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Akku oder Strom: Was unterscheidet die Hochdruckreiniger voneinander?

Bei der Anschaffung vieler Haushalts- oder Gartengeräte stehst Du vor der Frage „Akku oder Strom“, so auch beim Hochdruckreiniger. In diesem Ratgeber kannst Du Dich über die maßgeblichen Unterschiede informieren, wobei auch andere Antriebsmöglichkeiten zur Sprache kommen werden.

 

Was ist ein Hochdruckreiniger?

Es ist zunächst einmal egal, ob ein Hochdruckreiniger mit Akku oder Strom betrieben wird. Es gibt sogar noch andere Antriebsarten. Aber im Kern ist haben alle Geräte dasselbe Funktionsprinzip. Ein Hochdruckreiniger ist ein Arbeitsgerät, welches mit einem hohen Wasserdruck und bei Bedarf unter Zuhilfenahme von Reinigungsmitteln hartnäckige Verschmutzungen löst und entfernt. Der Begriff „hoher Wasserdruck“ ist dabei relativ. Kleine Akku-betriebene Hochdruckreiniger kommen teilweise mit 5 bar oder weniger aus, während Strom- oder mit anderen Alternativen betriebene Reiniger auf 100 oder sogar über 1000 bar Wasserdruck kommen können.

 

Welche Antriebsarten gibt es?

Hochdruckreiniger können auf unterschiedlichste Weise betrieben werden. Es gibt Geräte, die mit Hydraulikmotor oder Zapfwellenantrieb arbeiten, und es gibt Geräte mit Verbrennungsmotor. Darüber hinaus gibt es elektrisch betriebene Hochdruckreiniger, die entweder mit Akku oder direkt mit Strom aus dem Netz funktionieren.

 

Woraus besteht ein Hochdruckreiniger?

Typischerweise setzt sich ein Hochdruckreiniger aus den folgenden Bestandteilen zusammen:

  • Antriebsmotor (wie oben beschrieben, Akku-, Strom- oder anderweitig betrieben)
  • Hochdruckpumpe
  • Heizkörper (optional)
  • Reinigungsmitteltank
  • Rahmen mit Fahrgestell
  • Schutzhaube
  • Hochdruckschlauch
  • Handpistole
  • Hochdruckdüse

Schon an dieser Stelle lässt sich festhalten, dass einige der Komponenten eher nur für den industriellen oder gewerbsmäßigen Einsatz gedacht sind. So ist ein Reinigungsmitteltank, der z.B. auch Desinfektionsmittel aufnehmen kann, für viele kleinere Hochdruckreiniger nicht standardmäßig vorgesehen und bei Akku-Hochdruckreinigern gibt es im Gegensatz zu Strom-betriebenen Hochdruckreinigern keinen Heizkörper. Die Akku-Modelle sind beschränkt auf reine Kaltwasserreinigung.

 

Hochdruckreiniger Akku oder Strom

Funktionsweise

Das Wasser wird mittels einer Kolbenpumpe unter Hochdruck gesetzt und anschließend noch bei mit Heizelementen ausgestatteten Geräten erhitzt. Durch den hohen Druck wird an der Reinigungsdüse bzw. am Sprühkopf ein Wasserstrahl mit hoher Geschwindigkeit erzeugt. Speziell bei Geräten, die mit extrem hohen Drücken arbeiten, lassen sich hartnäckigste Verschmutzungen oder auch Farbschichten entfernen. Gerade im industriellen Umfeld müssen deshalb Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Schutzanzüge) ergriffen werden, weil der scharfe Strahl für eine gewisse Verletzungs- bzw. Unfallgefahr sorgt. Für die meisten Strom- und besonders für Akku-betriebene Hochdruckreiniger ist jedoch auch eine private Nutzung möglich.

 

Klassifizierung von Hochdruckreinigern

Hochdruckreiniger werden aufgrund ihres Druckbereichs in unterschiedliche Klassen eingeteilt:

  • In der unteren Klasse bis 100 bar finden sich die Akku-Hochdruckreiniger und die meisten herkömmlichen Strom-betriebenen Geräte wieder. Ihre Fördermengen reichen bis ca. 7 l/min. Teilweise nennt man die Geräte im Druckbereich unter 20 bar auch Niederdruckreiniger, ein irreführender Begriff, weil der Wasserdruck immer noch weit über dem Normaldruck liegt.
  • Mittelklasse-Geräte verfügen über Arbeitsdrücke von 150 bis 200 bar und fördern bis zu 20 l/min Wasser. Im professionellen Bereich werden auch Geräte mit Fördermengen über 25 l/min eingesetzt.
  • Die sogenannten Höchstdruckreiniger mit über 1000 bar Wasserdruck übernehmen teilweise schon andere Funktionen. So werden Geräte mit bis zu 3000 bar auch eingesetzt, um Oberflächen gezielt zu bearbeiten oder Materialien wie Metall oder Stein zu trennen (Wasserstrahlschneiden).

