Dach reinigen mit Hochdruckreiniger: sinnvoll oder riskant?

Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger: welche Deckung was verträgt, warum der Strahlwinkel entscheidet und wo Asbest die harte Grenze zieht.

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In diesem Artikel
  1. Was auf dem Dach wächst und ob es wirklich schadet
  2. Warum der Winkel über alles entscheidet
  3. Welche Deckung was verträgt
  4. Asbest: die Grenze, die im Regelwerk steht
  5. Die Sicherheitsfrage, die den Ausschlag gibt
  6. Vom Boden aus: was die Teleskoplanze leistet
  7. Was nach der Reinigung ansteht
  8. Was es kostet
  9. Die ehrlichen Alternativen
  10. Fazit: Der Blick in die Dachrinne entscheidet
  11. Häufige Fragen

Im Frühjahr fällt es auf: Die Nordseite des Daches ist grün, in den Ziegelmulden sitzen Moospolster, an der Traufe hängt ein grauer Flechtenteppich. Der Hochdruckreiniger steht im Keller, die Leiter in der Garage, und die Sache sieht nach einem Samstag aus. Die Rechnung hat allerdings mehr Posten als gedacht, denn ein Steildach ist nur gegen Wasser dicht, das von oben nach unten läuft. Dieser Artikel klärt, was die Reinigung wirklich bringt, welche Deckung was verträgt und wo die Grenzen verlaufen.

Was auf dem Dach wächst und ob es wirklich schadet

Auf einem Dach siedeln drei Gruppen. Algen bilden den grünen Film und brauchen nur Feuchtigkeit und Licht. Flechten sind langsam wachsende Symbiosen aus Pilz und Alge, sie sitzen als graue oder gelbliche Krusten fest auf der Oberfläche. Moose sind die auffälligste Gruppe, sie bilden Polster in den Ziegelmulden und speichern Wasser.

Auf einer intakten Deckung ist das in erster Linie eine Frage der Optik. Ein Tonziegel ist gebrannter Ton, ein Betondachstein ist zementgebunden, beides bietet keine Nahrung. Der Bewuchs sitzt auf der Oberfläche und lebt von Staub, Luftfeuchtigkeit und Regen.

Kritisch wird es in drei Situationen:

  • Gestauter Wasserablauf. Dicke Moospolster in Kehlen, an Anschlüssen und an der Traufe bremsen ablaufendes Wasser. Bei Starkregen kann Wasser dadurch über die Ziegelkante steigen.
  • Verstopfte Dachrinne. Abgelöste Moosbrocken sammeln sich in Rinne und Fallrohr. Läuft die Rinne über, landet Wasser am Sockel und in der Kellerwand. Dieser Punkt trifft praktisch jedes bewachsene Dach.
  • Vorgeschädigte Oberfläche. Wo Engobe oder Betonhaut bereits abgeplatzt sind, findet Bewuchs Halt in den entstandenen Poren. Frost sprengt dort weiter auf, was der Bewuchs feucht hält.

Für die Praxis heißt das: Der aussagekräftigste Blick geht in die Dachrinne, nicht auf die Fläche. Eine Rinne voller Moosbrocken bedeutet Handlungsbedarf, ein grüner Ziegel für sich genommen nicht.

Warum der Winkel über alles entscheidet

Eine Ziegeldeckung ist eine Schuppendeckung. Ihre Dichtigkeit entsteht allein aus Überlappung und Neigung: Jeder Ziegel deckt den darunterliegenden ab, Wasser läuft von Ziegel zu Ziegel nach unten. Gegen Druck, der von unten gegen diese Überlappung arbeitet, ist die Deckung offen.

Schematischer Schnitt durch ein geneigtes Ziegeldach mit First rechts oben und Dachrinne links unten. Von außen nach innen liegen überlappende Dachziegel, Traglattung, Konterlattung, Unterspannbahn und Sparren mit Dämmung. Ein roter Strahl trifft flach von unten gegen die Fließrichtung unter die Überlappung, das Wasser läuft dahinter bis auf die Unterspannbahn. Ein blauer Strahl trifft von oben mit der Fließrichtung auf die Ziegeloberfläche und läuft nach unten ab. Vier Marken kennzeichnen Engobe und Glasur, die Überlappung, die Unterspannbahn und einen unter Punktlast gebrochenen Ziegel.
Mit der Fließrichtung läuft der Strahl über die Deckung ab. Gegen die Fließrichtung schiebt er Wasser hinter die Überlappung auf die Unterspannbahn.

