Warum Unkraut in der Fuge so gut wächst
Eine frisch verfüllte Fuge aus Brechsand ist ein schlechter Boden. Sie hält kaum Wasser und enthält keine Nährstoffe. Das ändert sich mit jedem Jahr. Abrieb von Schuhen und Reifen, Staub, Blütenpollen und Laubreste rieseln in die Fuge und bilden oben eine dunkle Schicht. Das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) beschreibt den Kreislauf so: Abgestorbene Pflanzenteile werden zu Humus und damit zum Nährboden für neue Unkräuter. Humus und Feinboden verstopfen die groben Poren, die Fläche bleibt länger feucht, und davon profitiert das nächste Unkraut.
Samen kommen mit dem Wind, mit Vögeln und aus den Beeten nebenan. Sie keimen genau in dieser Humusschicht. Je breiter die Fuge, desto mehr Platz haben sie. Bei Betonpflaster unter 12 Zentimetern Steindicke nennt die DIN 18318 eine Fugenbreite von 3 bis 5 Millimetern, Natursteinpflaster hat oft deutlich breitere Fugen und wächst entsprechend schneller zu.
Welche Methode wirkt, hängt davon ab, was in der Fuge sitzt. Drei Gruppen verhalten sich sehr unterschiedlich:
| Gruppe | Beispiele | wo die Kraft sitzt | was dauerhaft hilft |
|---|---|---|---|
| Keimlinge und einjährige Kräuter | Vogelmiere, Hirtentäschel, einjährige Gräser | in den oberirdischen Teilen, flache Wurzeln in der Humusschicht | jede Methode, dazu die Humusschicht entfernen |
| Pfahlwurzler | Löwenzahn | in der Pfahlwurzel, die bis in die Bettung reicht | Unkrautstecher, die Wurzel ganz heraushebeln |
| Ausläufer-Unkräuter | Quecke, Giersch, Ackerschachtelhalm | in Ausläufern, die unter den Steinen weiterwandern | wiederholt ziehen, die Pflanzen über Jahre schwächen |
Welche Methode ist die beste?
Die beste Methode holt die Wurzel mit heraus. Bei Löwenzahn leistet das nur der Unkrautstecher, bei Keimlingen und jungen Kräutern genügen Hitze, Bürste oder Fugenkratzer. Wer schnell eine große Fläche freibekommen will, greift zu Bürste oder Hitze und nimmt in Kauf, dass er öfter ran muss.

| Methode | erreicht | Tempo | Haken |
|---|---|---|---|
| Unkrautstecher | Pfahlwurzel komplett | langsam, Pflanze für Pflanze | Knie und Rücken, bei vielen Pflanzen mühsam |
| Fugenkratzer | Pflanzen samt Humusschicht | langsam | große Flächen dauern Tage |
| Akku-Fugenbürste | Blätter und Fugenoberfläche | schnell, im Stehen | Vegetationspunkt bleibt oft stehen, Pflanzen treiben nach |
| Abflammen, Infrarot | oberirdische Teile | schnell | 4 bis 6 Durchgänge im Jahr, Brandgefahr |
| heißes Wasser, Dampf | oberirdische Teile, junge Pflanzen ganz | mittel | 3 bis 4 Durchgänge, Wasser muss heiß ankommen |
| Hochdruckreiniger | Pflanzen, Humus, Fugensand | schnell | spült den Sand aus, Nachsanden ist Pflicht |
| Speiseessig, 6 % | Blätter | mittel | höchstens zweimal im Jahr, schadet kalkhaltigem Stein |
Das LfULG hat handgeführte Verfahren über mehrere Jahre auf Wegen und Plätzen verglichen. Die Rangfolge in der Wirkung war eindeutig. Strom wirkte am besten, dann Heißwasser und Heißschaum, dann Infrarot, Abflammen und Heißluft. Bei der Flächenleistung drehte sich die Reihenfolge um. Strom ist dabei ein Verfahren für Bauhöfe mit Spezialgeräten. Für den Hausgebrauch bleiben die übrigen Methoden, und dort gilt die Faustregel aus dem Versuch. Je schneller ein Verfahren über die Fläche geht, desto öfter muss es wiederholt werden.
