Arbeitsdruck und Höchstdruck: zwei Werte für ein Gerät
Jeder Hochdruckreiniger hat zwei Druckwerte. Der Arbeitsdruck ist der Druck, mit dem das Gerät im Betrieb mit der Standarddüse reinigt. Der Höchstdruck ist die Obergrenze, für die Pumpe, Schlauch, Pistole und Sicherheitsventil ausgelegt sind. Die Hersteller nennen ihn „maximal zulässiger Druck“, „Max. Druck“ oder wie STIHL „maximal zulässiger Systemdruck“.
Wie eng der Höchstdruck mit dem Sicherheitsventil zusammenhängt, zeigen Kärchers Angaben zur HDS 5/15 UX. Dort stehen 150 bar Arbeitsdruck mit Standarddüse und ein maximaler Betriebsüberdruck von 200 bar mit dem Zusatz „Sicherheitsventil“. Das Ventil öffnet, bevor der Druck im System über diese Grenze steigt.
Auf dem Karton steht fast immer der größere Wert. Ein Gerät mit „180 bar“ im Namen oder auf der Verpackung arbeitet in der Regel mit weniger. Wer gezielt nach 180 bar Arbeitsdruck sucht, muss deshalb im Datenblatt oder in der Betriebsanleitung nach dem zweiten Wert suchen. Bei Parkside heißt er Bemessungsdruck, bei Kärcher in der Anleitung Betriebsdruck.
Die Angabe „20 bis max. 180 bar“, die Kärcher bei seinen Haushaltsgeräten verwendet, beschreibt dabei den Einstellbereich vom niedrigsten Druck bis zum Höchstdruck. Ein Arbeitsdruck steht in dieser Spanne nicht.
Was die 180-bar-Geräte im Betrieb liefern
Die meisten Haushaltsgeräte mit 180 bar tragen diesen Wert als Höchstdruck. Ihr Arbeitsdruck liegt 30 bis 60 bar darunter.

| Gerät | Arbeitsdruck | Höchstdruck | Fördermenge laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| Kärcher K 7 Comfort Premium | 150 bar (15 MPa Betriebsdruck laut Anleitung) | 180 bar | max. 600 l/h |
| STIHL RE 170 PLUS | 150 bar | 180 bar | 570 bis 640 l/h |
| Parkside Performance PHDP 180 D3 | max. 150 bar (Bemessungsdruck) | 180 bar | 600 l/h |
| Nilfisk Excellent 180 | 145 bar | 180 bar | 390 l/h Nennwert, 500 l/h maximal |
| STIHL RE 140 Vario Control | 145 bar | 180 bar | 430 bis 470 l/h |
| STIHL RE 150 PLUS | 140 bar | 180 bar | 540 bis 610 l/h |
| scheppach HCE2600x | 120 bar | 180 bar | 480 l/h |
| scheppach HCE2800 | 120 bar | 180 bar | 480 l/h |
| scheppach SHD180 | 120 bar | 180 bar | 480 l/h |
Vorn liegen drei Geräte mit 150 bar Arbeitsdruck und rund 600 l/h. Der Kärcher K 7 Comfort Premium gehört dazu, obwohl Kärcher den Betriebsdruck nur in der Anleitung nennt. Der STIHL RE 170 PLUS weist beide Werte direkt im Datenblatt aus, Parkside nennt beim PHDP 180 D3 einen Bemessungsdruck von 150 bar.
Die drei scheppach-Modelle arbeiten mit 120 bar. Bei ihnen ist die Lücke zum Höchstdruck mit 60 bar am größten, die Fördermenge liegt mit 480 l/h im Mittelfeld. Für eine Terrasse ist das ausreichend, die Zahl auf dem Karton beschreibt den Betrieb aber am wenigsten genau.
Echte 180 bar Arbeitsdruck: Profi- und Benzingeräte
Wer 180 bar im Betrieb will, landet bei Maschinen für den gewerblichen Einsatz. Bei Kärcher verrät das schon der Name. In der Profi-Reihe steht die Zahl nach dem Schrägstrich für den Arbeitsdruck in MPa, die Zahl davor grob für die Fördermenge in Hunderten Litern pro Stunde.
