So saugst Du Reinigungsmittel an: Schritt für Schritt
Der Ablauf ist bei fast allen Heimgeräten gleich. Unterschiede gibt es nur beim Behälter, aus dem das Mittel kommt.
- Gerät ganz normal in Betrieb nehmen. Wasser anschließen, Hahn voll aufdrehen, Gerät einschalten und entlüften, bis das Wasser blasenfrei aus der Pistole kommt. Wie das im Detail abläuft, zeigt der Ratgeber Hochdruckreiniger bedienen.
- Mittel bereitstellen. Je nach Gerät hängst Du den dünnen Saugschlauch in eine Flasche oder einen Eimer mit Reinigungsmittellösung, drückst eine Plug-‘n’-Clean-Flasche mit der Öffnung nach unten in den Anschluss oder füllst den eingebauten Tank.
- Auf Niederdruck stellen. Bei Kärcher heißt die Stellung am Vario-Strahlrohr “MIX”, andere Hersteller haben eine eigene Niederdruckdüse oder eine Niederdruck-Stellung an der Lanze. Auch eine Waschbürste arbeitet im Niederdruck: Kärcher schreibt in der Anleitung zum K 2 Power Control, dass bei Waschbürsten deshalb Reinigungsmittel beigemischt werden kann.
- Sparsam auf die trockene Fläche sprühen. Senkrechte Flächen von unten nach oben, damit keine Schlieren über trockene Stellen laufen.
- Einwirken lassen, ohne dass es antrocknet. Je nach Wetter reichen ein bis wenige Minuten. In praller Sonne lieber in Abschnitten arbeiten.
- Auf Hochdruck umstellen und abspülen, diesmal von oben nach unten.
- Gerät spülen. Kärcher empfiehlt, das Gerät danach etwa 30 Sekunden mit klarem Wasser laufen zu lassen.
Warum es nur im Niederdruck funktioniert
Die Kärcher-Anleitungen formulieren es knapp: “Das Reinigungsmittel kann nur bei Niederdruck zugemischt werden.” Der Grund steckt in einem kleinen Bauteil, dem Injektor. Er sitzt je nach Gerät im Pumpenkopf oder am Schlauchanschluss und arbeitet nach dem Prinzip einer Wasserstrahlpumpe: Das Wasser strömt durch eine Engstelle, an der seitlich der Weg zum Reinigungsmittel abzweigt. Ein kleines Rückschlagventil in diesem Abzweig sorgt dafür, dass kein Wasser in die Flasche drückt.

Im Hochdruck ist die Düse vorne sehr eng. Sie bremst den Wasserstrom, und der volle Arbeitsdruck von 100 bar und mehr steht in der ganzen Leitung an, auch in der Engstelle des Injektors. Dort ist der Druck damit weit höher als in der Flasche, das Ventil bleibt geschlossen.
In der Stellung “MIX” öffnet die Düse weit. Das Wasser fließt nahezu ungebremst ab, der Druck im System fällt auf wenige bar. Jetzt schießt das Wasser mit hoher Geschwindigkeit durch die Engstelle des Injektors, und schnelles Wasser hat einen niedrigen Druck. In der Engstelle sinkt er unter den Umgebungsdruck, das Ventil öffnet, und das Reinigungsmittel wird aus dem Behälter gezogen. Wie Pumpe, Düse und Druckschalter sonst zusammenarbeiten, erklärt der Ratgeber Wie funktioniert ein Hochdruckreiniger.
Daraus folgt eine praktische Regel: Mit dem Dreckfräser, einer Punktstrahldüse oder den meisten Flächenreinigern läuft das Gerät im Hochdruck. Dann kommt kein Tropfen Mittel, egal wie lange Du sprühst.
Die drei Systeme im Überblick
Nicht jedes Gerät holt das Reinigungsmittel auf demselben Weg. Die Heimgeräte teilen sich in drei Bauarten.
| System | arbeitet im | Beispiele aus unseren Rezensionen | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|---|
| Saugschlauch am Gerät | Niederdruck | Kärcher K 2 Horizontal VPS | beliebiger Behälter, Mittel frei wählbar | offene Flasche kippt beim Ziehen des Geräts leicht um |
| Flasche oder Tank im Gerät | Niederdruck | Kärcher K 5 Power Control Flex mit Plug ‘n’ Clean, Einhell TE-HP 140 mit eingebautem Tank | nichts hängt lose herum, Wechsel mit einem Handgriff | Plug ‘n’ Clean nimmt nur die passenden Flaschen |
| Schaum- oder Reinigungsmitteldüse an der Lanze | Hochdruck | Bosch EasyAquatak 120 mit 450-ml-Düse | dichter Schaum, haftet an senkrechten Flächen | kleiner Behälter, bei großen Flächen häufig nachfüllen |
Saugschlauch. Die einfachste Lösung. Am Gerät sitzt ein dünner Schlauch mit Filter am Ende, der in jeden Behälter passt. Kärcher lässt ihn beim K 2 Power Control in gewünschter Länge aus dem Gehäuse ziehen.
