Algen an der Fassade entfernen: Welche Hausmittel helfen?

Algen an der Fassade mit Hausmitteln entfernen: wo Soda hilft, warum Essig Kalkputz angreift und was Alu-Fensterbänke vertragen. Mit Ablauf und Grenzen.

Anwendungen Veröffentlicht am 10 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Welche Hausmittel gegen Algen an der Fassade in Frage kommen
  2. Warum der pH-Wert die Algen nicht erledigt
  3. Welcher Untergrund welches Hausmittel verträgt
  4. Was neben der Putzfläche mitleidet
  5. So entfernst du Algen mit Soda von der Fassade
  6. Wasserstoffperoxid, Chlor, Essig und Salz im Check
  7. Wann Hausmittel an ihre Grenze kommen
  8. Damit die Algen langsamer zurückkommen
  9. Fazit: Wasser und Bürste zuerst, Soda als Verstärkung
  10. Häufige Fragen

Welche Hausmittel gegen Algen an der Fassade in Frage kommen

Das wichtigste Hausmittel gegen Algen an der Fassade ist klares Wasser aus dem Gartenschlauch. Das Umweltbundesamt rät Hausbesitzern in seinem Merkblatt für Heimwerker, die Fassade regelmäßig anzusehen und ersten Algen- und Pilzbewuchs nass abzuwaschen oder abzubürsten. Das Merkblatt „Mikrobiologischer Bewuchs auf Fassaden“ nennt für teilweise aufgetretenen Bewuchs Wasser und eine weiche Bürste. Herausgegeben hat es der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) zusammen mit den Verbänden der Stuckateure, Maler und Lackhersteller.

Alles, was aus der Küche oder dem Putzschrank dazukommt, unterstützt diese Arbeit bestenfalls. Die üblichen Kandidaten im Überblick:

HausmittelSo wirkt esAn der Fassade
Wasser und weiche Bürstelöst den Belag mechanischerste Wahl, für jede Oberfläche
Soda (Natriumcarbonat)Lauge um pH 11,5, weicht den Algenfilm aufauf mineralischem Putz, Klinker und Sockel, gründlich nachspülen
Kernseife, milder NeutralreinigerTenside, verbessern die Benetzungals Zusatz zum Wasser oder zur Soda-Lösung
Natronschwache Lauge um pH 8,4nur gegen einen dünnen, frischen Film
Wasserstoffperoxid 3 %oxidiert, zerfällt zu Wasser und Sauerstoffbleichend, nur nach Probefläche
Speiseessig, ZitronensäureSäure um pH 2,5löst Kalk aus Putz und Fugen, ungeeignet
Chlorreinigeroxidiert und bleichtfür die Fassade nicht vorgesehen
Salzreinigt nichtschädigt Putz und Beschichtung

Von der langen Liste aus Hausmittel-Tipps bleibt an der Hauswand nur Soda mit spürbarer Wirkung übrig, und auch Soda braucht die Bürste.

Warum der pH-Wert die Algen nicht erledigt

Fast alle Hausmittel arbeiten über ihren pH-Wert. Sie sind stark sauer oder stark alkalisch und sollen den Algen damit die Lebensgrundlage entziehen. Das VDPM-Merkblatt listet auf, welche Bedingungen Algen und Pilze auf Fassaden vertragen. Die Spannweite ist groß:

AlgenPilze
pH-Bereich≤ 1 bis etwa 11,51,5 bis 11
bester pH-Bereich6 bis 77 bis 8
Temperaturbereichetwa −7 bis 70 °Cetwa 0 bis 50 °C
bester Temperaturbereich15 bis 30 °C20 bis 30 °C

Die Werte gelten je nach Art verschieden. Speiseessig mit pH 2,5 liegt damit mitten im Bereich, in dem Algen wachsen können. Soda erreicht mit pH 11,5 die Obergrenze und setzt den Algen stärker zu als Essig. Einen festsitzenden Belag tötet es allein trotzdem nicht zuverlässig ab. Die Lauge weicht den Film auf, die Bürste holt ihn herunter.

