Hochdruckreiniger Öl: welches, wie viel und wann wechseln

Welche Hochdruckreiniger überhaupt Öl brauchen, welche Sorte hineingehört, wie viel und in welchem Abstand gewechselt wird. Mit Herstellerangaben.

Wissen Veröffentlicht am 10 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Die erste Frage: Hat dein Gerät überhaupt Öl?
  2. Zwei Pumpenbauarten, zwei Antworten
  3. Welches Öl in die Pumpe gehört
  4. Wie viel Öl hineingehört
  5. Wann das Öl gewechselt wird
  6. Ölwechsel Schritt für Schritt
  7. Milchiges Öl: das eine Warnsignal ohne Aufschub
  8. Motoröl ist eine ganz andere Baustelle
  9. Altöl richtig entsorgen
  10. Was das für die Kaufentscheidung bedeutet
  11. Fazit
  12. Häufige Fragen

Auf der Suche nach „Hochdruckreiniger Öl” landet man schnell in Foren, in denen von 15W40, SAE 90 und Ölwechselintervallen die Rede ist. Wer daraufhin sein Gerät aus dem Keller holt und nach dem Schauglas sucht, findet oft: nichts. Das ist völlig in Ordnung, denn die Ölfrage hat je nach Bauart zwei sehr verschiedene Antworten. Dieser Artikel klärt zuerst, ob dein Gerät überhaupt Öl führt, und dann die Details für alle, bei denen es so ist.

Die erste Frage: Hat dein Gerät überhaupt Öl?

Es gibt ein Erkennungsmerkmal, das ohne Werkzeug und ohne Anleitung funktioniert: das Ölschauglas. Bei Geräten mit Ölbad sitzt es als kleines rundes Fenster vorn oder seitlich am Pumpengehäuse, meist mit zwei Markierungen daneben. Ist keines vorhanden, führt die Pumpe kein wechselbares Öl.

Für die Kärcher-Heimgeräte steht es zusätzlich schwarz auf weiß in der Anleitung. Der Abschnitt „Pflege und Wartung” beginnt in den Betriebsanleitungen von K 2 Power Control, K 4 Compact und K 5 Power Control mit demselben Satz:

Das Gerät ist wartungsfrei, d. h. Sie müssen keine regelmäßigen Wartungsarbeiten durchführen.

Damit ist die Frage für den größten Teil aller verkauften Hochdruckreiniger beantwortet. Wer in einem Forum liest, er solle das Öl seines K 4 wechseln, bekommt einen Rat für eine Maschine, die er nicht besitzt.

Anders sieht es bei den Profi-Reihen aus. Dort taucht der Ölstand direkt in der Inbetriebnahme auf, noch vor dem ersten Wasseranschluss, und im Wartungsplan steht die Kontrolle als wöchentliche Aufgabe. Bemerkenswert dabei: Das gilt schon für die kleine Kompaktklasse. Der Kärcher HD 5/12 C läuft an der normalen Steckdose mit 2,5 Kilowatt und hat trotzdem Ölbehälter, Ölstandsanzeige und einen vorgeschriebenen Ölwechsel. Die Grenze verläuft also entlang der Pumpenbauart.

Zwei Pumpenbauarten, zwei Antworten

Zwei schematische Längsschnitte nebeneinander: links eine Taumelscheibenpumpe mit eingeschlossener Fettfüllung ohne Schauglas, rechts eine Kurbelwellenpumpe mit Ölbad, Ölschauglas, Ablassschraube und dem Dichtungspaket, durch das Wasser ins Öl gelangen kann.

Der Unterschied entsteht an der Stelle, an der die Drehbewegung des Motors in die Hubbewegung der Kolben übersetzt wird.