Was dort ankommt, trifft auf ein Bauteil mit begrenztem Auftrag. Die Unterspannbahn unter der Konterlattung ist als Notabdichtung gegen gelegentliches Flugwasser ausgelegt, für Schnee, der bei Sturm unter die Ziegel getrieben wird, und für einzelne Tropfen bei Schlagregen. Ihre Schwachstellen sind die Nagel- und Klammerlöcher, mit denen die Konterlattung darauf befestigt ist. Läuft dort über Minuten Wasser in Litermengen entlang, findet es diese Löcher.

Die Folgen zeigen sich zeitversetzt und lassen sich später kaum noch zuordnen: feuchte Dämmung, verfärbte Sparren, im ungünstigen Fall Schimmel im Dachgeschoss. Genau deshalb rät die Dachdeckerpraxis von der Hochdruckreinigung in Eigenregie ab, und nicht wegen der Ziegel selbst.

Der zweite Punkt ist die Oberfläche des Ziegels. Engobe ist eine dünne Tonschicht, die beim Brennen aufgebracht wurde, Glasur eine glasartige Schicht darüber. Beide sind hart, aber dünn und nicht erneuerbar. Bei glasierten, beschichteten und porösen Ziegeln lässt sich die Oberflächenversiegelung durch Druck irreparabel beschädigen. Ist sie einmal angetragen, nimmt der Ziegel mehr Wasser auf und vermoost anschließend schneller als vor der Reinigung. Betondachsteine haben eine vergleichbare Schwachstelle in der zementgebundenen Deckschicht.

Welche Deckung was verträgt

DeckungHochdruckZu beachten
Tonziegel, naturrot ohne Beschichtungmit Einschränkungnur mit der Fließrichtung, moderater Druck, Abstand halten
Tonziegel, engobiertvorsichtigEngobe ist dünn, bei vorhandenen Abplatzungen besser mechanisch
Tonziegel, glasiertungeeignetGlasur lässt sich irreparabel beschädigen
Betondachsteinmit Einschränkungzementgebundene Deckschicht ist die Schwachstelle
Faserzement vor 1993 (Eternit)ausgeschlossenAsbestverdacht, TRGS 519, nur drucklos
Faserzement nach 1993vorsichtigasbestfrei, Oberfläche trotzdem druckempfindlich
NaturschieferungeeignetPlatten sind dünn, Haken und Nägel geben nach
BitumenschindelnungeeignetBestreuung wird abgetragen, danach altert die Schindel schneller
Reet und StrohausgeschlossenDeckung nimmt Wasser auf, Hochdruck zerstört den Halm
Trapezblech, ZiegelblechgeeignetBeschichtung beachten, Falze und Schrauben nicht anstrahlen

Die praktikable Regel für das eigene Haus lautet: Naturrote Tonziegel und Betondachsteine sind der Fall, in dem sich überhaupt darüber nachdenken lässt. Alles andere führt entweder zum Fachbetrieb oder zu der Erkenntnis, dass sich der Aufwand nicht lohnt.

Eine Sonderfrage stellt sich bei einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Module und Anschlusskästen sind gegen Regen dicht, gegen einen gebündelten Strahl an Rahmen und Steckverbindern jedoch nicht. Welche Regeln dort gelten, steht im Ratgeber Photovoltaikanlage reinigen.

Asbest: die Grenze, die im Regelwerk steht

Bei Faserzementplatten hört die Abwägung auf. Die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 lässt an asbesthaltigen Dachflächen nur die Reinigung mit drucklosem Wasser zu, vergleichbar mit einem Gartenschlauch ohne Düse. Hochdruck ist ausgeschlossen, weil er lungengängige Fasern in großer Menge freisetzt. Auch Schleifen und Bürsten sind untersagt, jede Bearbeitung mit mechanischem Abtrag fällt darunter.

Zwei praktische Konsequenzen:

Alter statt Aussehen prüfen. Faserzement, der vor 1993 verbaut wurde, gilt in Deutschland bis zum Nachweis des Gegenteils als asbesthaltig. Ansehen kann man es einer Platte nicht. Wer es genau wissen will, lässt eine Probe im Labor untersuchen, das kostet einen niedrigen zweistelligen Betrag.

