Technische Daten
| Geräteklasse | Akku-Fenstersauger für Glas, Fliesen, Spiegel und Duschkabinen |
|---|---|
| Bestellnummer | 06008B7000 (EAN 3165140920148), Variante Solo Plus 06008B7200 (EAN 3165140976374) |
| Akkuspannung | 3,6 V |
| Akkukapazität | 2,0 Ah, Lithium-Ionen, fest verbaut |
| Betriebszeit | 30 min |
| Reinigungsleistung je Akkuladung | 105 m², laut Bosch rund 35 Fenster |
| Ladedauer | 130 min, über Micro-USB |
| Schmutzwassertankkapazität | 100 ml |
| Saugköpfe (Set) | ein großer und ein kleiner, je mit eigener Abziehlippe; die Breiten weist Bosch im Datenblatt nicht aus, Händler nennen 266 und 133 mm |
| Gerätehöhe | 222 mm |
| Maße (L × B × H) | 162 × 96 × 222 mm |
|---|---|
| Gewicht | 0,700 kg |
| Ladezustandsanzeige | LED-Anzeige am Gerät |
| Lieferumfang Set | großer Saugkopf, kleiner Saugkopf, Spray-Applikationsflasche, großes und kleines Mikrofasertuch, Micro-USB-Lader, Karton |
| Lieferumfang Solo Plus | großer Saugkopf, Spray-Applikationsflasche, Micro-USB-Kabel, Karton |
| Einsatzflächen | Haus- und Autofenster, Spiegel, Fliesen, Duschkabinen; dazu Kondenswasser und verschüttete Flüssigkeiten |
| UVP | 87,99 € (Set), 76,98 € (Solo Plus) |
| Straßenpreis | ca. 63 € (Set) und ca. 55 € (Solo Plus) bei Alternate |
| Vergleichsmodell | Kärcher WV 6 Plus (1.633-741.0): 100 min, ca. 300 m², 150-ml-Tank, 280-mm-Düse, ca. 72 € |
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwei Saugköpfe im Set decken Fensterfläche und Sprossen ab, ohne dass eine zweite Düse nachgekauft wird
- Bosch überträgt die Wischblatt-Beschichtung aus dem Automobilbereich auf die Abziehlippe, das Ziel ist ein gleitender, geräuscharmer Zug
- Mit 0,70 kg und 222 mm Bauhöhe das handlichste Gerät der Klasse, auch in der Duschkabine
- Micro-USB als Ladeanschluss, ein verlorenes Netzteil ist damit kein Problem
- Zwei Mikrofasertücher liegen bei, passend zu den beiden Saugköpfen
- Bosch gibt das Gerät ausdrücklich für Kondenswasser und verschüttete Flüssigkeiten frei, nicht nur für Fenster
Das spricht dagegen
- 30 Minuten Laufzeit gegen 130 Minuten Ladezeit: das Verhältnis ist das schlechteste seiner Klasse
- Der 100-ml-Tank ist der kleinste im Vergleichsfeld und will bei Außenfenstern häufig geleert werden
- Die Breiten der Saugköpfe stehen nicht im Datenblatt, ein direkter Vergleich mit der Konkurrenz ist aus Herstellerdaten nicht führbar
- Der Akku ist fest verbaut, ein Wechselakku ist nicht vorgesehen
- Die Variante Solo Plus spart den kleinen Saugkopf und das zweite Tuch ein, kostet aber nur rund acht Euro weniger
Der Bosch GlassVAC ist ein Akku-Fenstersauger mit 30 Minuten Laufzeit, 105 Quadratmetern je Ladung und 0,70 Kilogramm Gewicht. Sein Alleinstellungsmerkmal steckt im Karton: zwei Saugköpfe in unterschiedlicher Breite. Grundlage dieser Einordnung sind das Bosch-Datenblatt zur Sachnummer 06008B7000 sowie die Listungen bei Alternate und Amazon.
Zwei Saugköpfe, und warum das mehr wert ist als es klingt
Ein Fenstersauger scheitert selten an der Fläche. Er scheitert an den Rändern.
Ein 266 Millimeter breiter Saugkopf zieht eine große Scheibe in drei Bahnen ab. Sobald aber ein Sprossenfenster, ein schmales Oberlicht oder das Profil einer Duschkabine kommt, stößt derselbe Kopf überall an, und die letzten Zentimeter bleiben nass.
