Ein Pergola-Dach sammelt alles, was der Garten hergibt: Blütenstaub im Frühjahr, Vogelkot im Sommer, Laub im Herbst und dazu Algen, wo Feuchtigkeit stehen bleibt. Wie du es sauber bekommst, entscheidet allein das Material. Dieselbe Methode, die eine Glasfläche zum Glänzen bringt, zerkratzt Polycarbonat oder beschädigt die Beschichtung eines Lamellendachs.
Welches Dach hat deine Pergola?
Unter dem Begriff Pergola laufen heute sehr unterschiedliche Konstruktionen: die klassische Holzpergola mit aufgeschraubten Kunststoffplatten, die Alu-Pergola mit Glas, das motorisierte Lamellendach und die Pergolamarkise mit Stoffbahn. Bevor du zum Schlauch greifst, lohnt der Blick nach oben.
| Dachmaterial | So erkennst du es | Hochdruckreiniger | Typisches Tabu |
|---|---|---|---|
| Polycarbonat-Stegplatten | im Gegenlicht Streifen der Stege, klingt hohl | bis 100 bar mit Abstand | Alkohol, Aceton, Scheuern |
| Kunststoff-Wellplatten | gewellt, oft PVC oder Polycarbonat | nur bei intakten Platten, sonst Schlauch | spröde Altplatten, Scheuern |
| Acrylglas | massiv, glasklar, leichter als Glas | Gartenschlauch bevorzugen | Spiritus, Lösemittel |
| Glas | massiv, kalt, schwer | mit Abstand, Dichtungen aussparen | Strahl auf die Dichtung |
| Alu-Lamellen | drehbare Lamellen, oft mit Motor | nein | Dampf, Chlor, Scheuermittel |
| Stoffbahn | Markisentuch oder Sonnensegel | nein | Chlor, Waschmaschine |
Bei Kunststoff lohnt eine zweite Unterscheidung: Polycarbonat ist schlagfest und biegsam, Acrylglas ist härter, klarer und bricht eher, als dass es sich verbiegt. Bei selbst gebauten Pergolen hilft oft ein Blick auf die Rechnung oder die Schutzfolie, die bei der Lieferung auf den Platten klebte.

Pergola-Dach aus Kunststoff reinigen: Polycarbonat und Stegplatten
Die meisten Pergolen mit Kunststoffdach tragen Polycarbonat, entweder als Doppelstegplatte mit Hohlkammern oder als massive bzw. gewellte Platte. Für die Pflege gibt es klare Herstellervorgaben, etwa in den Verarbeitungshinweisen von thyssenkrupp Plastics für Polycarbonat-Stegplatten.
Von Hand, für die normale Reinigung:
- Die Platte mit milder, lauwarmer Seifenlösung vorsichtig waschen, mit einem weichen, fusselfreien Tuch oder einem weichen Schwamm.
- Frische Farbspritzer oder Fett lassen sich laut den Hinweisen vor dem Trocknen mit Waschbenzin und einem weichen Tuch abnehmen, danach wieder mit Seifenlösung waschen.
- Gründlich mit sauberem Wasser nachspülen und die Fläche abtrocknen oder abziehen, damit keine Wasserflecken bleiben.
Was die Verarbeitungshinweise ausschließen:
- Scheuernde und stark alkalische Reinigungsmittel.
- Aromatische oder halogenhaltige Lösungsmittel wie Benzol, Toluol, Benzin oder Aceton.
- Alkohole auf der UV-geschützten Oberseite. Viele Glasreiniger enthalten Alkohol und scheiden deshalb aus.
- Bürsten, Stahlwolle, Schaber und Klingen. Wer eine Waschbürste nutzen will, greift zu sehr weichen Borsten, arbeitet nass und ohne Druck.
- Reinigen in praller Sonne oder bei hohen Temperaturen, weil das Flecken hinterlässt.
Der Grund für die strengen Regeln ist die UV-Schutzschicht auf der Oberseite. Sie ist hauchdünn, mit dem Plattenmaterial verbunden und lässt sich nicht erneuern. Ist sie abgerieben, beginnt das Polycarbonat zu vergilben und zu verspröden. Wie diese Schicht aufgebaut ist und warum Wasser in den Kammern zu Algen führt, die sich nicht mehr entfernen lassen, beschreibt der Ratgeber Wintergarten-Dach reinigen ausführlich.