Arbeiten gehören in Fachhände. Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an asbesthaltigen Bauteilen dürfen nach TRGS 519 nur von entsprechend qualifizierten Personen ausgeführt werden. Wer stattdessen selbst zum Hochdruckreiniger greift, kontaminiert Grundstück, Dachrinne und Regenwasserzisterne mit Fasern, und die Entsorgung des Ergebnisses wird um ein Vielfaches teurer als die ursprüngliche Reinigung.

Bei einem asbesthaltigen Dach ist die ehrliche Alternative meist die Neueindeckung, oft in Verbindung mit einer Dämmung und den dafür verfügbaren Förderungen.

Die Sicherheitsfrage, die den Ausschlag gibt

Selbst wenn Deckung und Winkel passen, bleibt die Frage, wie du dorthin kommst. Drei Faktoren wirken auf dem Dach zusammen, die einzeln jeweils beherrschbar wären.

Punktlast. Ziegel und Betondachsteine sind auf Flächenlast ausgelegt, auf Schnee und Wind. Der Punktdruck eines Schuhs auf der falschen Stelle bricht sie. Ohne Dachdeckerleiter, die die Last auf mehrere Ziegelreihen verteilt, ist ein Satz gebrochener Ziegel eher die Regel als die Ausnahme, und der Bruch fällt oft erst beim nächsten Starkregen auf.

Nasse Fläche. Ein gereinigter Ziegel ist nass, glatt und häufig noch mit gelöstem Bewuchs bedeckt. Das ist die rutschigste Oberfläche, die ein Haus zu bieten hat.

Rückstoß. Eine Hochdruckpistole drückt spürbar zurück. Auf festem Boden gleicht man das aus, auf einer Leiter oder auf einer Dachfläche wird daraus ein Gleichgewichtsproblem.

Im gewerblichen Arbeitsschutz gilt für Arbeiten auf Dächern nach der ASR A2.1 eine Ausnahme, die die Größenordnung gut zeigt: Auf Flächen bis 22,5 Grad Neigung und höchstens 50 Quadratmetern darf bis 3,00 Meter Absturzhöhe ohne Absturzsicherung gearbeitet werden, und selbst das nur durch besonders unterwiesene, körperlich geeignete Beschäftigte. Für Privatleute ist die Vorschrift nicht bindend, als Maßstab taugt sie trotzdem: Jenseits dieser Werte arbeiten selbst Profis nur mit Sicherung.

Praktisch heißt das: Ein flach geneigtes Garagendach oder ein Carport lässt sich verantwortbar selbst machen. Ein Satteldach mit 40 Grad Neigung in zweiter Vollgeschosshöhe gehört auf ein Gerüst und damit zum Fachbetrieb.

Vom Boden aus: was die Teleskoplanze leistet

Der naheliegende Ausweg ist eine Verlängerungslanze, mit der sich vom Boden oder von der Leiter aus arbeiten lässt. Für die unteren Bahnen eines flach geneigten Daches funktioniert das, und für die Dachrinne ist es ohnehin die sinnvollste Lösung.

Drei Grenzen bleiben:

  • Handhabung. Eine wassergefüllte Lanze wird ab etwa vier Metern schwer und hebelt am Handgelenk. Der Rückstoß wirkt am langen Hebel entsprechend stärker.
  • Sichtkontrolle. Von unten siehst du nicht, ob der Strahl gerade einen losen Ziegel anhebt oder eine Engobe abträgt. Genau die Rückmeldung, die die Arbeit sicher machen würde, fehlt.
  • Der Winkel. Vom Boden aus triffst du die Deckung zwangsläufig von unten und damit gegen die Fließrichtung. Das ist exakt der Winkel, der Wasser hinter die Überlappung schiebt.

Für Dachrinne und Fallrohr sieht die Sache anders aus. Dort gibt es passendes Zubehör, und die Arbeit findet an einem Bauteil statt, das für Wasser gebaut ist.

Was nach der Reinigung ansteht

Dachrinne und Fallrohr freimachen. Der gelöste Bewuchs landet vollständig dort. Ohne diesen Schritt tauscht man einen optischen Mangel gegen einen funktionalen.

Deckung kontrollieren. Verschobene, angehobene oder gebrochene Ziegel gehören sofort gerichtet. Ein Fernglas vom Garten aus zeigt mehr, als man erwartet.