pH-Skala von 0 bis 14 in drei Blöcken. Oben die Wachstumsbereiche laut Merkblatt der Putz- und Farbenverbände: Algen von pH 1 und darunter bis etwa 11,5, am besten bei 6 bis 7, Pilze von 1,5 bis 11, am besten bei 7 bis 8. In der Mitte die Hausmittel: Zitronensäure bei pH 2,2, Speiseessig bei 2,5, Natron bei 8,4, Kernseife bei 9,5 und Soda bei 11,5 genau an der gestrichelt markierten Obergrenze der Algen. Unten die Verträglichkeit: Kalkputz, Kalkfarbe und Fugenmörtel werden im sauren Bereich angegriffen, Aluminium-Fensterbänke vertragen laut Hersteller Mittel zwischen pH 5 und 8.
Jedes Hausmittel liegt im pH-Bereich, in dem Algen je nach Art wachsen können. Soda kommt an die Obergrenze, Essig greift dafür den Kalk im Putz an.

Hohe Alkalität nutzen die Hersteller laut demselben Merkblatt selbst als Schutz gegen Bewuchs, etwa bei Putzen auf Kalk- und Zementbasis und bei Farben auf Wasserglasbasis. Diese Alkalität baut sich durch die Kohlensäure der Luft aber mit der Zeit ab und schützt dann nur noch eingeschränkt. Eine Soda-Wäsche wirkt noch kürzer, nach dem Nachspülen ist die Lauge von der Wand.

Auch die Kälte hilft nicht weiter. Algen überstehen je nach Art Werte bis etwa minus 7 Grad, ein Frostwinter räumt die Wand also nicht auf. Am stärksten wachsen sie, wenn die Oberfläche lange feucht bleibt, an Fassaden vor allem im Herbst und Frühling.

Welcher Untergrund welches Hausmittel verträgt

An der Fassade entscheidet der Untergrund mit, ob ein Hausmittel hilft oder Schaden anrichtet. Die meisten Putze und Farben lassen sich in drei Gruppen teilen: mineralische Systeme auf Kalk-, Zement- oder Wasserglasbasis, Systeme mit organischem Bindemittel wie Dispersions-, Kunstharz- und Silikonharzfarbe, dazu Klinker, Sichtbeton und Holz.

OberflächeSodaEssig, ZitronensäureWorauf achten
Kalkputz, KalkzementputzgeeignetungeeignetSäure löst das kalkhaltige Bindemittel
Kalkfarbegeeignetungeeignetweicher Anstrich, nur sanft bürsten
Silikatfarbe, Silikatputzgeeignetungeeignetauf Wasserglasbasis, selbst alkalisch
Dispersionsfarbe, Kunstharzputznur nach Probeflächeohne NutzenTechnisches Merkblatt der Farbe zählt
Silikonharzfarbe, Silikonharzputznur nach Probeflächeohne Nutzenhäufig auf gedämmten Fassaden
Klinker, VerblendergeeignetungeeignetSäure greift den Fugenmörtel an
SichtbetongeeignetungeeignetSäure löst den Zementstein
HolzverschalungungeeignetungeeignetLauge raut auf, Säure vergraut

Welche Oberfläche dein Haus hat, steht in den Bauunterlagen oder auf der Rechnung des Malers. Oft hilft auch ein Blick auf alte Farbeimer im Keller, das Etikett nennt die Produktart. Schäumt ein Tropfen Essig an einer verdeckten Stelle leicht auf, enthält der Putz Kalk.

Ein Sonderfall ist das Wärmedämmverbundsystem. Auf der Dämmung sitzt nur eine dünne Putzschicht, oft Silikonharz- oder Kunstharzputz, und die Algen haben dort eine eigene Ursache im nächtlichen Tauwasser. Was dabei zu beachten ist, erklärt der Ratgeber zu Algen an gedämmter Fassade.

