Technische Daten
| Geräteklasse | Akku-Fenstersauger für Glas, Fliesen, Spiegel und Duschkabinen |
|---|---|
| Bestellnummer | 1.633-741.0 (EAN 4054278976471) |
| Arbeitsbreite der Absaugdüse | 280 mm |
| Behälterinhalt Schmutzwasser | 150 ml |
| Akkulaufzeit | 100 min |
| Akkuladezeit | 170 min (Schnellladegerät im Lieferumfang) |
| Akkutyp | Lithium-Ionen, fest verbaut |
| Leistung je Akkuladung | ca. 300 m² |
| Ladezustandsanzeige | Display mit minutengenauer Restlaufzeit |
| Abziehlippe | Xtra!Flex, verlängert, entnehmbar und einzeln reinigbar |
| Absaugdüse | wechselbar (schmale Absaugdüse als Zubehör erhältlich) |
| Spannung / Frequenz (Ladegerät) | 100 bis 240 V / 50 bis 60 Hz |
| Gewicht (inkl. Akku) | 0,8 kg |
|---|---|
| Gewicht (inkl. Verpackung) | 1,3 kg |
| Maße (L × B × H) | 126 × 280 × 310 mm |
| Farbe | Weiß |
| Lieferumfang | Gerät, Schnellladegerät, Sprühflasche Extra mit Mikrofaser-Wischbezug, 20 ml Fensterreiniger-Konzentrat |
| Einsatzflächen | alle glatten Oberflächen: Fenster, Spiegel, Fliesen, Duschkabinen, Vitrinen |
| UVP | 102,49 € |
| Straßenpreis | ca. 72 € bei Alternate |
| Schwestermodell | WV 6 Plus Multi Edition (1.633-514.0): identische Technik, zusätzlich 3 breite Ersatz-Abziehlippen, ca. 80 € |
| Kleinere Klasse | WV 2 Universal Precision (1.633-672.0): 35 min, ca. 105 m², 120-ml-Tank, 0,6 kg |
| Ersatzteile | Abziehlippen breit (280 mm) ab 11,99 €, Verlängerungsset 35,99 €, Mikrofaser-Wischbezüge ab 12,99 € |
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Rund 300 m² je Akkuladung sind das Dreifache der WV-2-Klasse. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus wird damit in einem Durchgang gemacht
- Das Display nennt die Restlaufzeit in Minuten. Eine dreistufige LED-Kette lässt Dich raten, dieses Gerät nicht
- Die verlängerte Xtra!Flex-Lippe zieht die Scheibe in einem Zug ab, statt sie in Bahnen zu zerlegen
- Die Abziehlippe lässt sich nach der Reinigung entnehmen und separat säubern, das verlängert ihre Standzeit spürbar
- 0,8 kg über Kopf sind auch nach der zwanzigsten Scheibe noch tragbar
- Im Handel liegt er rund 30 Euro unter der UVP und damit unter dem Preis mancher Einstiegsmodelle
Das spricht dagegen
- Der Akku ist fest verbaut. Ein Wechselakku wie beim WV 5 gehört zu diesem Modell nicht
- 170 Minuten Ladezeit stehen 100 Minuten Laufzeit gegenüber, ein Nachladen zwischendurch lohnt sich nicht
- Der 150-ml-Tank ist bei stark verschmutzten Außenfenstern nach etwa 15 bis 20 Scheiben voll und will geleert werden
- Die schmale Absaugdüse für Sprossenfenster kostet extra, im Karton liegt nur die 280-mm-Düse
- Ein Verlängerungsset für hohe Fenster schlägt mit rund 36 Euro zu Buche, die Hälfte des Gerätepreises
Der Kärcher WV 6 Plus ist das Spitzenmodell der Kärcher-Fenstersauger: 100 Minuten Akkulaufzeit, rund 300 Quadratmeter je Ladung, eine 280 Millimeter breite Absaugdüse und ein Display, das die Restlaufzeit minutengenau anzeigt. Grundlage dieser Einordnung sind das Kärcher-Datenblatt zur Bestellnummer 1.633-741.0 sowie die Listung bei Alternate.