Die Taumelscheibenpumpe löst das mit einer schräg auf der Motorwelle sitzenden Scheibe. Dreht sich die Welle, wandert die Scheibe wie ein Nockenring vor den drei Kolben auf und ab und drückt sie nacheinander nach vorn, Federn schieben sie zurück. Alles Bewegliche sitzt dicht beieinander in einem kleinen Raum, der sich ab Werk mit Fett füllen und dauerhaft verschließen lässt. Der Bauraum ist klein, das Gewicht niedrig, und für den Nutzer entfällt jede Wartung. Der Preis dafür ist die Reparierbarkeit: Läuft die Schmierung nach vielen Jahren aus, wird die Pumpeneinheit als Ganzes getauscht.

Die Kurbelwellenpumpe arbeitet wie ein kleiner Motorblock. Eine Kurbelwelle mit Kurbelzapfen läuft in einem Ölsumpf und bewegt über Pleuel drei waagerecht liegende Plunger. Diese Bauart überträgt höhere Kräfte, läuft ruhiger und ist auf Dauerbetrieb ausgelegt, deshalb sitzt sie in den Profi-Reihen von Kärcher, Kränzle und Nilfisk. Das Ölbad übernimmt hier drei Aufgaben gleichzeitig: schmieren, kühlen und Abrieb aus dem Lagerspiel abtransportieren. Genau deshalb altert es und muss gewechselt werden.

Zwischen Ölraum und Wasserseite sitzt ein Dichtungspaket. Es hält den Plunger sauber, während er hin- und hergleitet. Verschleißt es, wandert Wasser in den Ölraum, und dort zeigt es sich als milchige Trübung. Diese eine Stelle erklärt fast alle Ölprobleme, die in Werkstätten landen.

Welches Öl in die Pumpe gehört

Die verbindliche Angabe steht in der eigenen Betriebsanleitung, in der Tabelle „Technische Daten”, meist in der letzten Zeile unter Ölsorte Pumpe. Diese Zeile ist wichtiger als jede allgemeine Empfehlung, weil dieselbe Marke je nach Baureihe unterschiedliche Sorten vorschreibt.

GerätereiheÖlsorte laut HerstellerFüllmenge
Kärcher HD 5/12 C, HD 6/13 CSAE 15W400,35 l
Kärcher HD-M-Reihe (Standardausführung)SAE 15W400,5 l
Kärcher HD-M-Reihe mit Getriebe (z. B. HD 7/18-4 M)SAE 90 Hypoid0,5 l
Kränzle L-Serieherstellereigene Sorte je Modellbis max. 1,0 l

Kärcher führt passend dazu zwei eigene Gebinde im Zubehörprogramm: das Spezial-Öl 15W-40 unter der Bestellnummer 6.288-050.0 und das Spezial-Öl SAE 90 als Hypoid-Getriebeöl unter 6.288-016.0, beide zu einem Liter. Kränzle hält laut eigener Auskunft spezielle Ölsorten bereit und bittet darum, bei der Bestellung die genaue Modellbezeichnung anzugeben, damit die richtige Sorte geliefert wird.

Der Unterschied zwischen den beiden Kärcher-Sorten ist kein Marketing. SAE 15W40 ist ein Mehrbereichsöl vom Typ Motoröl und schmiert Gleitlager, Pleuelaugen und Plunger. SAE 90 Hypoid ist ein Getriebeöl mit Hochdruckadditiven, gedacht für Zahnflanken mit hoher Flächenpressung. Wer die Sorten vertauscht, schmiert entweder eine Verzahnung mit zu dünnem Film oder ein Gleitlager mit einem Öl, dessen Additive dort nichts beitragen.

Ein häufiger Irrtum am Rande: Die Flüssigkeit im Manometer hat mit dem Pumpenöl nichts zu tun. Kränzle stellt klar, dass es sich dabei um eine Glyzerinfüllung zur Dämpfung des Zeigers handelt. Sie sorgt dafür, dass die Nadel bei jedem Kolbenhub ruhig steht.

Wie viel Öl hineingehört

Die Füllmengen sind klein und werden regelmäßig überschätzt. 0,35 Liter bei der Kärcher-Kompaktklasse und 0,5 Liter bei der Mittelklasse bedeuten, dass eine Ein-Liter-Flasche für zwei bis drei Wechsel reicht. Kränzle formuliert für die eigene Bandbreite eine Obergrenze: Der Ölbehälter wird bis zum Peilstab oder bis zur Mitte des Schauglases gefüllt, wobei ein Liter niemals überschritten wird.