Die Fachinformation „Bauschädliche Salze“ des Farbenherstellers Karl Bubenhofer zählt Soda zu den häufigsten Carbonaten unter den bauschädlichen Salzen. Gemeint sind wasserlösliche Salze, die an Mauerwerk und Putz Ausblühungen oder Schäden verursachen. Was nach der Wäsche in den Poren bleibt, kann beim Trocknen als weißer Schleier wieder herauskommen. Gründliches Nachspülen mit klarem Wasser gehört deshalb fest zum Ablauf.

Was neben der Putzfläche mitleidet

Eine Fassade besteht aus mehr als Putz. Unter jedem Fenster sitzt eine Fensterbank, oben läuft die Dachrinne, unten liegen Sockel und Beet. Alles, was du an der Wand aufträgst, läuft über diese Bauteile nach unten.

Aluminium-Fensterbänke sind der empfindlichste Punkt. Der Hersteller bug nennt in seinen Pflegehinweisen für die Grundreinigung warmes Wasser mit einem milden, pH-neutralen Spülmittel im Bereich pH 5 bis 8. Bei eloxierten Fensterbänken rät bug ausdrücklich von alkalischen Mitteln, Chlor, Ammoniak und Bleichmitteln ab, weil sie die Oxidschicht angreifen können. Für pulverbeschichtete Fensterbänke stehen starke Laugen und Säuren auf der Liste der Mittel, die zu meiden sind. Nach jedem Reiniger soll mit klarem Wasser nachgespült werden. Eine Soda-Lösung mit pH 11,5 liegt weit außerhalb dieses Fensters. Deck die Fensterbank deshalb ab oder spül sie nach jedem Abschnitt sofort ab.

Zinkblech an Rinne, Fallrohr und Mauerabdeckung reagiert ähnlich. Zink und Aluminium werden sowohl von Säuren als auch von Laugen angegriffen.

Beete und Rasen am Haus bekommen das ablaufende Wasser ab. Wässere den Streifen vorher gut, dann kommt die Lauge verdünnt an, und deck empfindliche Pflanzen ab.

Das Waschwasser braucht ebenfalls ein Ziel. Das VDPM-Merkblatt verlangt bei der Behandlung befallener Flächen, das Reinigungswasser aufzufangen, damit keine umweltgefährdenden Stoffe ins Erdreich gelangen, und die regionalen Bestimmungen einzuhalten. Ob Soda-Wasser in den Hofablauf darf, regelt die Entwässerungssatzung der Gemeinde. Im Trennsystem führt der Regenwasserkanal ohne Klärstufe in den nächsten Bach.

So entfernst du Algen mit Soda von der Fassade

Auf mineralischem Putz, Klinker und Sichtbeton gehst du so vor. Auf Dispersions- und Silikonharzfarbe kommt Soda erst nach einer bestandenen Probefläche dazu, sonst bleibt es bei Wasser, Bürste und mildem Neutralreiniger.

  1. Tag wählen. Trocken, frostfrei und bedeckt. In praller Sonne trocknet die Lösung an, und die Wand muss bis zum Abend wieder abtrocknen, damit über Nacht kein Wasser in Putz und Fugen gefriert.
  2. Umgebung vorbereiten. Fenster schließen, Fensterbänke abdecken, Beete vornässen und abdecken. Über Erdgeschosshöhe ist ein Rollgerüst sicherer als die Leiter.
  3. Probefläche anlegen. Eine verdeckte Stelle behandeln, trocknen lassen und auf Farbveränderung prüfen.
  4. Lösung ansetzen. Etwa 5 Esslöffel Soda auf 5 Liter warmes Wasser. Handschuhe und Schutzbrille gehören dazu, weil du nach oben arbeitest und eine Lauge mit pH 11,5 in die Augen tropfen kann.
  5. Vornässen und auftragen. Die Wand mit dem Gartenschlauch anfeuchten. Die Lösung abschnittsweise von unten nach oben mit der Bürste auftragen, damit keine Läufer über trockene Flächen ziehen, und 20 bis 30 Minuten feucht halten.
  6. Abbürsten. Mit weicher Bürste in kreisenden Bewegungen. Harte Borsten und Drahtbürsten rauen den Oberputz auf.
  7. Nachspülen. Mit dem Gartenschlauch von oben nach unten und reichlich Wasser, bis keine Lauge mehr an der Wand ist. Fensterbank und Sockel gleich mit abspülen.
  8. Kontrollieren. Am nächsten Tag zeigt die trockene Wand, wo noch Reste sitzen. Dort ein zweites Mal bürsten, meist genügt klares Wasser.