300 Quadratmeter sind mehr, als ein Haus an Fenstern hat
Die Kernzahl dieses Geräts ist die Flächenleistung je Akkuladung, und sie fällt aus dem Rahmen dessen, was in dieser Geräteklasse üblich ist.
| Modell | Laufzeit | Fläche je Ladung | Tank | Arbeitsbreite | Gewicht | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kärcher WV 6 Plus | 100 min | ca. 300 m² | 150 ml | 280 mm | 0,8 kg | 72 € |
| Kärcher WV 6 Plus Multi Edition | 100 min | ca. 300 m² | 150 ml | 280 mm | 0,8 kg | 80 € |
| Kärcher WV 2 Universal Precision | 35 min | ca. 105 m² | 120 ml | 280 mm | 0,6 kg | – |
| Bosch GlassVAC Set | 30 min | 105 m² | 100 ml | zwei Saugköpfe | 0,7 kg | 63 € |
Der WV 6 Plus liefert das Dreifache der Einstiegsklasse. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus hat rund 30 bis 40 Quadratmeter Fensterfläche, gerechnet mit beiden Seiten also 60 bis 80 Quadratmeter. Selbst mit großzügiger Zugabe für Duschkabine, Spiegel und Fliesen bleibt die Ladung deutlich vor dem Ende des Putztages.
Für die Praxis heißt das: Der Akku ist kein Planungsfaktor mehr. Bei einem Gerät mit 30 Minuten Laufzeit überlegt man, in welcher Reihenfolge man vorgeht und ob man zwischendurch lädt. Hier lädt man einmal vorher und arbeitet durch.
Warum das Display eine echte Verbesserung ist
Die meisten Akkugeräte zeigen den Ladezustand über eine Kette aus drei LEDs. Das reicht, um “voll” von “gleich leer” zu unterscheiden, und sonst für nichts.
Der WV 6 Plus zeigt stattdessen eine Zahl: die Restlaufzeit in Minuten. Der Nutzen liegt in der Planbarkeit. Wer noch 40 Minuten hat und weiß, dass die Fensterfront im Wohnzimmer ungefähr eine Viertelstunde kostet, entscheidet in einer Sekunde, ob er sie noch mitnimmt.
Dass Kärcher diesen Wert bewusst herausstellt, hat einen zweiten Grund: Bei einem fest verbauten Akku gibt es keinen Ersatz-Akku, den man einlegen könnte. Die Information über die Restlaufzeit muss dann verlässlich sein.
Die verlängerte Lippe und was sie löst
Ein Fenstersauger arbeitet in zwei Schritten: Der Wischbezug an der Sprühflasche löst den Schmutz, die Absaugdüse zieht das Wasser mit einer Gummilippe ab und saugt es in den Tank.
Für die Außenseite der Fenster im Erdgeschoss gilt dabei eine Einschränkung, die auch für Autoscheiben zählt: Grober Schmutz gehört vorher weg, sonst schiebt der Wischbezug ihn über das Glas und die Lippe zieht ihn als Schliere nach. Bei Autoscheiben übernimmt das der Vorwäsche-Schritt aus der Anleitung zum Autowaschen von Hand.
Der Schwachpunkt der ersten Gerätegenerationen war die Lippenlänge. Endet die Lippe genau an der Düse, stößt man in jeder Ecke an den Rahmen, bevor die Fläche abgezogen ist. Kärcher setzt beim WV 6 Plus die Xtra!Flex-Lippe ein, die über die Düse hinausragt. Der Hersteller nennt vor allem die bodennahe Anwendung als Gewinn, also den unteren Rand der Scheibe.
Der zweite Punkt an dieser Lippe ist konstruktiv: Sie ist entnehmbar. Eine Gummilippe verschleißt durch eingetrocknete Rückstände und Mikroschmutz, der sich in der Aufnahme sammelt. Wer sie nach der Arbeit herausnimmt und abspült, verlängert die Standzeit deutlich. Ersatzlippen listet Kärcher ab 11,99 Euro, also rund ein Sechstel des Gerätepreises.
Der Tank ist die eigentliche Grenze
Bei 100 Minuten Laufzeit ist der Akku nicht mehr die Grenze, und damit rückt eine andere Zahl nach vorn: 150 Milliliter Schmutzwassertank.
Wie weit das trägt, hängt an der Verschmutzung. Bei Innenfenstern, die alle paar Wochen gemacht werden, bleibt der Wasserfilm dünn, und der Tank hält lange. Bei Außenfenstern nach dem Winter, wo man großzügig sprüht und der Bezug sich vollsaugt, sind es eher 15 bis 20 Scheiben. Danach wird entleert, was Kärcher hygienisch gelöst hat: Der Behälter kommt ab, das Wasser geht in den Ausguss, die Hände bleiben trocken.
Neben Fenstern zählen Fliesen und Duschkabinen zu den freigegebenen Flächen, und dort trifft der Sauger auf Kalk statt auf Staub. Er nimmt das Wasser auf, bevor es antrocknet, gegen bereits festsitzende Ablagerungen arbeitet ein Dampfgerät wie der Kärcher SC 3 EasyFix gründlicher. Die beiden ergänzen sich: Der Dampf löst, der Sauger nimmt ab.