Maßgeblich ist immer der abgelesene Stand am Schauglas. Und dabei unterscheiden sich die Hersteller in einem Detail, das man leicht überliest:

  • Kränzle, L-Serie: „Ölstand muß in der Mitte der beiden Markierungen sichtbar sein.” Die Anleitung verlangt die Kontrolle vor jeder Inbetriebnahme und weist ausdrücklich auf die waagerechte Position hin.
  • Kärcher, HD-Reihe: „Der Ölstand muss oberhalb der beiden Zeiger liegen.” Das Gerät steht dabei aufrecht.

Zu viel Öl ist dabei so schädlich wie zu wenig. Ein überfüllter Kurbelraum baut beim Warmlaufen Druck auf, und der sucht sich den Weg über die Wellendichtringe nach außen. Wer nach dem Nachfüllen Öltropfen unter dem Gerät findet, hat oft genau das getan.

Ein Handgriff, den viele beim ersten Gerät übersehen: Die Kärcher-HD-Anleitungen verlangen vor der ersten Inbetriebnahme, die Spitze des Ölbehälterdeckels abzuschneiden. Damit wird die Entlüftung des Ölbehälters geöffnet. Bleibt sie zu, baut der Behälter beim Warmlaufen Überdruck auf und drückt Öl an den Dichtungen vorbei.

Wann das Öl gewechselt wird

Die Intervalle sind über die Hersteller hinweg erstaunlich einheitlich.

HerstellerErster WechselDanach
Kärcher HD C und HD Mkein gesonderter erster Wechsel angegebenjährlich oder nach 500 Betriebsstunden
Kränzle L-Serienach ca. 50 Betriebsstundenjährlich oder nach 500 Betriebsstunden

Der erste Wechsel nach 50 Stunden bei Kränzle hat einen konkreten Grund, den der Hersteller offen benennt: Bei der Fertigung entstehen mikroskopisch kleine Grate, die sich in den ersten Betriebsstunden abnutzen und sich im Ölbad sammeln. Wer sie mit dem ersten Ölwechsel entfernt, nimmt der Pumpe für den Rest ihres Lebens einen Schleifmittelanteil ab. Für Privatnutzer ist das trotzdem kaum ein Termin im Kalender: 50 Betriebsstunden entsprechen bei einem Wochenendgerät mehreren Jahren.

Die 500 Betriebsstunden sind für den Heimbereich ohnehin kaum erreichbar, deshalb greift dort die zweite Bedingung. Jährlich heißt jährlich, unabhängig von der Laufzeit. Der Grund ist Kondenswasser: Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen bildet sich im Ölraum Wasser, und Kränzle verlangt einen Wechsel, sobald das Öl davon eine graue Farbe annimmt. Ein Gerät, das den Winter im unbeheizten Schuppen verbringt, erlebt genau diese Bedingungen.

Ein guter Zeitpunkt ist deshalb der Saisonstart im Frühjahr, direkt zusammen mit den anderen Kontrollen: Sieb im Wasseranschluss reinigen, Hochdruckschlauch auf Beschädigung prüfen, Düsen kontrollieren. Wer sein Gerät ohnehin einmal im Jahr in die Hand nimmt, erledigt den Ölwechsel im selben Durchgang.

Ölwechsel Schritt für Schritt

Der Ablauf steht in den Kärcher-HD-Anleitungen in fünf Punkten und dauert weniger als eine Viertelstunde. Für andere Marken gilt das Vorgehen sinngemäß, die konkreten Schrauben sitzen aber woanders.