Mechanisch: Fugenkratzer und Unkrautstecher
Mechanische Verfahren empfiehlt das LfULG als erste Wahl. Sie wirken sofort, hinterlassen keine Rückstände und sind die einzigen, die eine Pfahlwurzel ganz herausholen.
- Unkrautstecher haben eine schmale, gegabelte Klinge. Du setzt sie direkt neben der Pflanze in die Fuge, stichst schräg unter die Wurzel und hebelst sie heraus. Bei Löwenzahn lohnt es sich, langsam zu ziehen. Reißt die Wurzel ab, treibt der Rest wieder aus.
- Fugenkratzer mit L-förmiger Klinge ziehst du durch die Fuge. Sie nehmen Pflanzen mit flachen Wurzeln und die dunkle Humusschicht in einem Arbeitsgang mit. Modelle mit Stiel ersparen das Knien.
- Drahtbürsten von Hand eignen sich für Ecken, Stufen und Ränder, an die größere Geräte nicht herankommen.
Wurzelunkräuter ziehst du nach einem Regen, wenn die Fuge feucht und locker ist und die Wurzel leichter nachgibt. Die Humusschicht kratzt du an trockenen Tagen aus. Dann ist sie krümelig und löst sich sauber, während sie nass schmiert und in der Fuge stecken bleibt.
Bei Quecke und Giersch reicht ein einzelner Durchgang selten. Ihre Ausläufer laufen in der Bettung unter den Steinen weiter und treiben in der Nachbarfuge wieder aus. Hier hilft Ausdauer. Zieh die Triebe jedes Mal, sobald sie erscheinen, bis die Pflanze erschöpft ist.
Akku-Fugenbürste: schnell auf großen Flächen
Für eine Einfahrt oder einen Hof mit mehreren hundert Metern Fuge ist der Handkratzer eine Arbeit für mehrere Tage. Eine elektrische Fugenbürste schafft dieselbe Fläche an einem Nachmittag. Eine rotierende Bürste läuft im Stehen an einem Teleskopstiel durch die Fugen und schleudert Pflanzen und lose Humusreste heraus.
Der Kärcher WRE 18-55 arbeitet laut Datenblatt mit einer 180 Millimeter großen Nylonbürste und 2.300 bis 2.800 Umdrehungen pro Minute. Laut Kärcher ist er für trockenes Moos und Unkraut wie Löwenzahn und Wegerich auf Steinoberflächen gedacht. Mit dem 2,5-Ah-Akku der 18-V-Plattform reicht eine Ladung laut Hersteller für rund 15 Minuten oder 15 Quadratmeter, mit 5,0 Ah für das Doppelte. Das Gerät wiegt ohne Akku 2,9 Kilogramm, der Bürstenkopf ist winkelverstellbar, und im Lieferumfang liegen zwei Borstenbänder. Die Solo-Version kommt ohne Akku und Ladegerät, das Battery Set bringt beides mit.
Die Akku-Fugenreiniger von Einhell arbeiten mit kleineren Bürsten. Der Einhell GC-CC 18 Li dreht laut Hersteller mit 1.200 Umdrehungen pro Minute und hat 100 Millimeter große Bürsten aus Stahl und Nylon. Der Einhell GE-CC 18/110 Li E bringt 110-Millimeter-Bürsten und zwei Drehzahlstufen mit. Stahlborsten greifen fester sitzende Pflanzen besser, Nylon schont empfindliche Beläge.
Was Bürsten leisten und wo ihre Grenze liegt, hat das LfULG mit zwei Unkrautbürsten-Verfahren von 2021 bis 2022 untersucht. Die Wirkung war sofort sichtbar, der Unkraut-Deckungsgrad lag nach der Behandlung bei 0 bis 4 Prozent, auf den unbehandelten Vergleichsflächen bei 7 bis 14 Prozent. Der Vegetationspunkt der Pflanzen wurde dabei oft nicht erfasst, und die Unkräuter trieben wieder aus. Auf Betonpflaster beobachteten die Prüfer einen leichten Abtrag der Oberfläche, dazu Staub und Funkenflug. An Masten, Geländern, in Ecken und Mulden blieben Pflanzen stehen.
Die Bürste ist damit das Werkzeug für die regelmäßige Pflege großer Flächen. Einzelne Löwenzahnpflanzen holst du vorher oder danach mit dem Stecher heraus.