Auf die Beschichtung eingehen oder verzichten. Anbieter nennen für eine Dachbeschichtung eine um 10 bis 15 Jahre verlängerte Lebensdauer und langsameren Neubewuchs. Fachlich bleibt sie umstritten, weil sie das Feuchteverhalten des Ziegels verändert und bei fehlerhafter Ausführung abblättert. Auf einem intakten Dach ist sie in erster Linie eine optische Entscheidung. Die Kosten von 25 bis 50 Euro je Quadratmeter liegen dabei in der Größenordnung, in der bei einer alten Deckung auch über die Neueindeckung nachgedacht werden kann.

Ursachen reduzieren. Überhängende Äste zurückschneiden, damit die Fläche schneller abtrocknet. Das wirkt länger als jede Reinigung und kostet nichts.

Was es kostet

LeistungKostenAnmerkung
Dachreinigung durch den Fachbetrieb4–9 €/m²je nach Dachart, Umfang und Region
Reinigung mit anschließender Beschichtung25–50 €/m²Anbieter nennen 10–15 Jahre längere Lebensdauer
Gerüst oder Hebebühneseparatsteigt ab etwa 35 Grad Dachneigung deutlich
Dachrinne reinigen lassenmeist Stundensatzoft günstiger als die Flächenreinigung
Selbst mit vorhandenem GerätWasser und Zeitzuzüglich Risiko für Deckung und Person

Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Dachfläche liegt die Reinigung damit bei rund 480 bis 1.080 Euro, mit Beschichtung bei 3.000 bis 6.000 Euro. Die Spanne erklärt sich über Neigung, Zugänglichkeit und Verschmutzungsgrad.

Die ehrlichen Alternativen

Nichts tun. Auf einer intakten Deckung ohne gestauten Wasserablauf ist das eine vertretbare Entscheidung. Moos auf dem Dach verkürzt die Lebensdauer eines gesunden Ziegels nicht messbar.

Nur die Dachrinne pflegen. Zweimal im Jahr Rinne und Fallrohr freimachen, im Frühjahr und nach dem Laubfall. Damit ist der wichtigste Teil des Themas abgedeckt, zu einem Bruchteil des Aufwands.

Mechanisch statt mit Druck. Wo der Bewuchs erreichbar ist, holt eine Bürste oder ein Kunststoffschaber das Moos aus den Mulden, ohne Wasser hinter die Deckung zu bringen. Das ist langsam und für kleine Flächen brauchbar.

Moosentferner ohne Druck. Mittel, die drucklos aufgebracht werden und den Bewuchs über Wochen absterben lassen, sind an einigen Stellen die schonendste Variante. Beim Abspülen landen sie allerdings vollständig in Dachrinne, Fallrohr und damit in der Versickerung oder im Regenwasserkanal. Wo eine Zisterne angeschlossen ist, ist das ein eigenes Thema.

Fachbetrieb mit Sicherung. Für eine große, geneigte Fläche ist es der Weg mit dem besten Verhältnis von Ergebnis, Risiko und Kosten.

Fazit: Der Blick in die Dachrinne entscheidet

Eine Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger verändert die Optik deutlich und den Zustand der Deckung selten zum Besseren. Wo sie in Eigenregie überhaupt infrage kommt, ist die Fläche flach geneigt, sicher erreichbar, mit naturroten Ziegeln oder Betondachsteinen gedeckt, und es wird ausschließlich mit der Fließrichtung von oben nach unten gearbeitet. Glasierte Ziegel, Schiefer, Bitumenschindeln und jeder Faserzement mit Asbestverdacht fallen von vornherein heraus.

Die pragmatische Empfehlung für die meisten Häuser lautet deshalb: Dachrinne und Fallrohr regelmäßig freimachen, einmal im Jahr mit dem Fernglas über die Fläche gehen und die Flächenreinigung erst angehen, wenn Bewuchs den Wasserablauf wirklich behindert. Wenn es soweit ist, ist ein Fachbetrieb mit Sicherung die Variante, bei der am Ende weder Ziegel noch Sparren Schaden nehmen. Für die Wand darunter gelten übrigens ganz eigene Regeln, sie stehen im Ratgeber Fassade reinigen mit dem Hochdruckreiniger. Und welche bar-Zahl auf welcher Oberfläche überhaupt angemessen ist, ordnet der Ratgeber Wie viel bar braucht ein Hochdruckreiniger ein.