  1. Gerät ausschalten und Netzstecker ziehen. Beide Hersteller stellen diesen Punkt vor jede Wartungsarbeit.
  2. Gerätehaube abnehmen. Bei Kärcher dazu die Befestigungsschraube der Haube herausdrehen.
  3. Deckel des Ölbehälters abnehmen und das Gerät kippen, bei Kärcher nach vorn. Kränzle geht den anderen Weg und öffnet die Ölablassschraube an der Unterseite des Ölgehäuses.
  4. Altöl vollständig in einen geeigneten Behälter ablassen. Warmes Öl fließt besser, deshalb lohnt es sich, das Gerät vorher kurz laufen zu lassen.
  5. Neues Öl langsam einfüllen, bis Luftblasen entwichen sind und der Stand am Schauglas passt. Danach Deckel und Haube wieder befestigen.

Das langsame Einfüllen ist der Punkt, an dem am häufigsten geschludert wird. Schwappt das Öl hinein, bleiben Luftpolster in den engen Zwischenräumen der Kurbelwelle stehen. Der abgelesene Stand ist dann zu hoch, und nach dem ersten Lauf steht plötzlich zu wenig Öl im Glas.

Milchiges Öl: das eine Warnsignal ohne Aufschub

Von allen Beobachtungen am Schauglas ist eine besonders eindeutig. Milchig-graues oder weißliches Öl bedeutet Wasser im Öl. Beide Hersteller behandeln das ohne Umschweife:

Ölstand im Ölbehälter kontrollieren: Ist das Öl milchig (Wasser im Öl), sofort den Kundendienst aufsuchen.

Kärcher, Betriebsanleitung der HD-Reihe, Abschnitt „Wöchentlich”

Kränzle formuliert es sinngleich und ergänzt die zweite mögliche Ursache: Nimmt das Öl einen grauen oder weißlichen Farbton an, muss es auf jeden Fall gewechselt werden, und bei hoher Luftfeuchtigkeit mit Temperaturschwankungen kann dafür schon Kondenswasser genügen.

Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie über den Aufwand entscheidet:

BefundWahrscheinliche UrsacheWas zu tun ist
Leicht getrübt nach langer Standzeit im KaltenKondenswasserÖlwechsel, danach beobachten
Deutlich milchig nach normalem BetriebDichtungspaket verschlissen, Wasser dringt einKundendienst, Dichtungssatz erneuern
Öl tritt außen am Gehäuse ausWellendichtring undicht oder ÜberfüllungBetrieb einstellen, Kränzle verweist auf Getriebeschaden und Umweltschäden
Öl schwarz statt goldbraunthermisch überaltert, Wechsel überfälligÖlwechsel, Intervall künftig einhalten

Bei Ölaustritt wird Kränzle in der Anleitung ungewöhnlich direkt und nennt zwei Folgen zugleich: Umweltschäden und Getriebeschaden. Wer eine Ölspur unter dem Gerät sieht, sollte den Einsatz an dieser Stelle beenden.

Wichtig für die Fehlersuche: Wassertropfen unter dem Gerät sind etwas anderes als Öltropfen. Kärcher erlaubt in der HD-Anleitung ausdrücklich bis zu drei Tropfen Wasser pro Minute an der Geräteunterseite und stuft erst darüber hinausgehende Undichtigkeit als Fall für den Kundendienst ein. Wo genau Wasser austreten darf und wo nicht, klärt der Ratgeber Hochdruckreiniger undicht.

Motoröl ist eine ganz andere Baustelle

Bei Benzin-Hochdruckreinigern gibt es zwei Ölkreisläufe, und sie haben nichts miteinander zu tun. Der Verbrennungsmotor hat seinen eigenen Ölhaushalt, die Pumpe ihren. Der scheppach HCP5000 verlangt laut Anleitung rund 0,6 Liter Viertakt-Motoröl SAE 10W-30 für den Motor, und dieses Öl liegt dem Gerät nicht bei. Ohne sichtbaren Ölstand darf der Motor nicht starten.

Dazu kommt ein Wartungsplan, den Netzgeräte gar nicht kennen: Ölstandskontrolle vor jedem Einsatz, Luftfilterreinigung alle 50 Betriebsstunden, Zündkerzenkontrolle erstmals nach 20 Stunden. Wer das vom Rasenmäher kennt, wird sich nicht wundern. Wer vom Kärcher K 5 kommt, sollte es vor dem Kauf einpreisen.