Hitze: Abflammen, Infrarot und heißes Wasser
Laut LfULG stirbt Pflanzengewebe ab, wenn es kurz auf 57 Grad erwärmt wird. Ein kurzes Überstreichen mit der Flamme genügt deshalb. Die Zellen platzen, und die Blätter welken in den folgenden Stunden.
- Abflammgeräte mit Gaskartusche arbeiten mit offener Flamme. Das LfULG weist auf die hohe Brandgefahr hin. Trockenes Laub, Rindenmulch, Hecken und Holzzäune in der Nähe sind tabu, dazu feste Schuhe und lange Hosen.
- Infrarotgeräte erhitzen über eine glühende Fläche ohne sichtbare Flamme. Das LfULG zählt sie zur selben Gruppe wie Abflammen und Heißluft, auch hier entstehen bei brennbarem Material Rauch und Brandgefahr.
- Heißes Wasser aus dem Wasserkocher reicht für einzelne Stellen. Das LfULG hält Heißwasser und Dampf für weniger gefährlich und gut wirksam. Für eine ganze Fläche brauchst du viel Wasser, das heiß ankommen muss.
Die Grenze aller Hitzeverfahren ist die Wurzel. Im Heißwasser-Versuch des LfULG sank der Unkraut-Deckungsgrad von 23 auf 6 Prozent, nach 14 Monaten und 7 Behandlungen. Einige Arten waren schon nach ein bis zwei Durchgängen verschwunden. Gegen Löwenzahn reichten 3 bis 4 Behandlungen im Jahr nicht, er blieb fast als einzige Art übrig und breitete sich sogar weiter aus.
Daraus folgt die Empfehlung des LfULG für die Zahl der Durchgänge:
| Verfahren | Wirkung | mindestens nötige Durchgänge pro Jahr |
|---|---|---|
| Abflammen, Infrarot, Heißluft | geringste der drei Gruppen | 4 bis 6 |
| Heißwasser, Heißschaum | mittel | 3 bis 4 |
| Strom (Profigerät) | höchste, auch gegen Löwenzahn | 1 bis 2 |
Ein oder zwei Anwendungen reichen laut LfULG nicht, um ein Verfahren zu beurteilen. Deutliche Erfolge zeigten sich meist erst im zweiten oder dritten Jahr. Wer abflammt, plant also eine Saison mit regelmäßigen Terminen ein.
Hochdruckreiniger: räumt aus, nimmt aber den Sand mit
Der Hochdruckreiniger ist das schnellste Werkzeug für verschmutzte Fugen. Mit der Rotordüse oder dem Punktstrahl reißt er Pflanzen, Humus und Moos in einem Durchgang heraus. Dabei nimmt er auch den Fugensand mehrere Zentimeter tief mit. Die Steine verlieren seitlichen Halt, und in die offene Rinne weht innerhalb einer Saison neuer Schmutz.
Der Flächenreiniger spült weniger aus, erreicht tiefe, zugewachsene Fugen aber schlechter. Wurzelunkräuter entfernt keiner der beiden zuverlässig, die Pfahlwurzel bleibt meist stecken. Welcher Druck für welches Pflaster passt und wie viel Sand danach fehlt, steht im Ratgeber Pflastersteine mit dem Hochdruckreiniger reinigen.
Was auf Pflaster verboten ist
Auf Wegen, Terrassen, Einfahrten und allen anderen befestigten Flächen verbietet § 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, auch im privaten Garten. Rechtlich zählt der Zweck. Alles, was du gezielt gegen Pflanzen einsetzt, ist ein Pflanzenschutzmittel, auch ein Hausmittel. Das Umweltbundesamt nennt für Verstöße Bußgelder bis 50.000 Euro.
| Mittel | auf befestigten Flächen |
|---|---|
| Speiseessig, auf 6 % verdünnt, gezielt je Pflanze | erlaubt, höchstens zweimal im Jahr |
| Essigessenz, Essigreiniger | verboten |
| Salz, Essig mit Salz | verboten |
| Natron, Soda, Backpulver | verboten |
| Grünbelagentferner, Steinreiniger, Moosvernichter | verboten gegen Unkraut |
| Unkrautvernichter aus dem Handel | verboten, auch wenn sie für Beete zugelassen sind |
Die Ausnahme für Speiseessig ist eng. Sie gilt seit 2022 und verlangt Lebensmittelqualität, 6 Prozent Säure in der Spritzlösung, Temperaturen über 20 Grad und höchstens 1 Liter je 100 Quadratmeter. Die Einzelheiten zu Mischung und Zeitfenster stehen im Ratgeber Unkraut in Fugen mit Essig entfernen. Gegen Löwenzahn verschafft auch Essig nur eine Pause, weil er die Wurzel nicht erreicht.