Häufige Fragen

Ist eine Dachreinigung mit dem Hochdruckreiniger sinnvoll?

Optisch ja, bautechnisch selten. Moos und Flechten auf einem intakten Ziegeldach sind in erster Linie ein Schönheitsthema. Dringend wird die Reinigung, wenn Bewuchs die Dachrinne verstopft, Wasser aufstaut oder unter die Ziegel drückt. Wer nur die Optik verbessern will, wiegt das gegen das reale Risiko ab: Absturz, Trittbruch und Wasser hinter der Deckung.

Darf man Dachziegel mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Bei naturbelassenen Tonziegeln und Betondachsteinen ist es technisch möglich, wenn ausschließlich mit der Fließrichtung von oben nach unten gearbeitet wird. Bei glasierten, beschichteten und porösen Ziegeln raten Fachleute ab, weil sich die Oberflächenversiegelung durch den Druck irreparabel beschädigen lässt. Asbesthaltiger Faserzement ist vollständig ausgeschlossen.

Warum ist der Strahlwinkel auf dem Dach so wichtig?

Weil eine Ziegeldeckung eine Schuppendeckung ist. Sie ist gegen ablaufendes Wasser dicht und hat gegen Druck von unten nichts entgegenzusetzen. Wird gegen die Fließrichtung gestrahlt, schiebt der Strahl Wasser hinter die Überlappung und auf die Unterspannbahn, die nur als Notabdichtung gegen gelegentliches Flugwasser ausgelegt ist.

Darf ich ein Eternitdach mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Nein, wenn es asbesthaltig ist. Nach TRGS 519 darf eine asbesthaltige Dachfläche nur mit drucklosem Wasser und ohne mechanischen Abtrag behandelt werden, weil Druck lungengängige Fasern freisetzt. Faserzement, der vor 1993 verbaut wurde, gilt bis zum Nachweis des Gegenteils als asbesthaltig. Arbeiten daran gehören in die Hand qualifizierter Fachbetriebe.

Was kostet eine professionelle Dachreinigung?

Je nach Dachart, Umfang und Region üblicherweise 4 bis 9 Euro pro Quadratmeter. Mit anschließender Beschichtung liegen die Kosten bei 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Gerüst, Hebebühne und Absturzsicherung werden separat berechnet, ab etwa 35 Grad Dachneigung steigt dieser Posten deutlich.

Bringt eine Dachbeschichtung nach der Reinigung etwas?

Anbieter nennen eine verlängerte Lebensdauer der Ziegel von 10 bis 15 Jahren und einen langsameren Neubewuchs. Fachlich ist die Beschichtung umstritten, weil sie die Wasseraufnahme des Ziegels verändert und bei fehlerhafter Ausführung abblättern kann. Bei einem intakten Dach ohne Frostschäden ist sie in erster Linie eine optische Maßnahme.

Kann ich das Dach vom Boden aus mit einer Teleskoplanze reinigen?

Für die unteren Bahnen eines flach geneigten Daches funktioniert das. Zwei Grenzen bleiben: Ab etwa vier bis sechs Metern Arbeitshöhe wird die wassergefüllte Lanze unhandlich und der Rückstoß schwer kontrollierbar, und du siehst von unten nicht, was der Strahl an der Deckung anrichtet. Mit dem Winkel von unten arbeitest du außerdem zwangsläufig gegen die Fließrichtung.

Schadet Moos auf dem Dach wirklich?

Auf einer intakten Deckung ist Moos vor allem ein optisches Thema. Problematisch wird es in drei Fällen: wenn Polster den Wasserablauf in Kehlen und an der Traufe stauen, wenn Bewuchs die Dachrinne verstopft, und wenn Wurzeln in bereits vorhandene Risse einer beschädigten Oberfläche wachsen. Ein Blick auf die Dachrinne sagt mehr aus als der Blick auf die Fläche.

Wie oft sollte ein Dach gereinigt werden?

Eine feste Regel gibt es nicht. Sinnvoll ist eine jährliche Sichtkontrolle von unten mit dem Fernglas plus die Reinigung von Dachrinne und Fallrohr im Herbst. Eine Flächenreinigung wird erst nötig, wenn Bewuchs den Wasserablauf behindert oder Schäden an der Deckung sichtbar sind.

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