Genau dafür liegt dem GlassVAC-Set ein zweiter, schmaler Saugkopf bei, mit eigener Abziehlippe und einem eigenen Mikrofasertuch für die Sprühflasche. Bei Kärcher ist die schmale Absaugdüse Zubehör und kostet extra.
Bosch gibt neben Haus- auch Autofenster frei, und dort ist der schmale Kopf an den geneigten Säulen genauso nützlich. Der Sauger ist dabei der letzte Arbeitsschritt: Er nimmt das Restwasser von den Scheiben, nachdem die Wäsche nach dem Ablauf aus der Anleitung zum Autowaschen von Hand erledigt ist.
Bosch weist die Breiten der beiden Köpfe im Datenblatt nicht aus. Händlerlistungen nennen 266 und 133 Millimeter, wir führen das hier als Händlerangabe und nicht als Herstellerwert.
Die Wischblatt-Herkunft ist kein Marketing
Bosch nennt die Beschichtung der Abziehlippe “Power Protection Plus” und verweist ausdrücklich auf den eigenen Automobilbereich. Das ist eine plausible Verbindung, weil beide Bauteile dieselbe Aufgabe lösen: eine Gummikante über nasses Glas ziehen, ohne dass sie springt, rattert oder Wasser zurücklässt.
Ein Scheibenwischer, der quietscht, hat eine Lippe, die abwechselnd haftet und losreißt. Beim Fenstersauger ist der Effekt derselbe, nur langsamer geführt: Die Lippe bleibt hängen, springt weiter, und an jeder Sprungstelle bleibt eine feine Wasserlinie stehen. Bosch nennt als Ergebnis der Beschichtung sanftes Gleiten, kürzere Reinigungszeit und keine Quietschgeräusche.
Belegen lässt sich das aus Datenblättern nicht, es ist eine Konstruktionsaussage des Herstellers. Nachvollziehbar ist sie, weil Bosch in beiden Feldern produziert.
30 Minuten gegen 130 Minuten Ladezeit
Die schwächste Zahl des Geräts steht bei der Energie.
| Merkmal | Bosch GlassVAC | Kärcher WV 6 Plus |
|---|---|---|
| Laufzeit | 30 min | 100 min |
| Fläche je Ladung | 105 m² | ca. 300 m² |
| Ladezeit | 130 min | 170 min |
| Verhältnis Laden zu Arbeiten | 4,3 : 1 | 1,7 : 1 |
| Tank | 100 ml | 150 ml |
| Gewicht | 0,70 kg | 0,8 kg |
| Bauhöhe | 222 mm | 310 mm |
| Saugköpfe | zwei | einer |
| Preis (ca.) | 63 € | 72 € |
Auf jede Minute Arbeit kommen beim GlassVAC gut vier Minuten Laden. Das ist bei einem fest verbauten Akku ohne Wechselmöglichkeit der Punkt, an dem die Planung anfängt: Wer sich einen ganzen Fenstertag vornimmt, sollte die Ladung vorher voll haben und im Zweifel eine Pause einplanen.
Zur Ehrenrettung gehört, dass 105 Quadratmeter für die meisten Wohnungen ausreichen. Eine Dreizimmerwohnung hat vielleicht 12 bis 15 Quadratmeter Fensterfläche, beidseitig also unter 30. Selbst mit Duschkabine, Spiegeln und Fliesen bleibt Luft. Erst beim Haus wird die Ladung knapp.
Der Tank passt zur Laufzeit
100 Milliliter sind der kleinste Wert im Vergleichsfeld. Das klingt nach einer Schwäche, ist aber konsequent: Ein Tank, der länger reicht als der Akku, bringt nichts.
Bei 30 Minuten Laufzeit und normal verschmutzten Innenfenstern kommt man mit einer Tankfüllung meist durch. Bei stark verschmutzten Außenfenstern nach dem Winter, wo großzügig gesprüht wird, wird ein- bis zweimal geleert. In der Duschkabine, die Bosch ausdrücklich freigibt, ist das die passende Reihenfolge: erst das Wasser abziehen, damit kein Kalk antrocknet. Gegen bereits festsitzende Ablagerungen arbeitet ein Dampfgerät wie der Kärcher SC 3 EasyFix gründlicher.