| Gerät | Arbeitsdruck | Höchstdruck | Fördermenge | Stromanschluss |
|---|---|---|---|---|
| Kärcher HD 8/18-4 M St | 30 bis 180 bar | 270 bar | 760 l/h | 400 V, 4,6 kW |
| Kärcher HD 9/18-4 M St Classic | 35 bis 180 bar | 240 bar | 500 bis 900 l/h | 400 V, 6,5 kW |
| Kärcher HD 7/18-4 M Plus (ausgelaufen) | 30 bis 180 bar | 215 bar | 240 bis 700 l/h | 5 kW |
| Kärcher HD 7/18 C Plus (ausgelaufen) | 20 bis 175 bar | 215 bar | 240 bis 700 l/h | 4,7 kW |
| Kärcher HD 5/17 C Plus | 170 bar | 200 bar | 480 l/h | 230 V, 3 kW |
| scheppach HCP5000 | 234 bar | 254 bar | 590 l/h | Benzinmotor |
Die beiden aktuellen Kärcher-Geräte mit 180 bar Arbeitsdruck brauchen Drehstrom, also eine 400-V-Steckdose, wie sie in Werkstatt, Landwirtschaft oder Garage mit Starkstromanschluss vorhanden ist. Kärchers Listenpreis für den HD 8/18-4 M St liegt über 1.600 Euro.
Der Kärcher HD 5/17 C Plus zeigt, wie weit die 230-V-Klasse reicht. Mit 170 bar Arbeitsdruck liegt er in unserer Auswertung an der Spitze der Geräte für die normale Steckdose, bei einer Fördermenge von 480 l/h.
Ohne Stromnetz bleibt der Benzinmotor. Der scheppach HCP5000 liefert laut Anleitung und Datenblatt 234 bar Arbeitsdruck und 254 bar Höchstdruck bei 590 l/h.
Warum 230-Volt-Geräte bei 150 bis 170 bar enden
Druck und Wassermenge ergeben zusammen die hydraulische Leistung, die der Motor aufbringen muss. Die Faustformel dafür lautet Druck in bar mal Fördermenge in l/min, geteilt durch 600. Das Ergebnis ist die Leistung in Kilowatt, die am Wasser ankommt.
Beim Kärcher K 7 ergibt das mit den Werten aus der Anleitung 150 bar mal 9,2 l/min geteilt durch 600, also 2,3 kW. Kärcher nennt eine Nennleistungsaufnahme von 3 kW. Rechnerisch kommen damit gut drei Viertel der elektrischen Leistung im Wasser an.
| Gerät | Arbeitsdruck | Fördermenge | hydraulisch (gerechnet) | Leistungsaufnahme laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|
| Kärcher K 7 Comfort Premium | 150 bar | 9,2 l/min | 2,3 kW | 3,0 kW |
| Kärcher HD 5/17 C Plus | 170 bar | 8,0 l/min | 2,3 kW | 3,0 kW |
| Kärcher HD 8/18-4 M St | 180 bar | 12,7 l/min | 3,8 kW | 4,6 kW |
| gedachter K 7 mit 180 bar | 180 bar | 9,2 l/min | 2,8 kW | rechnerisch rund 3,6 kW |
Würde ein Gerät mit der Wassermenge des K 7 auf 180 bar Arbeitsdruck gehen, bräuchte es bei gleichem Wirkungsgrad rund 3,6 kW. Eine Schuko-Steckdose mit 16-A-Sicherung liefert bei 230 V höchstens 3,68 kW. Für Verluste, Anlaufstrom und andere Verbraucher am selben Stromkreis bleibt dann nichts übrig.
Deshalb tauschen die Hersteller bei 230 V Druck gegen Menge. Der HD 5/17 C Plus holt 170 bar heraus, fördert dafür aber weniger Wasser als der K 7. Beide brauchen am Wasser dieselben 2,3 kW. Mehr Druck und mehr Menge zugleich gibt es erst mit Drehstrom oder Benzinmotor.
Die anderen Druckklassen: 150, 160, 170, 200 und 300 bar
Dasselbe Muster zieht sich durch alle Leistungsklassen. Die Zahl im Namen oder auf dem Karton ist meist der Höchstdruck. Die Tabelle trennt Geräte, die den Wert als Arbeitsdruck liefern, von denen, bei denen er die Obergrenze ist.