Plug ‘n’ Clean und eingebaute Tanks. Bei Kärcher steckst Du die Reinigungsmittelflasche kopfüber in eine Aufnahme am Gerät. Kärcher verkauft die eigenen Mittel dafür gebrauchsfertig in passenden Flaschen. Einhell baut beim TE-HP 140 einen Tank ins Gerät, aus dem das Mittel laut Anleitung automatisch im Niederdruckbetrieb angesaugt wird.
Schaumdüsen an der Lanze. Sie arbeiten mit dem ganzen Wasserstrom und oft mit Luftbeimischung, das Ergebnis ist ein dichter Schaum, der an Karosserie und Wand stehen bleibt. Viele haben ein Einstellrad, mit dem Du die Beimischung regelst. Bosch nennt das beim EasyAquatak Hochdruckschaum. Diese Düsen sind unabhängig von der Ansaugung am Gerät und funktionieren darum auch an Modellen ohne Niederdruck-Stellung.
Wie viel Mittel angesaugt wird
Bei den Injektor-Systemen legt die Bauart die Menge fest, ein Dosierrad gibt es am Gerät meist nicht. Kärcher nennt in den technischen Daten eine Kennzahl: bis 0,3 Liter Reinigungsmittel pro Minute für den K 2 Power Control wie für den K 5 Power Control.
Das hilft beim Planen:
| Behälter | Sprühzeit bei 0,3 l/min |
|---|---|
| 0,5 l | rund 1 Minute 40 Sekunden |
| 1 l (übliche Plug-‘n’-Clean-Flasche) | rund 3 Minuten 20 Sekunden |
| 2 l | rund 6 Minuten 40 Sekunden |
Wer mit Saugschlauch arbeitet, steuert die Stärke über die Mischung im Behälter. Maßgeblich ist die Angabe des Mittelherstellers für Hochdruckreiniger. Konzentrat pur anzusaugen, spart keine Arbeit: Zähe Flüssigkeiten laufen schlechter durch Filter und Injektor, und zu viel Mittel verlängert nur das Nachspülen.
Richtig auftragen: einsprühen, einwirken, abspülen
Die Kärcher-Anleitungen beschreiben eine einfache Methode: das Mittel sparsam auf die trockene Oberfläche sprühen, einwirken lassen, ohne dass es antrocknet, und den gelösten Schmutz dann mit dem Hochdruckstrahl abspülen. Bosch ergänzt die Richtung: Senkrechte Flächen werden von unten nach oben eingeschäumt und von oben nach unten abgespült.
Die trockene Fläche hat einen Grund. Auf einer nassen Fläche verdünnt das stehende Wasser das Mittel sofort und lässt es ablaufen. Die Richtung beim Einsprühen hat ebenfalls einen: Beginnst Du oben, laufen Tropfen über die noch trockene untere Fläche und ziehen dort Schlieren, die später schwer zu entfernen sind.
Bei der Einwirkzeit zählt vor allem das Wetter. In praller Sonne und auf warmem Lack trocknet ein Mittel in Minuten an und hinterlässt Flecken. Dann lieber in Abschnitten arbeiten: eine Seite einsprühen, einwirken lassen, abspülen, dann die nächste. Wie Du anschließend auf den passenden Druck für die Oberfläche kommst, zeigt der Ratgeber Hochdruckreiniger Druck einstellen.