Für Akku-Geräte gilt das Gegenteil in Reinform: Sie haben weder Verbrennungsmotor noch Ölbadpumpe. Was sie sonst auszeichnet, steht in der Gegenüberstellung von Akku und Netzbetrieb.

Altöl richtig entsorgen

Kärcher wird in diesem Punkt deutlicher als in jedem anderen Abschnitt der Anleitung:

Altöl darf nur von den dafür vorgesehenen Sammelstellen entsorgt werden. Bitte geben Sie anfallendes Altöl dort ab. Verschmutzen der Umwelt mit Altöl ist strafbar.

Praktisch sind das die kommunalen Wertstoff- und Recyclinghöfe. Dazu kommt eine Regel, die vielen unbekannt ist: Verkaufsstellen für Motoröl sind verpflichtet, Altöl in der Menge zurückzunehmen, die sie verkaufen. Wer sein Pumpenöl im Baumarkt kauft, kann das alte dort in derselben Menge abgeben, meist gegen Vorlage des Kaufbelegs.

Ein halber Liter Altöl klingt nach wenig. In den Boden oder den Gully gegossen reicht diese Menge rechnerisch aus, um eine sehr große Menge Grundwasser unbrauchbar zu machen, und genau darauf zielt der Hinweis auf die Strafbarkeit. Der Weg zum Wertstoffhof ist die kürzere Variante.

Was das für die Kaufentscheidung bedeutet

Die Ölfrage ist zugleich eine Frage nach der Bauart, und die entscheidet über deutlich mehr als über eine jährliche Wartung.

  • Ohne Ölservice heißt: leichter, günstiger, sofort einsatzbereit, keine Termine. Das passt zu allen, die ihr Gerät ein paar Mal im Jahr für Terrasse, Auto und Gartenmöbel herausholen.
  • Mit Ölbad heißt: schwerer, teurer, jährlich zehn Minuten Arbeit, dafür eine Pumpe mit Ersatzteilversorgung und einer Auslegung auf Dauerbetrieb. Das lohnt sich, sobald ein Gerät regelmäßig Stunden am Stück läuft.

Interessant ist, wie früh die zweite Klasse beginnt. Der Kärcher HD 5/12 C hängt an derselben Steckdose wie ein K 5, wiegt aber 24 Kilogramm statt sechs und hat Messing-Zylinderkopf und Ölbadpumpe. Welche Rolle die Stromversorgung dabei spielt, klärt der Ratgeber Hochdruckreiniger mit Starkstrom.

Fazit

Für die große Mehrheit der Hochdruckreiniger in deutschen Kellern lautet die ehrliche Antwort auf die Ölfrage: Es gibt nichts zu tun. Die Kärcher-K-Serie und ihre Wettbewerber arbeiten mit fettgeschmierten Taumelscheibenpumpen, und die Anleitung nennt sie ausdrücklich wartungsfrei. Wer dort ein Schauglas sucht, wird keines finden.

Steht dagegen ein Gerät mit Ölschauglas in der Garage, ist der Aufwand überschaubar und der Nutzen groß: einmal im Jahr rund einen halben Liter der in der Anleitung genannten Sorte wechseln, vor jedem Einsatz kurz auf das Glas schauen. Der eine Befund, der keinen Aufschub duldet, ist milchiges Öl. Alles andere ist Routine, die eine Profi-Pumpe über Jahrzehnte trägt.

Häufige Fragen

Braucht mein Kärcher K 2, K 4 oder K 7 einen Ölwechsel?

Nein. Die Betriebsanleitungen der kompletten K-Serie sagen wörtlich: "Das Gerät ist wartungsfrei, d. h. Sie müssen keine regelmäßigen Wartungsarbeiten durchführen." Diese Geräte haben eine Taumelscheibenpumpe mit dauerhaft eingeschlossener Fettfüllung, kein Ölschauglas und keine Ablassschraube. Es gibt dort nichts zu wechseln und nichts nachzufüllen.