Der Vorteil des kleinen Behälters ist dabei die kompakte Bauform: 222 Millimeter Höhe und 0,70 Kilogramm sind die direkte Folge davon, und beides zahlt sich über Kopf und in der engen Duschkabine aus.
Micro-USB statt Spezialnetzteil
Ein unscheinbares Detail mit echtem Alltagswert: Der GlassVAC lädt über Micro-USB.
Bei den meisten Akku-Haushaltsgeräten hängt die Nutzbarkeit an einem proprietären Netzteil, das nach drei Jahren im Kellerregal verschwunden ist und nur noch als Ersatzteil nachbestellt werden kann. Hier tut es jedes USB-Netzteil, jeder Laptop-Anschluss und jede Powerbank.
Der Preis dafür ist die Ladeleistung. Micro-USB liefert typischerweise deutlich weniger als ein dediziertes Ladegerät, und daraus erklären sich die 130 Minuten Ladezeit für einen 2,0-Ah-Akku.
Set oder Solo Plus
Bosch bietet das Gerät in zwei Konfigurationen an, bei identischer Technik.
| Set (06008B7000) | Solo Plus (06008B7200) | |
|---|---|---|
| Großer Saugkopf | ja | ja |
| Kleiner Saugkopf | ja | nein |
| Mikrofasertücher | groß und klein | eines |
| Sprühflasche | ja | ja |
| Ladeanschluss | Micro-USB-Lader | Micro-USB-Kabel |
| UVP | 87,99 € | 76,98 € |
| Straßenpreis | ca. 63 € | ca. 55 € |
Rund acht Euro Unterschied für einen kompletten zweiten Saugkopf mit Lippe und Tuch: Das Set ist die klar bessere Rechnung. Eine einzelne Ersatzlippe kostet in dieser Geräteklasse bereits um die zwölf Euro.
Sinnvoll ist das Solo Plus nur, wenn feststeht, dass ausschließlich große, rahmenfreie Scheiben bearbeitet werden. Das ist selten, denn spätestens die Duschkabine oder das Badezimmerfenster kommt bei fast jedem vor.
Für wen der GlassVAC passt
Passend ist er für Wohnungen bis etwa 100 Quadratmeter Glasfläche im Jahr, für alle mit kleinteiligen Fenstern und für alle, die den Sauger auch in der Dusche und für Kondenswasser einsetzen wollen. Die kompakte Bauform und der zweite Saugkopf sind für dieses Nutzungsmuster genau die richtigen Argumente.
Weniger passend ist er für Häuser mit vielen großen Fenstern, wo eine Ladung nicht durch den Tag trägt und die 130 Minuten Ladezeit im Weg stehen. Dort ist der Kärcher WV 6 Plus mit seinen rund 300 Quadratmetern die passendere Wahl, obwohl er nur einen Saugkopf mitbringt.
Fazit
Der Bosch GlassVAC ist der vollständigste Fenstersauger seiner Preisklasse. Zwei Saugköpfe, zwei Tücher, Sprühflasche und Micro-USB-Ladung für rund 63 Euro decken alles ab, was in einer Wohnung an glatten Flächen anfällt, und die aus dem Automobilbereich übernommene Lippenbeschichtung ist ein Argument, das kein Wettbewerber in dieser Form führt.
Die Grenze steht beim Akku: 30 Minuten Arbeit gegen 130 Minuten Laden ist ein Verhältnis, das ein ganzes Haus nicht mitmacht. Für Wohnungen ist das kein Problem, dort ist der GlassVAC im Set bei Alternate* die runde Empfehlung. Wer ein Haus mit vielen Fenstern hat, legt neun Euro drauf und nimmt den Kärcher WV 6 Plus mit dreifacher Laufzeit. Die Variante Solo Plus* lohnt sich nur, wenn der schmale Saugkopf sicher nie gebraucht wird.
Häufige Fragen
Wie lange hält der Akku beim Bosch GlassVAC?
Bosch gibt 30 Minuten Betriebszeit an und rechnet das in rund 105 Quadratmeter oder etwa 35 Fenster um. Der fest verbaute Lithium-Ionen-Akku hat 3,6 Volt bei 2,0 Amperestunden. Die Ladedauer beträgt 130 Minuten über Micro-USB. Damit ist die Ladezeit gut viermal so lang wie die Laufzeit.
Was ist der Unterschied zwischen GlassVAC Set und GlassVAC Solo Plus?