Wenn nichts angesaugt wird
Die meisten Fälle lassen sich in wenigen Minuten lösen. Die Tabelle beginnt mit dem häufigsten Grund.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Pegel im Behälter bleibt gleich | Strahlrohr steht im Hochdruck | auf “MIX” bzw. Niederdruckdüse stellen, Dreckfräser abnehmen |
| Pegel bleibt gleich, Stellung stimmt | Filter am Saugschlauch zugesetzt, oft durch angetrocknetes Mittel | Filter abziehen und unter fließendem Wasser reinigen |
| Mittel kommt stoßweise | Saugschlauch geknickt oder zieht Luft | Schlauch gerade führen, ganz ins Mittel eintauchen |
| Bei Plug ‘n’ Clean kommt nichts | Flasche falsch eingesetzt | Flasche mit der Öffnung nach unten in den Anschluss drücken |
| Kommt nur wenig, Mittel sehr zäh | Konzentrat oder kaltes Mittel | nach Herstellerangabe verdünnen |
| Seit der letzten Nutzung kein Ansaugen mehr | Reste im Ventil oder Injektor angetrocknet | Saugschlauch in warmes Wasser hängen, im “MIX”-Betrieb durchspülen; hilft das nicht, Kundendienst |
Die ersten drei Zeilen decken sich mit der Störungshilfe der Kärcher-Anleitungen. Die letzte ist die typische Folge davon, dass nach der letzten Wäsche das Spülen mit klarem Wasser ausgelassen wurde.
Was Du nicht ansaugen darfst
Die Betriebsanleitungen sind an dieser Stelle deutlich. Kärcher warnt mit der höchsten Gefahrenstufe: Niemals Lösungsmittel, lösungsmittelhaltige Flüssigkeiten oder unverdünnte Säuren ansaugen. Dazu zählen Benzin, Farbverdünner und Heizöl. Der Sprühnebel ist hochentzündlich, explosiv und giftig.
Auch für normale Reiniger gibt es eine Vorgabe. Kärcher schreibt, nur vom Hersteller gelieferte oder empfohlene Reinigungsmittel zu verwenden, weil andere Mittel oder Chemikalien die Sicherheit des Geräts beeinträchtigen können. Einhell empfiehlt ebenso, nur Mittel zu verwenden, die ausdrücklich für Hochdruckreiniger zugelassen sind. Beim Mittel selbst gilt das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers, besonders die Hinweise zur Schutzausrüstung.
Dazu kommt der Ort. Laut Kärcher dürfen Arbeiten mit Reinigungsmitteln nur auf flüssigkeitsdichten Flächen mit Anschluss an die Schmutzwasserkanalisation stattfinden, das Mittel darf nicht in Gewässer oder Erdreich gelangen. Motor- und Unterbodenwäschen mit ölhaltigem Abwasser gehören an Waschplätze mit Ölabscheider. Was das für die Autowäsche vor dem eigenen Haus bedeutet, steht im Ratgeber Darf ich mein Auto zu Hause waschen.
Nach der Arbeit: spülen und lagern
Reinigungsmittel, das im Gerät stehen bleibt, trocknet an. Am empfindlichsten sind Filter, Rückschlagventil und die Engstelle des Injektors. Darum gehören drei Handgriffe ans Ende jeder Wäsche:
- Mit klarem Wasser spülen. Kärcher nennt etwa 30 Sekunden. Beim Saugschlauch hängst Du ihn dazu in einen Eimer mit klarem Wasser und lässt das Gerät kurz in “MIX” laufen.
- Flasche verschließen. Die Plug-‘n’-Clean-Flasche nimmst Du laut Kärcher heraus, setzt den Deckel auf und stellst sie mit dem Deckel nach oben zurück in die Aufnahme. Vor einem liegenden Transport im Auto kommt sie ganz heraus.
- Filter kontrollieren. Ein Blick auf den Filter am Saugschlauch nach jeder zweiten oder dritten Nutzung verhindert die häufigste Störung.
Akku-Geräte: Schaum kommt meist von vorn
Akku-Hochdruckreiniger der Mitteldruck-Klasse mit 15 bis 35 bar haben selten eine Ansaugung am Gerät. Bei ihnen steckt das Reinigungsmittel meist in einer Schaumdüse mit eigenem Behälter, die vorne auf die Lanze gesetzt wird. Der Vorteil: Das funktioniert unabhängig vom Druck, und die Menge lässt sich bei vielen Aufsätzen über ein Rad einstellen. Der Nachteil ist der kleine Behälter, der beim Auto reicht und bei einer ganzen Terrasse öfter nachgefüllt werden muss.
Bei den echten Akku-Hochdruckgeräten mit rund 100 bar gilt dagegen dasselbe wie bei Netzgeräten: Hat das Modell eine Ansaugung, arbeitet sie nur in der Niederdruck-Stellung.