| Druckklasse | als Arbeitsdruck erreicht | als Höchstdruck angegeben (Arbeitsdruck in Klammern) |
|---|---|---|
| 150 bar | Kärcher K 7 Comfort Premium, STIHL RE 170 PLUS, Parkside PHDP 180 D3, Nilfisk Premium 200-15, Kärcher HD 5/15 C Plus, Kärcher HDS 5/15 UX | STIHL RE 100 PLUS Control und RE 110 PLUS (110 bar), STIHL REA 100 PLUS (125 bar), Nilfisk Core 150 (115 bar), scheppach SHD150 (100 bar) |
| 160 bar | Kärcher HD 6/16-4 M Plus (ausgelaufen, 30 bis 160 bar) | STIHL RE 120 PLUS (125 bar), Nilfisk Excellent 160 (125 bar), Kränzle K 1050 TST (130 bar) |
| 170 bar | Kärcher HD 5/17 C Plus | STIHL RE 130 PLUS (135 bar), Nilfisk Excellent 170 (135 bar), Einhell TE-HP 170 (120 bar), Parkside PHD 170 E3 (120 bar) |
| 200 bar | Kärcher HD 10/21-4 S ST Classic (50 bis 210 bar, 400 V), scheppach HCP5000 (234 bar, Benzin) | Nilfisk Premium 200-15, Kärcher HD 5/15 C Plus und HDS 5/15 UX (je 150 bar) |
| 300 bar | kein Gerät in unserer Auswertung | Kärcher HD 10/25-4 S Classic: 310 bar Höchstdruck (60 bis 250 bar, 400 V, 8,8 kW) |
Bei 150 bar Arbeitsdruck gibt es also eine echte Auswahl an Geräten für die normale Steckdose. Ab 170 bar wird die Luft dünn, ab 200 bar führt kein Weg an Drehstrom oder Benzin vorbei.
Die Akku-Klasse spielt in dieser Liga nicht mit. Der STIHL REA 100 PLUS kommt mit 125 bar Arbeitsdruck am weitesten. Die übrigen Akku-Hochdruckreiniger aus unseren Rezensionen nennen 80 bis 130 bar als Höchstdruck, die Mitteldruck-Geräte 15 bis 35 bar.
Den Arbeitsdruck im Datenblatt finden
Jeder Hersteller weist die beiden Werte anders aus. Die folgenden Wege stammen aus den Datenblättern und Anleitungen, die wir für unsere Rezensionen ausgewertet haben:
- Kärcher Home & Garden: Datenblatt nur „Druck 20 bis max. … bar“, der Arbeitsdruck steht in der Betriebsanleitung unter Technische Daten als „Betriebsdruck“ in MPa
- Kärcher Professional: Datenblatt mit „Arbeitsdruck“ und „Max. Druck“, dazu der Arbeitsdruck im Modellnamen
- STIHL: Datenblatt mit „Arbeitsdruck“ und „maximal zulässiger Systemdruck“
- Nilfisk: Datenblatt mit Arbeitsdruck und Höchstdruck, etwa 145 und 180 bar beim Excellent 180
- scheppach, Parkside, Einhell: Arbeits- bzw. Bemessungsdruck in der Betriebsanleitung, teils auch im Shop-Text
Bei Kärcher lohnt der Blick in die Anleitung besonders, weil die Datenblätter der K-Reihe nur den Höchstdruck nennen:
| Modell | Höchstdruck laut Datenblatt | Betriebsdruck laut Anleitung |
|---|---|---|
| Kärcher K 2 Classic | 110 bar | 7,4 MPa = 74 bar |
| Kärcher K 3 Power Control | 120 bar | 8 MPa = 80 bar |
| Kärcher K 4 WCM | 130 bar | 11 MPa = 110 bar |
| Kärcher K 5 WCM | 145 bar | 12 MPa = 120 bar |
| Kärcher K 7 Comfort Premium | 180 bar | 15 MPa = 150 bar |
Der Abstand zwischen beiden Werten schwankt in der K-Reihe zwischen 20 und 40 bar. Beim kleinen K 2 macht der Betriebsdruck zwei Drittel des Höchstdrucks aus, beim K 7 fünf Sechstel.
Für wen sich 180 bar Arbeitsdruck lohnen
Mehr Druck im Betrieb heißt auch mehr Kraft in der Hand. Die Betriebsanleitungen nennen die Rückstoßkraft der Pistole: 12 Newton beim K 3 Power Control, 22 Newton beim K 7. Bei einer Profimaschine mit 180 bar und 760 l/h steigen Druck und Wassermenge zugleich, entsprechend höher fällt der Rückstoß aus. Längere Einsätze werden dann zur Kraftfrage.
Echte 180 bar Arbeitsdruck lohnen sich dort, wo große, harte Flächen und hartnäckiger Schmutz zusammenkommen: Hofflächen aus Beton, Stallungen, Baumaschinen, landwirtschaftliches Gerät. Für Holz, Putz und Autolack sind sie zu stark, dort liegt das sinnvolle Fenster weit darunter. Welche Oberfläche welchen Druck verträgt, zeigt der Ratgeber Wie viel bar braucht ein Hochdruckreiniger?.