 

Vergleich von Akku- und Strom-betriebenen Hochdruckreinigern

Mit dem Fokus auf private Nutzung, d.h. die Reinigung von Terrassen, Balkonen, Zäunen, Autos oder Fahrrädern rücken die Geräte der unteren Klasse ins Blickfeld. Das sind die Hochdruckreiniger, die mit Akku oder stationärem Strom angetrieben werden, teilweise auch mit Verbrennungsmotor. Folgende Unterschiede sind hier auszumachen:

  • Ein stationärer Stromanschluss beschränkt die Reichweite. Ein Akku-Hochdruckreiniger ist mobiler und flexibler einsetzbar. Das gilt allerdings nur, wenn der Akku-Reiniger mit Wassertank ausgerüstet ist, da ein Schlauchanschluss für das Wasser auch zu einer eingeschränkten Mobiltät führt.
  • Im Vergleich zu einem Strom-betriebenen Hochdruckreiniger sind die Akku-Geräte üblicherweise deutlich kompakter, leichter und damit auch einfacher zu transportieren.
  • Akku-Hochdruckreiniger sind in der Regel signifikant leiser als Strom-Geräte.
  • Die Leistungsfähigkeit der Modelle, die ihren Strom aus dem Netz beziehen, ist normalerweise deutlich höher als bei Akku-Hochdruckreinigern. Wasserdruck, Fördermenge und damit auch die Reinigungswirkung sind meist deutlich geringer. Ein Maß für die Leistungsfähigkeit bei Akku-Hochdruckreinigern ist unter anderem auch die Ausgangsspannung des Akkus. Je höher die Voltzahl, desto leistungsfähiger der Reiniger. Für stärkere Verschmutzungen sollten schon Geräte mit 36 V gewählt werden.
  • Die Akku-Kapazität ist ein begrenzender Faktor für die Nutzungszeit des Hochdruckreinigers. Nach relativ kurzer Zeit muss der Akku wieder mit Strom aufgeladen werden.
  • Die geringe Akku-Kapazität ist auch ein Grund dafür, dass Akku-Geräte ohne Heizkörper ausgelegt werden und nur für Kaltwasserreinigung geeignet sind.
  • Akku-Hochdruckreiniger arbeiten in der Regel ohne Reinigungsmittel. Das können auch Strom-betriebene Geräte, jedoch tun es nicht alle. Der Verzicht auf Reinigungschemikalien schont die Umwelt und die Gesundheit des Nutzers.

 

Welcher Hochdruckreiniger für welchen Zweck?

Die Einsatzbereiche von Hochdruckreinigern sind vielfältig, sie richten sich aber auch nach der Leistungsfähigkeit der Geräte. Im privaten Bereich kommst Du wahrscheinlich gar nicht dazu, ganze Straßenzüge von Kaugummi befreien oder Ablagerungen in Chemietanks entfernen zu wollen. Dafür empfehlen sich die ohnehin auf Industrieanwendung ausgelegten Geräte der beiden oberen Leistungsklassen. Solltest Du aber häufiger an Deinem Auto oder Motorrad schrauben oder immer wieder Ärger mit vermoosten Gehwegen haben, so helfen Hochdruckreiniger der unteren Klassen mit Arbeitsdrücken bis fast 100 bar Dir dabei, Ölflecken oder Unkraut zu entfernen. Dies geschieht auch in Kombination mit Reinigungsmitteln und hier sind Geräte mit stationärem Stromanschluss den Akku-Hochdruckreinigern vorzuziehen. Die Akku-Hochdruckreiniger spielen ihren Vorteil gegenüber Strom-betriebenen Geräten dann aus, wenn Du es in der Regel nur mit oberflächlichen Verschmutzungen zu tun hast und wenn es eher um flächige Anwendungen wie beim Fensterreinigen geht.

 

Große Gerätevielfalt

Verbrennungsmotor, Strom oder Akku, bei Hochdruckreinigern gibt es eine große Vielfalt an Geräten, die mit ihren Leistungsdaten auf unterschiedliche Einsatzbereiche abgestimmt sind. Im privaten Bereich bieten sich Lösungen mit Akku oder stationärem Stromanschluss an, je nachdem ob es um eher eher leichtere (Akku) oder stärkere (Strom) Verschmutzungen geht, die bekämpft werden wollen.


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Kommentare

Hochdruckreiniger – Tanto Lexika 4. August 2021 um 09:53

[…] zu haben. Der Reiniger kann durch verschiedene Dinge angetrieben werden. Es gibt sie sowohl Hochdruckreiniger mit Akku oder Strom betrieben, als auch mit Benzin. Wenn der Reiniger mit Akku oder Benzin betrieben ist, resultieren […]


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