Welches Öl gehört in einen Hochdruckreiniger?

Die Sorte steht in der Tabelle "Technische Daten" der Betriebsanleitung, meist unter "Ölsorte Pumpe". Kärcher nennt für die HD-Reihen SAE 15W40 und für Modelle mit Getriebe SAE 90 Hypoid. Passend dazu führt Kärcher zwei eigene Gebinde: Spezial-Öl 15W-40 unter der Bestellnummer 6.288-050.0 und Spezial-Öl SAE 90 unter 6.288-016.0, beide zu einem Liter. Kränzle hält eigene Sorten je Modell bereit und verlangt bei der Bestellung die genaue Modellbezeichnung.

Wie viel Öl braucht die Pumpe?

Deutlich weniger, als die Ein-Liter-Flaschen vermuten lassen. Kärcher gibt für die Kompaktklasse HD 5/12 C und HD 6/13 C 0,35 Liter an, für die Mittelklasse der HD-M-Reihe 0,5 Liter. Kränzle nennt als Obergrenze über alle Modelle hinweg einen Liter. Maßgeblich ist immer der abgelesene Stand am Schauglas.

Wie oft muss das Öl gewechselt werden?

Kärcher schreibt in den HD-Anleitungen "jährlich oder nach 500 Betriebsstunden" vor. Kränzle nennt für die L-Serie denselben Rhythmus, verlangt aber zusätzlich einen ersten Ölwechsel nach etwa 50 Betriebsstunden. Grund dafür sind mikroskopische Grate aus der Fertigung, die sich in den ersten Stunden lösen und im Ölbad sammeln.

Was bedeutet milchiges Öl im Schauglas?

Wasser im Öl. Beide Hersteller behandeln das als Sofortfall: Kärcher schreibt "Bei milchigem Öl (Wasser im Öl) sofort Kundendienst aufsuchen", Kränzle verlangt einen umgehenden zusätzlichen Ölwechsel, sobald das Öl seine goldbraune Farbe verliert. Ursache ist meist ein verschlissenes Dichtungspaket zwischen Wasser- und Ölseite. Weiterarbeiten kostet in diesem Zustand die Pumpe.

Wie prüfe ich den Ölstand richtig?

Gerät waagerecht und stehend aufstellen, dann das Schauglas ablesen. Kränzle verlangt die Prüfung vor jeder Inbetriebnahme und schreibt vor, dass der Ölstand in der Mitte der beiden Markierungen sichtbar sein muss. Kärcher formuliert es bei der HD-Reihe etwas anders: Der Ölstand muss oberhalb der beiden Zeiger liegen. Die Kontrolle selbst steht bei Kärcher als wöchentliche Aufgabe im Wartungsplan.

Ist Motoröl dasselbe wie Pumpenöl?

Nein, und bei Benzin-Geräten sind sogar beide gleichzeitig im Spiel. Der scheppach HCP5000 braucht laut Anleitung rund 0,6 Liter Viertakt-Motoröl SAE 10W-30 für den Verbrennungsmotor, dazu kommt das Öl der Pumpe. Das Motoröl liegt nicht bei und muss vor dem ersten Start eingefüllt werden, ohne sichtbaren Ölstand darf der Motor nicht laufen.

Wohin mit dem Altöl?

Zur Sammelstelle. Kärcher formuliert das in der HD-Anleitung ungewöhnlich deutlich: "Altöl darf nur von den dafür vorgesehenen Sammelstellen entsorgt werden. Verschmutzen der Umwelt mit Altöl ist strafbar." Annahmestellen sind kommunale Wertstoffhöfe und Verkaufsstellen für Motoröl, die zur Rücknahme in der Menge verpflichtet sind, die sie verkaufen.

Warum steht Öl im Manometer meines Kränzle?

Das ist beabsichtigt. Kränzle weist darauf hin, dass die Flüssigkeit im Manometer eine Glyzerinfüllung zur Dämpfung des Zeigers ist. Sie verhindert, dass die Nadel bei jedem Kolbenhub zittert, und ist kein Garantiefall.

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