Für Flächen über Kopfhöhe ist eine Waschbürste mit Teleskopstiel und Wasseranschluss praktisch. Sie erspart an vielen Stellen die Leiter, das Wasser kommt über den Gartenschlauch direkt an der Bürste an. Für den Hausgebrauch genügt reine Waschsoda in kleinen Packungen.

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Den Hochdruckreiniger lässt du bei diesem Ablauf im Keller. Das Umweltbundesamt warnt, dass er an Fassaden mit bioziden Putzen und Farben die Auswaschung der Wirkstoffe verstärkt und die Schutzwirkung zerstört. Auf gedämmten Fassaden kann der Strahl zudem Wasser über Risse in die Putzschicht drücken.

Wasserstoffperoxid, Chlor, Essig und Salz im Check

Wasserstoffperoxid

Die EU hat Wasserstoffperoxid mit der Durchführungsverordnung (EU) 2015/1730 als Biozid-Wirkstoff genehmigt, unter anderem für die Produktart der Desinfektions- und Algenbekämpfungsmittel. Die 3-prozentige Lösung aus der Apotheke wirkt oxidierend und zerfällt danach zu Wasser und Sauerstoff, es bleibt also kein Salz in der Wand. Wasserstoffperoxid ist aber auch ein Bleichmittel. Auf farbigen Anstrichen testest du es deshalb zuerst an einer verdeckten Stelle. Höher konzentrierte Lösungen aus dem Fachhandel verlangen Schutzbrille und Handschuhe. Den gelösten Belag bürstest du danach ab wie bei Soda.

Chlorreiniger

Ein Chlorreiniger für Bad und Küche ist für Putz und Mauerwerk nicht ausgewiesen. Natriumhypochlorit bleicht Farbe aus, greift Kunstharz- und Silikonharzputz an, und zusammen mit sauren Reinigern entsteht giftiges Chlorgas. Unter welchen Bedingungen Chlor an der Hauswand überhaupt zulässig ist, steht im Ratgeber Ist Fassadenreinigung mit Chlor erlaubt?.

Essig

Essig scheidet an der Fassade gleich doppelt aus. Gegen die Algen richtet er wenig aus, weil sie seinen pH-Wert vertragen, und er löst den Kalk aus Putz, Kalkfarbe und Fugen. Die EU hat Speiseessig zwar als Grundstoff gegen Unkraut genehmigt, die Genehmigung beschränkt sich aber auf einzelne Pflanzen auf Wegen und Terrassen. Algen an der Hauswand fallen nicht darunter, Essigessenz ist ohnehin ausgeschlossen.

Salz

Salz hat keine reinigende Wirkung gegen Algen und richtet im Putz Schaden an. Das VDPM-Merkblatt warnt schon beim Winterdienst, dass Streusalze die Oberfläche von Putzen und Beschichtungen schädigen können, und rät, Schnee nicht an der Fassade aufzuhäufen.

Wann Hausmittel an ihre Grenze kommen

Wasser, Bürste und Soda reichen für Algenfilm und frischen Pilzbelag. Drei Arten von Bewuchs sitzen fester.

Flechten sind eine Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge. Sie zeigen sich als krustige, oft orange, gelbe oder dunkle Flecken. Das VDPM-Merkblatt beschreibt sie an Fassaden als deutlich seltener als Algen und Pilze. Wachsen sie lange ungestört, können sie Schäden an Beschichtung und Putz verursachen. Sie haften fest, Abbürsten allein reicht selten.