Beim Rechnen mit den 300 Quadratmetern gehört dieser Vorbehalt dazu: Die Akkuladung reicht länger als eine Tankfüllung. Zwei bis drei Entleerungen pro Ladung sind normal, und sie kosten je eine halbe Minute.
Was extra kostet
Der WV 6 Plus kommt mit dem Nötigsten: Gerät, Schnellladegerät, Sprühflasche mit Wischbezug, 20 Milliliter Konzentrat. Drei Dinge fehlen, die je nach Wohnsituation gebraucht werden.
- Schmale Absaugdüse für Sprossenfenster und schmale Scheiben. Kärcher listet sie separat, im Karton liegt nur die 280-mm-Düse.
- Verlängerungsset für hohe Fenster, rund 36 Euro. Ohne endet der Arbeitsbereich beim ausgestreckten Arm.
- Zusätzliche Wischbezüge, ab rund 13 Euro. Ein Bezug ist nach ein paar Fenstern gesättigt und schiebt dann Schmutz statt ihn zu lösen.
Rechnet man Verlängerung und einen zweiten Bezug hinzu, landet man bei rund 120 Euro. Das ist der ehrliche Preis für ein Haus mit hohen Fenstern, und er sollte in der Kaufentscheidung stehen.
WV 6 Plus oder Bosch GlassVAC
Beide Geräte lösen dieselbe Aufgabe und trennen rund neun Euro. Der Unterschied steckt in der Auslegung.
Der Bosch GlassVAC bringt zwei Saugköpfe in unterschiedlicher Breite mit, deckt Sprossenfenster also ab Werk ab, und wiegt 0,7 Kilogramm. Er kommt auf 30 Minuten Laufzeit und 105 Quadratmeter.
Der WV 6 Plus hat einen Saugkopf, dafür die dreifache Laufzeit, den größeren Tank und das Restlaufzeit-Display.
Damit fällt die Entscheidung an der Wohnungsgröße: Bis etwa 100 Quadratmeter Glasfläche im Jahresrhythmus reicht der GlassVAC, und die zwei Saugköpfe sind bei kleinteiligen Fenstern ein echter Vorteil. Ab einem Haus mit vielen Fenstern spielt der WV 6 Plus seine Laufzeit aus.
Für wen der WV 6 Plus passt
Passend ist er für Häuser und größere Wohnungen mit vielen oder großen Fensterflächen, für alle mit einer Duschkabine aus Glas und für alle, die den Fenstertag lieber in einem Durchgang erledigen. Bei rund 72 Euro liegt er dabei unter dem Preis, den manche Einstiegsgeräte aufrufen.
Weniger passend ist er für kleine Wohnungen mit wenigen Fenstern, wo die 100 Minuten nie ausgenutzt werden und ein kleineres Gerät die Aufgabe für weniger Geld erledigt. Und weniger passend für Wohnungen mit vielen Sprossenfenstern, solange die schmale Düse nicht dazugekauft wird.
Fazit
Der Kärcher WV 6 Plus macht die Zahl, an der Fenstersauger sonst scheitern, zur Nebensache: 100 Minuten Laufzeit und rund 300 Quadratmeter je Ladung reichen für ein ganzes Haus in einem Durchgang, und das Display sagt jederzeit, wie viel davon noch übrig ist.
Die Grenzen liegen woanders. Der 150-ml-Tank will zwei- bis dreimal pro Ladung geleert werden, und wer hohe Fenster hat, plant rund 36 Euro für die Verlängerung ein. Wer damit rechnet, bekommt mit dem WV 6 Plus bei Alternate* das ausdauerndste Gerät der Klasse zu einem Preis rund 30 Euro unter Kärchers UVP. Für kleine Wohnungen mit kleinteiligen Fenstern bleibt der Bosch GlassVAC mit seinen zwei Saugköpfen die naheliegendere Wahl.
Häufige Fragen
Wie lange hält der Akku beim Kärcher WV 6 Plus?
Kärcher gibt 100 Minuten Laufzeit je Ladung an und rechnet das in rund 300 Quadratmeter Fensterfläche um. Damit steht der WV 6 Plus an der Spitze der Kärcher-Fenstersauger. Zum Vergleich: Das WV 2 Universal Precision kommt auf 35 Minuten und rund 105 Quadratmeter. Die Ladezeit beträgt beim mitgelieferten Schnellladegerät 170 Minuten.
Was ist der Unterschied zwischen WV 6 Plus und WV 6 Plus Multi Edition?