Für Haus, Hof und Einfahrt ist die 150-bar-Klasse mit rund 600 l/h das obere Ende dessen, was eine normale Steckdose hergibt. Diese vier Geräte liefern ihren Druck laut Hersteller tatsächlich im Betrieb:
Fazit: auf den zweiten Druckwert achten
Ein Hochdruckreiniger mit 180 bar auf dem Karton reinigt im Haushaltsbereich mit 120 bis 150 bar. Wer vergleichen will, legt die Arbeitsdrücke nebeneinander und nimmt die Fördermenge dazu, erst beides zusammen beschreibt die Leistung.
Echte 180 bar im Betrieb sind eine Frage des Anschlusses. Mit 400 V Drehstrom liefern Profimaschinen wie der Kärcher HD 8/18-4 M St diesen Wert, ohne Stromnetz der Benzinmotor. An der normalen Steckdose ist bei 150 bar mit viel Wasser oder 170 bar mit weniger Wasser Schluss.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsdruck und Höchstdruck?
Der Arbeitsdruck ist der Druck, mit dem das Gerät im Betrieb mit der Standarddüse reinigt. Der Höchstdruck, oft als maximal zulässiger Druck oder Systemdruck bezeichnet, ist die Obergrenze, für die Pumpe, Schlauch und Sicherheitsventil ausgelegt sind. Bei Haushaltsgeräten mit 180 bar Höchstdruck liegt der Arbeitsdruck laut Hersteller zwischen 120 und 150 bar.
Hat der Kärcher K 7 180 bar Arbeitsdruck?
Nein. Das Datenblatt des K 7 Comfort Premium nennt „20 bis max. 180 bar“, die Betriebsanleitung führt einen Betriebsdruck von 15 MPa, also 150 bar, und 18 MPa als maximal zulässigen Druck. Mit 150 bar Arbeitsdruck und einer Fördermenge von bis zu 600 l/h gehört er trotzdem zu den stärksten Haushaltsgeräten.
Welcher Hochdruckreiniger mit 230 Volt hat den höchsten Arbeitsdruck?
In unserer Auswertung ist es der Kärcher HD 5/17 C Plus aus der Profi-Reihe mit 170 bar Arbeitsdruck bei 480 l/h und 3 kW. Unter den Haushaltsgeräten liegen Kärcher K 7 Comfort Premium, STIHL RE 170 PLUS und Parkside PHDP 180 D3 mit je 150 bar vorn, ebenso der Nilfisk Premium 200-15.
Wie viel Strom braucht ein Hochdruckreiniger mit 180 bar Arbeitsdruck?
Der Kärcher HD 8/18-4 M St, der 30 bis 180 bar Arbeitsdruck bei 760 l/h liefert, nimmt laut Datenblatt 4,6 kW auf und läuft an 400 V Drehstrom. Rechnerisch würde ein Gerät mit 180 bar und der Wassermenge eines K 7 etwa 3,6 kW brauchen, das ist die Grenze einer mit 16 A abgesicherten Schuko-Steckdose.
Was bedeuten die Zahlen im Namen der Kärcher-HD-Geräte?
Bei den Kärcher-Profigeräten steht die Zahl nach dem Schrägstrich für den Arbeitsdruck in MPa, gerundet. Der HD 5/15 C Plus arbeitet mit 150 bar, der HD 8/18-4 M St mit bis zu 180 bar, der HD 10/25-4 S Classic mit bis zu 250 bar. Die Zahl davor entspricht grob der Fördermenge in Hunderten Litern pro Stunde, etwa 500 l/h beim HD 5/15 C Plus.
Wie rechne ich MPa in bar um?
1 MPa entspricht 10 bar. Die 15 MPa Betriebsdruck des Kärcher K 7 sind also 150 bar, die 8 MPa des K 3 Power Control 80 bar. Kärcher nennt den Betriebsdruck seiner Haushaltsgeräte in der Betriebsanleitung fast nur in MPa, im Datenblatt dagegen den Höchstdruck in bar.
Gibt es Hochdruckreiniger mit 300 bar Arbeitsdruck?
Unter den Geräten, die wir ausgewertet haben, nicht. Die Kärcher HD 10/25-4 S Classic arbeitet mit 60 bis 250 bar und nennt 310 bar als maximalen Druck, sie braucht 400 V und 8,8 kW. 300 bar tauchen im Datenblatt in dieser Klasse also als Höchstdruck auf.