Die Technik ist bei beiden identisch: 3,6 Volt, 30 Minuten, 105 Quadratmeter, 100-Milliliter-Tank, 0,70 Kilogramm. Dem Set (06008B7000) liegen ein großer und ein kleiner Saugkopf sowie zwei Mikrofasertücher bei. Das Solo Plus (06008B7200) hat nur den großen Saugkopf und ein Tuch. Im Handel trennen die beiden rund acht Euro, was das Set zur besseren Rechnung macht.
Wofür ist der kleine Saugkopf des GlassVAC gedacht?
Für schmale Flächen, an denen der breite Kopf an den Rahmen stößt: Sprossenfenster, schmale Oberlichter, die Profile einer Duschkabine, Autoscheiben mit stark geneigten Säulen. Bosch liefert ihn im Set mit eigener Abziehlippe. Bei Kärcher ist eine schmale Absaugdüse Zubehör und kostet extra, das ist der auffälligste Ausstattungsvorteil des GlassVAC.
Was bedeutet Power Protection Plus beim GlassVAC?
So nennt Bosch die patentierte Gummibeschichtung der Abziehlippe. Sie stammt aus dem Bereich der Scheibenwischer für Autos, wo dieselbe Aufgabe gelöst wird: Wasser rückstandsfrei abziehen, ohne Rattern und Quietschen. Bosch nennt als Ziel streifenfreie Ergebnisse bei kürzerer Reinigungszeit und ohne Quietschgeräusche.
Wie groß ist der Schmutzwassertank des Bosch GlassVAC?
100 Milliliter. Das ist der kleinste Wert im Vergleichsfeld, der Kärcher WV 6 Plus fasst 150 und das Kärcher WV 2 Universal Precision 120 Milliliter. Bei Innenfenstern mit dünnem Wasserfilm reicht das für viele Scheiben, bei stark verschmutzten Außenfenstern wird häufiger entleert. Zur Laufzeit von 30 Minuten passt der Tank allerdings gut, denn beide sind ähnlich knapp bemessen.
Kann man den GlassVAC in der Dusche verwenden?
Ja, Bosch gibt ausdrücklich Duschen, Fliesen und Spiegel frei. In der Duschkabine ist der Sauger besonders sinnvoll, weil das abgezogene Restwasser sonst antrocknet und Kalkflecken hinterlässt. Der kleine Saugkopf hilft an den schmalen Profilen und der Silikonfuge. Die geringe Bauhöhe von 222 Millimetern macht das Arbeiten in der engen Kabine leichter.
Wie wird der Bosch GlassVAC geladen?
Über Micro-USB. Dem Set liegt ein Micro-USB-Lader bei, der Variante Solo Plus ein Micro-USB-Kabel. Der praktische Vorteil liegt darin, dass jedes gängige USB-Netzteil oder eine Powerbank das Gerät laden kann. Ein verlorenes Spezialnetzteil legt den Fenstersauger damit nicht still. Die volle Ladung dauert 130 Minuten.
Wie schwer ist der Bosch GlassVAC?
Bosch gibt 0,700 Kilogramm an. Zusammen mit den Abmessungen von 162 mal 96 mal 222 Millimetern ist er das kompakteste Gerät seiner Klasse. Der Kärcher WV 6 Plus wiegt 0,8 Kilogramm und baut mit 310 Millimetern Höhe deutlich größer. Über Kopf und in engen Räumen macht sich der Unterschied bemerkbar.
Nimmt der GlassVAC auch Kondenswasser auf?
Ja, Bosch nennt Kondenswasser und verschüttete Flüssigkeiten ausdrücklich als Anwendungsfall. Bei beschlagenen Scheiben im Winter ist das die häufigste Nutzung außerhalb der Fensterreinigung: Der Sauger zieht das Wasser vom Rahmen weg, bevor es in die Dichtung zieht und Schimmel begünstigt. Für größere verschüttete Mengen ist der 100-Milliliter-Tank allerdings schnell voll.
Reicht der Bosch GlassVAC für ein ganzes Haus?
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 30 bis 40 Quadratmetern Fensterfläche reicht eine Ladung rechnerisch, wenn beide Seiten gemacht werden, wird es knapp. Bosch nennt 105 Quadratmeter je Ladung. Wer regelmäßig ein ganzes Haus in einem Durchgang putzt, ist mit dem Kärcher WV 6 Plus und seinen rund 300 Quadratmetern entspannter unterwegs.