Technisch keiner. Beide haben 280 Millimeter Arbeitsbreite, 150 Milliliter Tank, 100 Minuten Laufzeit und wiegen 0,8 Kilogramm. Der Multi Edition liegen zusätzlich drei breite Ersatz-Abziehlippen bei, die einzeln je rund 12 bis 15 Euro kosten. Im Handel trennen die beiden rund acht Euro, damit rechnet sich das Set, sofern Du die Lippen wirklich verbrauchst.
Wie groß ist der Schmutzwassertank des WV 6 Plus?
150 Milliliter. Das reicht je nach Verschmutzung für etwa 15 bis 20 normale Fenster, bevor geleert wird. Kärcher hebt die hygienische Entleerung hervor: Der Tank wird abgenommen und ausgeschüttet, ohne dass Du das Schmutzwasser berührst. Das WV 2 Universal Precision fasst zum Vergleich 120 Milliliter.
Was ist die Xtra!Flex-Abziehlippe?
Die verlängerte Abziehlippe des WV 6 Plus. Sie ist länger als die Absaugdüse selbst und soll das Abziehen der gesamten Fläche ohne Unterbrechung ermöglichen, besonders bodennah, wo eine kurze Lippe an den Rahmen stößt. Sie lässt sich nach jeder Reinigung aus der Düse nehmen und einzeln säubern, was ihre Standzeit verlängert. Ersatzlippen listet Kärcher ab 11,99 Euro.
Kann man mit dem WV 6 Plus auch Fliesen und Duschkabinen reinigen?
Ja. Kärcher gibt alle glatten Oberflächen frei: Fenster, Spiegel, Fliesen, Duschkabinen und Vitrinen. In der Dusche ist der Sauger sogar besonders sinnvoll, weil er das Restwasser aufnimmt und damit die Kalkflecken verhindert, die sonst beim Antrocknen entstehen. Auch Kondenswasser an beschlagenen Scheiben nimmt er auf. Für hartnäckigen Kalk auf Fliesen und Armaturen bleibt daneben der Dampfreiniger das gründlichere Werkzeug.
Hat der Kärcher WV 6 Plus einen Wechselakku?
Nein, der Lithium-Ionen-Akku ist fest verbaut. Ein Wechselakku-System gibt es in der Kärcher-Fenstersauger-Reihe beim WV 5, für den Kärcher eine Ladestation mit Wechselakku für rund 57 Euro listet. Beim WV 6 Plus federn die 100 Minuten Laufzeit das ab: Sie reichen für einen kompletten Putzdurchgang, ein Wechsel mittendrin ist selten nötig.
Was liegt dem WV 6 Plus bei?
Das Gerät mit der 280-Millimeter-Absaugdüse, ein Schnellladegerät, die Sprühflasche Extra mit Mikrofaser-Wischbezug und 20 Milliliter Fensterreiniger-Konzentrat. Die schmale Absaugdüse für Sprossenfenster, ein Verlängerungsset für hohe Fenster und zusätzliche Wischbezüge sind Zubehör und kosten extra.
Wie schwer ist der Kärcher WV 6 Plus?
Kärcher gibt 0,8 Kilogramm inklusive Akku an, mit Verpackung 1,3 Kilogramm. Das Gewicht ist bei einem Fenstersauger die zweitwichtigste Zahl nach der Laufzeit, weil das Gerät die meiste Zeit über Schulterhöhe geführt wird. Das kleinere WV 2 wiegt 0,6 Kilogramm, ein voller Tank kommt bei beiden mit bis zu 150 beziehungsweise 120 Gramm dazu.
Braucht man den Kärcher-Fensterreiniger oder geht auch anderes Mittel?
Der Sauger nimmt nur das Wasser auf, gereinigt wird mit dem Wischbezug der Sprühflasche. Kärcher legt 20 Milliliter Konzentrat bei und verkauft den Fensterreiniger RM 500 nach. Zwingend ist das nicht, entscheidend ist ein Mittel, das nicht stark schäumt: Schaum wird vom Sauger schlecht aufgenommen und hinterlässt Schlieren am Rand.
Erreicht man mit dem WV 6 Plus auch hohe Fenster?
Nur mit Zubehör. Kärcher bietet ein Verlängerungsset für rund 36 Euro und ein kurzes Verlängerungsset für rund 35 Euro an, beide passen an die WV-Reihe. Ohne Verlängerung endet der Arbeitsbereich bei der Reichweite des ausgestreckten Arms. Für Dachfenster und hohe Giebelfenster gehört die Verlängerung deshalb fest zur Anschaffung dazu.