Nach dem Entfernen: auskehren und neu verfüllen
Nach jeder Bekämpfung empfiehlt das LfULG zu kehren. Abgestorbene Pflanzenteile, die in der Fuge liegen bleiben, werden zu Humus und damit zum Keimbett für die nächste Runde. Kehren verringert außerdem die Zahl der Samen auf der Fläche und vernichtet kleine Keimlinge. Wer nicht kehrt, fördert laut LfULG eher die weitere Verunkrautung.
- Pflanzen und Wurzeln entfernen, je nach Art mit Stecher, Kratzer, Bürste oder Hitze.
- Humusschicht auskratzen, bis wieder heller Sand erscheint. Meist sind das die oberen ein bis zwei Zentimeter.
- Gründlich auskehren und das Material in die Biotonne geben. Zurückgefegt wäre es der nächste Nährboden.
- Fuge neu verfüllen, mit trockenem Brechsand der Körnung 0/2 bis 0/5 bis zur Oberkante der Steine. Diagonal zu den Fugen einkehren, leicht einschlämmen, nach dem ersten Regen nachkehren.
Eine bis oben gefüllte Fuge bietet angewehten Samen kaum Halt. Wie das Verfüllen im Detail geht und warum gebrochener Sand besser hält als runder Spielsand, zeigt der Ratgeber Moos zwischen Pflastersteinen entfernen. Wer die Fugen für mehrere Jahre schließen will, kann sie mit festem Fugenmörtel oder Kunstharz verfüllen. Das ist ein eigenes Projekt mit eigenen Regeln für Untergrund und Wasserdurchlässigkeit.
Der richtige Zeitpunkt
Am meisten erreichst du im Frühjahr, solange die Pflanzen klein sind. Junge Keimlinge sterben bei jeder Methode zuverlässig ab, und wer vor der Samenreife eingreift, verhindert die nächste Generation in den Fugen. Löwenzahn bildet seine Pusteblumen schon im späten Frühjahr, ein Durchgang davor spart viel Arbeit im Sommer.
Unkraut läuft laut LfULG in mehreren Wellen auf. In feuchten Jahren förderte die Witterung im Versuch den Wiederaustrieb nach Infrarot-Behandlungen. Plane deshalb über die Saison weitere Termine ein, bei Hitzeverfahren im Abstand von einigen Wochen, bei mechanischer Arbeit immer dann, wenn neue Triebe zu sehen sind.
Wie viel Grün darf bleiben?
Eine Fläche ganz ohne Pflanzen ist unter Praxisbedingungen kaum zu erreichen, so das Fazit des LfULG nach mehreren Versuchsjahren. Jedes Verfahren hat Wirkungslücken, und die unempfindlichen Arten setzen sich durch. Das Landesamt rät deshalb, vorab abzuwägen, ob eine Fläche wirklich völlig frei sein muss.
Für eine Terrasse oder einen Weg am Haus ist das eine praktische Frage. Ein paar Gräser in den Fugen einer wenig genutzten Gartenfläche schaden weder den Steinen noch der Optik stark. Auf Wegen, Stufen und Zufahrten stören Pflanzen dagegen, und jede bringt mit der Zeit mehr Humus in die Fuge. Hier lohnt sich der Aufwand.
Fazit: Wurzel raus, Fuge zu
Für eine Fuge, die lange frei bleibt, zählen zwei Schritte. Die Wurzel muss heraus, und die Fuge muss bis oben mit sauberem Brechsand gefüllt sein. Der Unkrautstecher erledigt den ersten Schritt bei Löwenzahn, der Fugenkratzer bei allem anderen, eine Akku-Fugenbürste beschleunigt die Arbeit auf großen Flächen.