Wellplatten haben eine Besonderheit: In den Tälern der Wellen sammeln sich Laub, Sand und Algen, die Rinnen trocknen langsamer als die Kuppen. Hier hilft ein weicher Schwamm, der der Welle folgt. Ältere, vergilbte PVC-Wellplatten sind oft spröde geworden. Auf ihnen bleibt es beim Gartenschlauch, und wenn sie schon Haarrisse zeigen, ist der Austausch die bessere Investition als jede Reinigung.
Acrylglas: klar, empfindlich gegen Lösemittel
Acrylglas, bekannt unter dem Markennamen PLEXIGLAS, ist härter als Polycarbonat, reagiert aber empfindlich auf Lösemittel. Acrylglas-Händler fassen die Regeln so zusammen:
- Lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und ein weiches Mikrofasertuch genügen für die normale Reinigung.
- Von Spiritus und Glasreiniger raten sie ab.
- Waschbenzin, Verdünner und Aceton lehnen sie ab, weil sie die Oberfläche aufweichen und einen bleibenden Schleier hinterlassen.
- Nie trocken wischen. Staub enthält harte mineralische Partikel, die über die Fläche gezogen feine Kratzer erzeugen.
Für Acrylglas-Dächer nennen die Händler keinen Hochdruckreiniger als Reinigungsweg, und es gibt auch keinen Grund dafür: Der Schmutz liegt auf einer glatten Fläche und löst sich mit Seifenlösung, Schwamm und viel Wasser aus dem Gartenschlauch.
Lamellendach: die Regeln von WAREMA
Motorisierte Lamellendächer, auch bioklimatische Pergola genannt, bestehen meist aus pulverbeschichtetem Aluminium. WAREMA hat für seine Lamellendächer eine eigene Pflegeanleitung veröffentlicht, deren Regeln sich auf andere Fabrikate übertragen lassen.
So geht es:
- Lamellen öffnen und Laub, Äste und andere Ablagerungen mit einer weichen Bürste oder einem Handfeger entfernen.
- Mit klarem Wasser abspülen, am besten mit dem Gartenschlauch.
- Mit lauwarmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel waschen, WAREMA nennt pH-neutrale Seifenlauge. Lamellen, Pfosten und Traversen mit weichem Schwamm oder Mikrofasertuch reinigen.
- Wasserabflüsse kontrollieren. WAREMA weist darauf hin, dass besonders im Herbst Laub die Rohre schnell verstopft.
Was ausdrücklich nicht erlaubt ist: Hochdruckreiniger, Dampfstrahler, Scheuerschwämme, Scheuermittel, aggressive Reinigungs- und Lösungsmittel sowie chlorhaltige Reiniger. Den Hochdruckreiniger schließt WAREMA mit dem Satz aus, man solle ihn „auf keinen Fall” verwenden, weil er die Oberfläche beschädigen könne.
Als Rhythmus empfiehlt der Hersteller mindestens eine Reinigung im Jahr, am besten nach dem Winter. Steht die Pergola in Meeresnähe, neben einem Pool oder in einer Industriegegend, darf es öfter sein.
Glasdach auf der Pergola
Glas ist das robusteste Dachmaterial: hart, kratzfest und unempfindlich gegen gängige Reiniger. Die Schwachstelle sitzt in der Konstruktion. Zwischen Scheibe und Sparrenprofil liegen Gummidichtungen, und unter diese darf kein Wasserstrahl gelangen. Kärcher rät in seinem Ratgeber zur Wintergartenreinigung, den Hochdruckreiniger nicht direkt auf Gummidichtungen zu halten.
Für das Glasdach heißt das: Vorspülen und Abspülen mit breitem Strahl und Abstand, vom höchsten Punkt in Richtung Rinne, waschen mit Teleskop-Waschbürste und Seifenlösung, danach abziehen. Streifen entstehen durch Kalk im trocknenden Wasser, deshalb im Schatten arbeiten und die Fläche abziehen, bevor sie trocknet.
Stoffdach und Pergolamarkise
Für Pergolamarkisen und Sonnensegel gelten die Pflegehinweise für Markisentücher. Fachhändler beschreiben sie für Markisenstoffe namhafter Hersteller übereinstimmend:
- Groben Schmutz trocken abbürsten, am besten mit einer weichen Bürste bei trockenem Tuch.
- Flecken mit Wasser und flüssigem Feinwaschmittel behandeln, als etwa fünfprozentige Lösung bei höchstens 30 °C, mit Schwamm oder weicher Bürste und ohne starkes Reiben.