Fazit: Niederdruck ist der Schlüssel
Reinigungsmittel anzusaugen ist einfach, sobald das Prinzip klar ist. Der Injektor braucht schnell fließendes Wasser, und das gibt es nur, wenn die Düse weit offen steht. Also Strahlrohr auf “MIX” oder die Niederdruckdüse aufsetzen, sparsam auf die trockene Fläche sprühen, einwirken lassen und mit Hochdruck abspülen.
Kommt trotzdem nichts, sind Stellung, Filter und Schlauch in dieser Reihenfolge die üblichen Verdächtigen. Und wer das Gerät nach jeder Wäsche eine halbe Minute mit klarem Wasser durchspült, hat mit angetrockneten Resten gar nicht erst zu tun.
Häufige Fragen
Warum saugt mein Hochdruckreiniger kein Reinigungsmittel an?
In den meisten Fällen steht das Strahlrohr im Hochdruck. Kärcher nennt in der Störungshilfe drei Punkte: Strahlrohr auf "MIX" drehen, den Filter am Saugschlauch reinigen und den Saugschlauch auf Knickstellen prüfen. Bei Geräten mit Plug-'n'-Clean-System muss die Flasche mit der Öffnung nach unten im Anschluss sitzen. Dazu kommen die einfachen Ursachen: leerer Behälter, ein Saugschlauch, der nicht bis ins Mittel reicht, oder eingetrocknete Reste im Filter.
Kann man Reinigungsmittel auch im Hochdruck ausbringen?
Ja, aber über einen anderen Weg. Die Ansaugung am Gerät arbeitet nur im Niederdruck. Schaumdüsen und Reinigungsmitteldüsen mit eigenem Behälter sitzen dagegen vorne an der Lanze und arbeiten mit dem vollen Wasserstrom. Bosch liefert etwa den EasyAquatak 120 mit einer 450-ml-Reinigungsmitteldüse aus, die das Mittel als Hochdruckschaum aufträgt.
Wie viel Reinigungsmittel verbraucht ein Hochdruckreiniger?
Kärcher gibt für den K 2 Power Control und den K 5 Power Control eine Fördermenge von bis zu 0,3 Litern Reinigungsmittel pro Minute an. Eine 1-Liter-Flasche ist damit nach gut drei Minuten Sprühzeit leer. Für ein Auto genügen meist ein bis zwei Minuten, wenn Du sparsam und zügig einsprühst.
Darf ich Spülmittel oder Hausmittel ansaugen lassen?
Die Hersteller raten davon ab. Kärcher schreibt, nur vom Hersteller gelieferte oder empfohlene Reinigungsmittel zu verwenden, weil andere Mittel oder Chemikalien die Sicherheit des Geräts beeinträchtigen können. Streng verboten sind Lösungsmittel, lösungsmittelhaltige Flüssigkeiten und unverdünnte Säuren, also etwa Benzin, Farbverdünner oder Heizöl. Der Sprühnebel ist laut Kärcher hochentzündlich, explosiv und giftig.
Muss ich den Hochdruckreiniger nach dem Reinigungsmittel spülen?
Ja. Kärcher empfiehlt, das Gerät nach dem Betrieb mit Reinigungsmittel etwa 30 Sekunden mit klarem Wasser zu spülen. Wer mit Saugschlauch arbeitet, hängt ihn dafür in einen Eimer mit klarem Wasser und lässt das Gerät kurz in der Stellung "MIX" laufen. So trocknen keine Reste im Injektor, im Ventil oder im Filter an.
Wo darf ich mit Reinigungsmittel und Hochdruckreiniger arbeiten?
Kärcher schreibt in den Betriebsanleitungen, dass Arbeiten mit Reinigungsmitteln nur auf flüssigkeitsdichten Flächen mit Anschluss an die Schmutzwasserkanalisation stattfinden dürfen. Das Mittel darf nicht in Gewässer oder ins Erdreich gelangen. Für die Autowäsche vor dem Haus kommen oft noch kommunale Regeln dazu.
In welcher Richtung trage ich das Reinigungsmittel auf?
Senkrechte Flächen schäumst Du von unten nach oben ein und spülst von oben nach unten ab, so empfiehlt es Bosch für seine Hochdruckreiniger. Von unten begonnen, laufen keine Schlieren über trockene Flächen. Aufgetragen wird auf die trockene Oberfläche, das Mittel wirkt kurz ein und darf dabei nicht antrocknen.