Moospolster sitzen meist im Spritzwasserbereich am Sockel. Ihre feinen Haftfäden können Schäden verursachen, vor allem bei größeren Polstern. Ein dickes Polster nimmst du zuerst trocken mit einem Kunststoffspachtel ab und bürstest den Rest danach nass nach.

Schwarze Pilze in Ablaufspuren ziehen sich in Streifen unter Fensterbänken und Vorsprüngen entlang. Solche Läufer entstehen, wenn sich auf waagerechten Flächen wie Fensterbänken Schmutz sammelt. Diese Flächen brauchen dann häufiger eine feuchte Reinigung.

Für solche Fälle gibt es Fassadenmittel gegen Algen und Pilze. Du erkennst sie laut Umweltbundesamt an einer Zulassungsnummer im Format DE-000XXXX-000X oder einer Registriernummer mit „N“ und fünf Ziffern. Für die Anwendung nennt das Amt diese Regeln: Pflanzen und Böden abdecken, keine Sprühwerkzeuge, Hautkontakt vermeiden, keine Reste in Gewässer oder Kanalisation und Reste bei der Schadstoffsammlung abgeben. Die Arbeit mit biozidhaltigen Mitteln überlässt man laut Umweltbundesamt am besten geschulten Fachleuten. Welche Mittel welche Nummer tragen und wie sie sich unterscheiden, zeigt der Vergleich der Grünbelagentferner.

Bei großen Flächen über dem Erdgeschoss lohnt der Fachbetrieb schon wegen des Gerüsts. Er kann auch prüfen, ob bauliche Mängel wie eine undichte Rinne den Befall auslösen. Solche Mängel sollen laut Merkblatt vor jeder Behandlung behoben werden.

Damit die Algen langsamer zurückkommen

Einen dauerhaften Schutz gegen Bewuchs gibt es laut VDPM-Merkblatt nicht. Wer früh und regelmäßig wäscht, braucht aber seltener Mittel. Werden kleine Flächen im Anfangsstadium nicht sorgfältig gereinigt, ist der Einsatz chemischer Mittel später meist unabdingbar, heißt es dort.

Diese Pflegepunkte nennen die Verbände:

  • Kontrolle alle ein bis zwei Jahre, an exponierten Bauteilen öfter
  • ersten Belag und Staub nass abwaschen oder schonend abbürsten
  • Büsche und Bäume an der Fassade zurückschneiden, Beete nicht direkt an die Wand führen
  • Dachrinnen, Fensterbänke und Mauerabdeckungen reinigen, damit kein Wasser über die Fassade läuft
  • im Winter Schnee nicht an der Fassade aufhäufen, weil Streusalz Putze schädigen kann

Fazit: Wasser und Bürste zuerst, Soda als Verstärkung

Fang an einem trockenen, frostfreien Tag mit klarem Wasser und einer weichen Bürste an. Reicht das nicht, kommt auf mineralischem Putz und Klinker Soda dazu, mit Probefläche, abgedeckten Fensterbänken und reichlich Nachspülen. Essig, Salz und Chlorreiniger lässt du im Schrank.

Am meisten spart, wer die Wand jedes oder jedes zweite Jahr ansieht und den ersten grünen Schimmer gleich abwäscht. Sitzen Flechten oder dicke Moospolster, ist ein Fassadenmittel mit Zulassungs- oder Registriernummer der nächste Schritt, bei großen Flächen der Fachbetrieb.

Häufige Fragen

Welches Hausmittel hilft gegen Algen an der Fassade?

Am zuverlässigsten hilft klares Wasser mit einer weichen Bürste. So empfehlen es das Umweltbundesamt und die Verbände der Putz- und Farbenhersteller für frischen Bewuchs. Als Zusatz eignet sich Soda auf mineralischem Putz, Klinker und Sockel, etwa 5 Esslöffel auf 5 Liter warmes Wasser, mit Einwirkzeit, Abbürsten und gründlichem Nachspülen. Essig, Salz und Chlorreiniger gehören nicht an die Hauswand.

