kostet nichts, verlangt kein Werkzeug und trennt zuverlässig die Fassaden, die Wasserdruck vertragen, von denen, bei denen er einen Schaden auslöst. Wer danach noch unsicher ist, holt sich für die Erstbeurteilung einen Fachbetrieb ins Haus. Das ist immer noch günstiger als eine Armierungsschicht, die zwei Winter später abplatzt.

Häufige Fragen

Darf man die Fassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Ein Verbot gibt es nicht, entscheidend ist der Untergrund. Stabile Kalk- und Zementputzfassaden lassen sich laut STIHL mit Wasserdruck säubern, Hartbrandklinker verträgt bis rund 200 bar. Bei Wärmedämmverbundsystemen, Kunstharzputz und altem, rissigem Putz raten Hersteller vom freien Hochdruckstrahl ab. Der Klopftest vorher klärt, in welche Gruppe deine Wand gehört.

Wie viel bar für eine Putzfassade?

Für stabilen Kalk- oder Zementputz liegt das praktikable Fenster bei 80 bis 100 bar. Kärcher schreibt dazu die Flachstrahldüse und einen Arbeitsabstand von 20 bis 50 Zentimetern vor, damit sich der Druck verteilt. Fange am unteren Ende an und steigere vorsichtig, sobald du siehst, dass die Oberfläche stabil bleibt.

Kann man eine gedämmte Fassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Mit dem freien Strahl besser nicht. Beim Wärmedämmverbundsystem ist die Außenhaut aus Oberputz und Armierungsschicht zusammen nur rund sechs bis zehn Millimeter dick und liegt auf weicher Dämmung. Dringt Wasser in die Armierungsebene, entstehen Flecken, Ausblühungen und später Abplatzungen. Kärcher empfiehlt hier weiche Bürsten, STIHL den Test an unauffälliger Stelle mit geringem Druck.

Was ist der Klopftest und wie geht er?

Mit dem Knöchel oder einem Holzstiel systematisch die Wandfläche abklopfen. Fester Putz klingt satt und dumpf, abgelöster Putz klingt hohl. Kärcher verlangt den Test ausdrücklich vor dem Reinigen gedämmter Fassaden. Klingt eine Stelle hohl oder findest du Risse, lose Brocken und abblätternde Farbe, gehört die Fläche zum Fachbetrieb statt unter den Strahl.

Wie viel bar verträgt eine Klinkerfassade?

Hartbrandklinker verträgt laut STIHL bis rund 200 bar. Weichere Ziegel und alte Handstrichziegel liegen deutlich darunter und können unter hohem Druck brechen. Die eigentliche Schwachstelle ist der Mörtel in den Fugen: Ist er ausgewaschen oder sandet er, gelangt Wasser hinter die Vormauerschale.

Was kostet eine professionelle Fassadenreinigung?

Je nach Material und Verschmutzung meist 4 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Putzfassaden liegen am unteren Ende, Klinker etwas darüber, Sandstein und Naturstein höher. Bei Klinker kommt oft eine Imprägnierung dazu, die mit weiteren 5 bis 20 Euro pro Quadratmeter zu Buche schlägt. Gerüst oder Hebebühne werden separat berechnet.

Von oben nach unten oder von unten nach oben reinigen?

Von oben nach unten. Kärcher nennt das ausdrücklich für Putzfassaden, damit schmutziges Wasser keine Schlieren über bereits gereinigte Flächen zieht. Beim Auftragen des Reinigers arbeitet man umgekehrt von unten nach oben, damit das Mittel nicht über trockene Flächen läuft und dort Ränder hinterlässt.

Hilft Hochdruck gegen Algen und Grünbelag an der Fassade?

Nur begrenzt. Der Strahl entfernt den sichtbaren Belag, die Sporen bleiben in den Poren. Kärcher gibt für Algen und Moos den Dampfbetrieb bis 155 Grad an, bei dem an der Oberfläche noch 60 bis 80 Grad ankommen. Im Privatbereich führt der praktikable Weg über einen Fassadenreiniger mit Einwirkzeit und anschließendes Abspülen bei moderatem Druck.

Braucht die Fassade nach der Reinigung einen Anstrich?

Nicht zwingend, aber es ist der günstigste Moment dafür. Eine gereinigte Fläche zeigt erst, wie viel Farbe wirklich fehlt. Bei Klinker ist statt Anstrich eine Imprägnierung üblich, die Wasseraufnahme und Neuverschmutzung reduziert. Wichtig ist in beiden Fällen eine vollständige Durchtrocknung, bei massivem Mauerwerk gern eine Woche.

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