Wer lieber mit Hitze arbeitet, plant für die erste Saison vier bis sechs Durchgänge ein und rechnet mit Erfolgen ab dem zweiten Jahr. Salz, Natron und Unkrautvernichter bleiben im Schrank. Im nächsten Frühjahr ist der beste Zeitpunkt für den ersten Durchgang, bevor die ersten Pusteblumen ihre Samen verteilen.
Häufige Fragen
Wie entferne ich Unkraut aus Fugen am besten?
Mit einer Methode, die zur Wurzel passt. Keimlinge und einjährige Kräuter gehen mit Hitze, Bürste oder Fugenkratzer ein. Löwenzahn und andere Pfahlwurzler holst du mit dem Unkrautstecher heraus, am besten nach einem Regen, wenn die Fuge locker ist. Danach die Fuge auskehren und mit Brechsand bis zur Oberkante verfüllen, damit neue Samen keinen Humus mehr finden.
Welches Gerät entfernt Unkraut aus Fugen?
Für große Flächen eignen sich Akku-Fugenbürsten. Der Kärcher WRE 18-55 arbeitet mit einer 180-Millimeter-Nylonbürste und 2.300 bis 2.800 Umdrehungen pro Minute, laut Kärcher schafft er mit 2,5-Ah-Akku rund 15 Quadratmeter je Ladung. Einhell baut Fugenreiniger mit kleineren Stahl- und Nylonbürsten. Für einzelne Pflanzen mit tiefer Wurzel bleibt der Unkrautstecher das genauere Werkzeug.
Darf ich Salz gegen Unkraut in den Fugen streuen?
Nein. Auf Pflaster, Platten und anderen befestigten Flächen verbietet § 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, und dazu zählt alles, was du gezielt gegen Pflanzen einsetzt. Salz hat anders als Speiseessig keine Ausnahme. Das Umweltbundesamt nennt für Verstöße Bußgelder bis 50.000 Euro, dazu greift Salz Beton und Naturstein an.
Wie oft muss ich Unkraut in Fugen abflammen?
Mehrmals im Jahr. Das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie empfiehlt für Abflammen, Infrarot und Heißluft mindestens 4 bis 6 Durchgänge pro Jahr, für Heißwasser und Heißschaum 3 bis 4. Deutliche Erfolge zeigten sich in den Versuchen meist erst im zweiten oder dritten Jahr.
Hilft kochendes Wasser gegen Unkraut in den Fugen?
Ja, gegen junge Pflanzen. Pflanzengewebe stirbt laut LfULG ab, wenn es kurz auf 57 Grad erwärmt wird, kochendes Wasser aus dem Wasserkocher reicht dafür. Die Wurzeln von Löwenzahn und Quecke erreicht es kaum, sie treiben wieder aus. Für einzelne Stellen ist heißes Wasser praktisch, für eine ganze Einfahrt ist der Aufwand groß.
Warum kommt Löwenzahn nach dem Abflammen immer wieder?
Weil die Hitze nur die Blätter trifft. Die Pfahlwurzel reicht durch den Fugensand bis in die Bettung und hat genug Reserven, um neu auszutreiben. Im mehrjährigen Versuch des LfULG blieb Löwenzahn auf den mit Heißwasser behandelten Flächen als fast einzige Art übrig. Gegen ihn hilft der Unkrautstecher, der die Wurzel ganz heraushebelt.
Ist der Hochdruckreiniger gut gegen Unkraut in den Fugen?
Er räumt Pflanzen und Humus gründlich aus, spült aber auch den Fugensand mehrere Zentimeter tief heraus. Die Steine verlieren damit seitlichen Halt, und in die offene Fuge weht schnell neuer Schmutz. Wer ihn nutzt, plant das Nachsanden mit Brechsand fest ein.
Wann ist die beste Zeit, Unkraut aus den Fugen zu entfernen?
Im Frühjahr, solange die Pflanzen klein sind und bevor sie Samen bilden. Unkraut läuft in mehreren Wellen auf, deshalb braucht es über die Saison weitere Durchgänge. Pfahlwurzler ziehst du nach einem Regen, die Humusschicht kratzt du an trockenen Tagen aus, dann ist sie krümelig und löst sich sauber.