- Abspülen mit dem Wasserstrahl, ohne Hochdruck. Den Hochdruckreiniger schließen die Pflegehinweise für das Tuch aus.
- Kein Chlor, keine Lösemittel, keine Waschmaschine.
- Im ausgefahrenen Zustand vollständig trocknen lassen. Ein nass eingefahrenes Tuch bekommt Stockflecken.
Was der Hochdruckreiniger am Pergola-Dach darf
Fasst man die Herstellerangaben zusammen, bleiben für den Hochdruckreiniger zwei Dachmaterialien übrig: Polycarbonat und Glas. Für beide gelten dieselben Regeln:
- Druck begrenzen. Für Polycarbonat nennen die Verarbeitungshinweise höchstens 100 bar und einen Test an einer kleinen Stelle. Mit wachsendem Abstand sinkt der Druck auf der Fläche deutlich, die Zahl auf dem Gerät ist der Druck an der Düse. Wie Abstand und Düse den Druck auf der Fläche bestimmen, erklärt der Ratgeber Wie viel bar braucht ein Hochdruckreiniger.
- Breite Flachstrahldüse, keine Rotordüse.
- Keine Zusätze im Wasser auf Polycarbonat, so steht es in den Verarbeitungshinweisen.
- Mit dem Gefälle arbeiten, vom First zur Rinne, nie von unten gegen Überlappungen und Profile.
- Stirnseiten und Dichtungen aussparen. Dort drückt der Strahl Wasser in Kammern und unter Profile.
Der eigentliche Vorteil des Hochdruckreinigers am Pergola-Dach ist die Reichweite. Mit einem Teleskopstrahlrohr spülst du vom Boden aus eine Fläche ab, die du sonst nur von der Leiter erreichst.
Das Kärcher TLA 4 verlängert die Lanze der K-Geräte auf bis zu 3,70 Meter und lässt sich im Gelenk abwinkeln, so erreichst du ein flaches Dach von unten. Der Kärcher WV 6 Plus zieht auf Glas, Polycarbonat und Acrylglas das Wasser ab, bevor es Kalkflecken hinterlässt. Auf Lamellen und Stoff haben beide nichts zu suchen.
Das Gestell nicht vergessen
Das Dach ist nur ein Teil der Pergola. Pfosten, Pfetten und Sparren sammeln an der Oberseite genauso Schmutz und brauchen je nach Material eine eigene Behandlung.
Pulverbeschichtetes Aluminium wird wie die Lamellen behandelt: Wasser, pH-neutrale Seifenlauge, weicher Schwamm. Scheuermittel hinterlassen auf der Beschichtung matte Stellen.
Holz vergraut im Freien und setzt an der Wetterseite Grünbelag an. Hier hilft eine weiche Bürste mit Seifenlauge, ein harter Wasserstrahl reißt die weichen Holzfasern heraus und raut die Oberfläche auf. Was gegen Grünbelag auf Holz wirkt und welcher Druck vertretbar ist, steht im Ratgeber Grünbelag auf Holz entfernen. Nach der Reinigung ist ein guter Zeitpunkt, die Lasur zu prüfen und bei Bedarf aufzufrischen.
Der Ablauf Schritt für Schritt
- Wetter wählen. Bedeckt, trocken, windstill. In praller Sonne trocknet die Seifenlösung an.
- Sicher aufstellen. Leiter neben dem Dach, nie auf dem Dach. Bei motorisierten Lamellendächern die Lamellen in Reinigungsstellung fahren.
- Trocken vorreinigen. Laub und Zweige mit Handfeger oder weichem Besen abnehmen, Rinnen und Abflüsse freiräumen.
- Vorspülen. Mit dem Gartenschlauch vom höchsten Punkt aus.
- Waschen. Lauwarmes Wasser mit mildem Spülmittel oder pH-neutralem Reiniger, weicher Schwamm, Mikrofasertuch oder sehr weiche Bürste.
- Nachspülen. Mit klarem Wasser, bis keine Seifenreste mehr ablaufen.
- Abziehen oder trocknen lassen. Glas und Kunststoff abziehen, Stoff im ausgefahrenen Zustand trocknen lassen.
- Gestell und Abflüsse. Pfosten und Profile abwischen, Fallrohre auf freien Ablauf prüfen.