Hilft Essig gegen Algen an der Hauswand?

Essig ist dafür eine schlechte Wahl. Algen wachsen laut dem Merkblatt der Putz- und Farbenverbände je nach Art zwischen pH 1 und etwa 11,5, Speiseessig liegt mit pH 2,5 mitten in diesem Bereich. Die Säure löst dafür Kalk aus Kalkputz, Kalkfarbe und Fugenmörtel. Die EU-Genehmigung von Essig als Grundstoff gilt außerdem nur gegen einzelne Unkräuter auf Wegen und Terrassen.

Kann ich Soda auf jeder Fassade verwenden?

Auf Kalkputz, Kalkzementputz, Kalkfarbe, Silikatfarbe und Klinker passt die Lauge zum Untergrund, weil diese mineralischen Systeme selbst alkalisch sind. Bei Dispersions- und Silikonharzfarben zählt das Technische Merkblatt der Farbe, im Zweifel testest du an einer Probefläche. Von Aluminium-Fensterbänken, Zinkblech und Holz hältst du die Lösung fern oder spülst sie sofort mit klarem Wasser ab.

Was hilft gegen Algen und Pilze an der Fassade?

Gegen beide hilft zuerst nasses Abwaschen mit einer weichen Bürste. Pilze zeigen sich laut Merkblatt meist als schwarze Verfärbung und wachsen je nach Art zwischen pH 1,5 und 11. Ein Hausmittel trifft sie damit ebenso wenig zuverlässig wie die Algen. Sitzt der Belag nach dem Bürsten noch fest, kommt ein Fassadenmittel mit Zulassungsnummer (DE-…) oder Registriernummer (N plus fünf Ziffern) in Frage.

Hilft Wasserstoffperoxid gegen Algen an der Fassade?

Wasserstoffperoxid ist in der EU als Biozid-Wirkstoff genehmigt, unter anderem für Desinfektions- und Algenbekämpfungsmittel. Die 3-prozentige Lösung aus der Apotheke wirkt oxidierend und zerfällt danach zu Wasser und Sauerstoff. Weil sie bleichend wirkt, testest du sie zuerst an einer verdeckten Stelle. Abgebürstet werden muss der Belag trotzdem.

Kann man Algen im Winter von der Fassade entfernen?

An frostfreien, trockenen Tagen ja. Algen wachsen laut Merkblatt je nach Art in einem Bereich von etwa minus 7 bis 70 Grad, der Winter erledigt sie also nicht. Wichtig ist, dass die Wand bis zum Abend abtrocknet, damit kein Wasser in Putz und Fugen gefriert. Für Soda und Fassadenmittel sind mildere Tage besser, weil die Lösung in der Kälte träger wirkt und die Fläche langsam trocknet.

Muss die Fassade nach dem Entfernen der Algen gestrichen werden?

Nein, ein Anstrich ist nur fällig, wenn die Fläche ohnehin renoviert wird. Dann nennt das Merkblatt der Putz- und Farbenverbände diese Reihenfolge: reinigen, etwa 24 Stunden trocknen lassen, eine Reinigungslösung nach Herstellerangabe auftragen, Einwirk- und Trocknungszeit abwarten und danach mindestens zweimal beschichten.

Wie oft sollte man die Fassade auf Algen kontrollieren?

Laut Merkblatt der Putz- und Farbenverbände genügt in der Regel eine Pflege und Kontrolle alle ein bis zwei Jahre, an exponierten oder ungeschützten Bauteilen öfter. Wer ersten Belag früh nass abwäscht, kommt meist ohne Mittel aus. Werden kleine Flächen im Anfangsstadium nicht sorgfältig gereinigt, ist der spätere Einsatz chemischer Mittel laut Merkblatt meist unabdingbar.

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