Fazit: erst das Material bestimmen, dann reinigen
Ein Pergola-Dach wird mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und einem weichen Schwamm sauber, egal aus welchem Material. Unterschiede gibt es bei allem, was darüber hinausgeht. Polycarbonat verträgt einen Hochdruckreiniger bis 100 bar mit Abstand, aber keinen Alkohol und kein Scheuern. Acrylglas reagiert auf Lösemittel, Lamellendächer und Stoffbahnen bekommen gar keinen Hochdruck.
Wer einmal im Jahr nach dem Winter gründlich reinigt und im Herbst das Laub aus Rinnen und Abflüssen holt, verhindert, dass sich Algen überhaupt erst festsetzen. Das schont das Dach mehr als jede noch so gründliche Reinigung danach.
Häufige Fragen
Wie reinigt man ein Pergola-Dach aus Kunststoff?
Mit lauwarmem Wasser, etwas mildem Spülmittel und einem weichen Schwamm oder Mikrofasertuch, danach gründlich mit klarem Wasser nachspülen. Vorher Laub und Zweige trocken abnehmen, damit kein Sand über die Fläche gerieben wird. Scheuermittel, Alkohol und Lösungsmittel wie Aceton gehören nicht auf Polycarbonat, und gearbeitet wird vom Boden oder von der Leiter aus, weil die Platten nicht begehbar sind.
Darf man Doppelstegplatten mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Mit Einschränkungen. Die Verarbeitungshinweise von thyssenkrupp Plastics nennen für Polycarbonatplatten einen Hochdruckreiniger mit höchstens 100 bar, ohne Zusätze im Wasser und nach einem Test an einer kleinen Stelle. Dazu kommen breite Flachstrahldüse, Abstand und die Regel, nie in die Stirnseiten der Platten zu strahlen, weil sonst Wasser in die Kammern gelangt.
Kann man ein Lamellendach mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein. WAREMA schreibt für seine Lamellendächer ausdrücklich, auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger zu verwenden, weil er die Oberfläche beschädigen kann. Ausgeschlossen sind auch Dampfstrahler, Scheuerschwämme, aggressive Reinigungs- und Lösungsmittel sowie chlorhaltige Reiniger. Empfohlen werden Gartenschlauch, weiche Bürste und pH-neutrale Seifenlauge.
Welches Mittel nimmt man für ein Pergola-Dach aus Acrylglas?
Lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und ein weiches Mikrofasertuch. Acrylglas-Händler raten von Spiritus und Glasreiniger ab und lehnen Waschbenzin, Verdünner und Aceton ab, weil sie die Oberfläche aufweichen und einen bleibenden Schleier hinterlassen. Trocken wischen sollte man Acrylglas nie, Staub wirkt wie feines Schleifpapier.
Wie reinigt man das Stoffdach einer Pergola?
Groben Schmutz trocken abbürsten, Flecken mit Wasser und einem flüssigen Feinwaschmittel bei höchstens 30 °C behandeln und mit dem Wasserstrahl ohne Hochdruck abspülen. So beschreiben es Fachhändler in den Pflegehinweisen für Markisentücher. Danach den Stoff im ausgefahrenen Zustand vollständig trocknen lassen, bevor er eingefahren wird, sonst drohen Stockflecken.
Darf man ein Pergola-Dach betreten?
Nein. Polycarbonat-Stegplatten dürfen nach den Verarbeitungshinweisen der Hersteller niemals direkt betreten werden, und auch Acrylglas, Wellplatten und Glasdächer sind dafür nicht ausgelegt. Gearbeitet wird vom Boden aus mit Teleskopstiel oder von einer standsicheren Leiter neben dem Dach.
Wie oft sollte man ein Pergola-Dach reinigen?
Mindestens einmal im Jahr, am besten nach dem Winter. WAREMA empfiehlt diesen Rhythmus für Lamellendächer und rät an Standorten mit Industrie, Meeresnähe oder Pool zu häufigeren Reinigungen. Im Herbst kommt das Ausräumen von Laub aus Rinnen und Abflüssen dazu, unter Bäumen auch öfter.
Was hilft gegen Grünbelag auf dem Pergola-Dach?
Regelmäßiges Reinigen und eine Fläche, auf der Wasser abläuft. Algen wachsen dort, wo Laub und Schmutz Feuchtigkeit halten. Auf Kunststoff und Lamellen genügt meist Seifenlauge mit weichem Schwamm. Chlorhaltige Mittel schließt WAREMA für Lamellendächer aus, und auf Polycarbonat sind scharfe Reiniger generell tabu, deshalb vor jedem Spezialmittel prüfen, ob es für das Dachmaterial freigegeben ist.